Weisweiler Elf verteidigt Titel in Dortmund

Erneuter Sieg beim Onlineprinters-Cup

Durch einen 4:1-Sieg im Endspiel gegen die Traditionsmannschaft von Borussia Dortmund gewann die Weisweiler Elf zum zweiten Mal in Folge den Onlineprinters-Cup in der Dortmunder Westfalenhalle und qualifizierte sich somit erneut für den FlexStrom-Cup, der am 12. Januar 2013 in Berlin ausgetragen wird.

Im Endspiel hatten Oliver Neuville und die Weisweiler Elf gegen Dortmund am Ende die Nase vorn. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Doch ehe die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach am Ende den Siegerpokal zum zweiten Mal hintereinander hoch halten durfte, hatten die Mannen um Teamchef Herbert Laumen einen langen Weg zu bestreiten. Und dabei sah es zunächst alles andere als nach einer Titelverteidigung aus.

Im ersten Gruppenspiel nämlich, kam es gegen den VfL Bochum zur Neuauflage des letztjährigen Endspiels, das die Borussen am Ende mit 4:3 gewannen. Dass die Weisweiler Elf aber schon damals erhebliche Probleme mit den Ex-Profis aus Bochum hatte, sollte sich dann an diesem frühen Samstagnachmittag bestätigen.

Die Reise nach Westfalen mit angetreten hatten Torhüter Jörg Kässmann, Jörg Jung, Valandi Anagnostou, Jörg Albertz, Peter Wynhoff, Lars Schuchardt, Oliver Neuville, Marco Villa, Martin Schneider und Chiquinho. Und letzterer war es dann auch, der in der 02. Minute den ersten Nadelstich setzte, aber mit seinem Schuss an Klaus Schlapka scheiterte (02.).

Die Weisweiler Elf ging von Beginn an engagiert zu Werke und spielte nach vorne, zwingende Torchancen konnte sie zunächst aber nicht kreieren. Auf der anderen Seite brachte sich Bochum dann mit der zweiten guten Gelegenheit in Front. Erst war Kässmann zweimal gegen Dariusz Wosz zur Stelle (05., 07.), ehe Peter Peschel nach Freistoß von Wosz  zur 1:0-Führung einnetzte (08.).

Und ließen für die Borussen erst Schneider (08.) und dann Jung (09.) gute Einschussmöglichkeiten liegen, so drehten Chiquinho und Wynhoff die Partie und brachten die mittlerweile spielbestimmende Weisweiler Elf buchstäblich mit der Pausensirene per Doppelschlag 2:1 in Front (10.). »Wir waren gerade in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und lagen verdient in Führung«, befand Peter Wynhoff.

Ähnliches gelang nach dem Seitenwechsel dann Peter Peschel, der für den VfL Bochum den Spieß rumdrehte und mit einem Doppelpack binnen weniger Sekunden für die 3:2-Führung sorgte (14.). Keine Minute später erhöhte Thomas Reis gar auf 4:2 (15.). Zwar brachte Chiquinho die alles versuchenden Borussen mit seinem zweiten Treffer noch mal heran (17.), doch erneut Peschel (18.) und abermals Reis in der Schlussminute (20.), sorgten für den am Ende verdienten 6:3-Sieg der Bochumer. »Wir haben unsere Chancen zum 3:1 nicht genutzt und sind dann klassisch ausgekontert worden«, grummelte Wynhoff und musste anerkennen: »Am Ende haben wir auch in der Höhe verdient verloren«.

»Jetzt müssen wir gegen Duisburg gewinnen, sonst ist es schon vorbei«, wusste Oliver Neuville hinterher um die Wichtigkeit des letzten Gruppenspiels. Zunächst aber schien die Laumen-Truppe mit dem Druck des Gewinnenmüssens alles andere als gut zurecht zu kommen.

Denn unter den Augen von Noch-Leih-Herthaner Elias Kachunga und Borussen-Profi Julian Korb, der bei den Zebras seinem Vater und früheren MSV-Profi Michael Korb die Daumen drückte, waren es die Gäste aus dem Ruhrpott, die gut los legten und bereits nach 45 Sekunden die erste Chance zu verzeichnen hatten. Ivica Grlić brachte das Leder aber nicht im Tor unter (01.). Doch der zweite Schuss des heutigen MSV-Sportdirektors saß dann und brachte die Zebras mit 1:0 in Führung (02.).

Und setzte Anagnostou das Spielgerät nach Vorlage von Albertz knapp am Tor vorbei (03.), so nutzte der MSV eine Kontermöglichkeit und erhöhte in Person von Uwe Weidemann auf 2:0 (04.). Nun musste die Weisweiler Elf natürlich kommen, während sich die ‚alten‘ Haudegen des MSV die Sache erst mal in Ruhe anschauen konnten.

Die Borussen nahmen das Heft in die Hand und drängten auf den Anschlusstreffer, doch die Zebras stellten gut zu und boten wenig Raum zur Entfaltung. So mussten Distanzschüsse für Gefahr sorgen. Nach einem solchen zimmerte Marco Villa das Leder unter die Unterkante des Querbalkens (08.). Mehr sollte für die Fohlen im ersten Durchgang aber nicht herausspringen, so dass es aus ihrer Sicht mit einem 0:2-Rückstand zum Seitenwechsel ging.

Nach diesem war es dann Oliver Neuville, der gut und gerne für den frühen Anschlusstreffer hätte sorgen können, doch der Ex-Nationalspieler hämmerte die Kugel an die Torlatte (11.). Die Uhr lief nun gegen die Borussen, die in der Folgezeit weiter den Weg nach vorne suchten.

Dann belohnten sie sich für ihre Bemühungen. Nach einer schönen Kombination schob Anagnostou zum 1:2-Anschlusstreffer ein (14.). Nun schien der Knoten beim VfL geplatzt. Denn fortan setzte er den MSV vermehrt unter Druck und kam zu weiteren Möglichkeiten. Erst scheiterte Villa mit einem sehenswerten Seitfallzieher an Schlussmann Dirk Langerbein (16.), ehe Jörg ‚Ali‘ Albertz den Hammer rausholte und zwei Minuten vor der Schlusssirene zum 2:2-Ausgleich traf.

Und hatte man sich unter den VfL-Anhängern wohlmöglich schon mit einem 7-Meterschießen abgefunden, so sorgte Neuville mit seinem Treffer in der 19. Minute für den umjubelten 3:2-Sieg. »Wir haben es nach der Führung ruhig über die Bühne gebracht und sind am Ende auch als verdienter Sieger vom Platz gegangen«, sagte Wynhoff.

Die Weisweiler Elf hatte also ihre Hausaufgaben gemacht und musste nun auf das abschließende Gruppenspiel zwischen Bochum und Duisburg schauen. Da behielten die stark aufspielenden Bochumer gegen Duisburg souverän mit 4:1 die Oberhand und schlossen somit die Gruppe A verlustpunktfrei als Spitzenreiter ab. Dahinter postierten sich die ‚Alt‘-Borussen mit 3 Punkten und 6:8 Toren, während Duisburg mit 0 Zählern und 3:7 Punkten ausgeschieden war.

Somit stand der Titelverteidiger nach holprigem Start im Halbfinale und traf dort auf die Traditionsmannschaft von Rot-Weiss Essen, die die Gruppe B mit 4 Punkten gewann. Beide Mannschaften starteten abwartend in die Partie und waren zunächst darauf bedacht, nicht in Rückstand zu geraten. Den Borussen gelang dies vier Minuten, ehe Stefan Lorenz RWE mit 1:0 in Führung brachte. Vier Minuten später sorgte Schneider für den 1:1-Ausgleich (08.) und Marco Villa drehte die Partie eine Minute vor der Pause mit seinem Treffer zur 2:1-Führung (09.).

Erneut hatte die Weisweiler Elf also einen Rückstand in eine Führung umgemünzt. Und diese gaben sie nach dem Seitenwechsel auch nicht mehr her. Im Gegenteil: Die Borussen blieben spielbestimmend, marschierten kontrolliert nach vorne und legten nach. Martin Schneider  in der 15. und Chiquinho in der 19. Spielminute räumten dann mit ihren Toren zum 3:1 und 4:1 letzte Zweifel auf eine erneute Finalteilnahme der Borussen aus. In der Schlussminute sorgte Toni Kotziampassis lediglich für Ergebniskosmetik (20.).

Die Weisweiler Elf stand also erneut im Finale des Onlineprinters Cups, das zweimal zwölf Minuten beinhaltete, und bekam es hier mit der Traditionsmannschaft von Borussia Dortmund zu tun, die sich im Halbfinale überraschend gegen den VfL Bochum durchgesetzt hatte. Von Beginn an entwickelte sich eine muntere und offene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Erst drosch Neuville das Leder nach einem Konter über das Tor (03.), dann ereilte Steffen Karl gleiches Schicksal (04.).

Sechs Minuten später hatte Michael Rummenigge die erste Großchance, doch der Ex-Profi traf frei vor Kässmann lediglich den Pfosten (10.). Doch dann nutzte der 48-Jährige seine zweite Möglichkeit und brachte den BVB mit 1:0 in Front (11.). Dabei blieb es dann bis zum Seitenwechsel auch deshalb, weil die gut organisierten Hausherren die Fohlen nicht zur Entfaltung kommen ließen.

In der zweiten Halbzeit verteidigte der BVB den knappen Vorsprung mit allem, was sie hatten und machten der Laumen-Truppe das Leben schwer. Dazu hatten sie in Jörg Kühl einen starken Rückhalt, der in der Tat kühlen Kopf behielt und so auch gegen den Hammer von Albertz auf dem Posten war (17.). Dann aber erhöhte die Weisweiler Elf den Druck und belohnte sich mit einem Doppelschlag. Erst sorgte Chiquinho für den 1:1-Ausgleich (21.), ehe Wynhoff zum 2:1 traf (22.).

Gladbach drehte nun auf, während bei den Hausherren der Widerstand brach und die Kräfte schwanden. Und eine Minute vor Schluss machte dann Jörg Jung nach Vorlage von Neuville mit seinem Treffer zum 3:1 den Deckel drauf (23.), ehe Oliver Neuville zum 4:1 einnetzte und den Schlusspunkt unter die Partie setzte.

So durften sich die Borussen am Ende über die Titelverteidigung freuen und den Siegerpokal in den Händen halten. »Dortmund hat sehr geschickt gespielt und hat uns kommen lassen. Für uns war es dann auf dem engen Spielfeld nicht so einfach, die richtige Lösung zu finden«, sagte Teamchef Herbert Laumen. »Das hat dann nachher aber ganz gut geklappt«.

»Es ist toll, dass wir wieder gewonnen haben.  Einen Titel zu verteidigen ist nicht so einfach. Das genießen wir jetzt«, strahlte Chiquinho. »Wir haben gewusst, dass Dortmund gegen Bochum richtig clever und auf Konter gespielt hat. Darauf haben wir uns eingestellt. Nach dem dritten Tor war die Sache dann erledigt«.

Neben dem Pokal darf sich die Weisweiler Elf über die erneute Teilnahme am FlexStrom-Cup, dem bedeutendsten Hallenturnier für Traditionsmannschaften, freuen. »Wir wollten unbedingt nach Berlin. Diesmal wollen wir es dort aber besser machen, als in den beiden Jahren zuvor«, so Herbert Laumen.

Ausgetragen wird das Turnier am 12. Januar in Berlin. Dabei treffen die Borussen in der Max-Schmeling-Halle in Vorrunden-Gruppe A auf Titelverteidiger Bayer Leverkusen und die ‚Galaktischen‘ von Real Madrid.

»Berlin ist eine tolle Veranstaltung und für Traditionsmannschaften ein Highlight«, sagte Jörg Jung. »Wir freuen uns, dass wir wieder dabei sein dürfen und wollen es dieses Mal besser machen«.

»Es hat riesen Spaß gemacht. Wir haben nicht gut angefangen, am Ende aber verdient den Titel geholt«, strahlte Oliver Neuville. »Jetzt fahren wir wieder nach Berlin und darüber freuen wir uns sehr«.

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