»Wollen gewinnen, um oben dran zu bleiben«

Vor dem Spiel beim ‚Club'

Am kommenden Sonntag gastiert Borussia Mönchengladbach beim 1. FC Nürnberg und will aus dem Frankenland etwas Zählbares mitnehmen. Borussias Trainer Lucien Favre muss bei diesem Vorhaben neben Patrick Herrmann wohlmöglich auch auf Alexander Ring verzichten.

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Jubel - Wie im Hinspiel wollen die Borussen am Sonntag gewinnen. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Der Finne stand unter der Woche im Testspiel gegen Österreich für sein Heimatland 76 Minuten auf dem Platz und laboriert seit dem an muskulären Problemen im Oberschenkel. Während ansonsten alle Nationalspieler beschwerdefrei von ihren Länderspieleinsätzen zurückgekehrt sind und demnach zur Verfügung stehen, so arbeitet ein anderer fieberhaft an seiner Rückkehr auf den Platz.

Patrick Herrmann, der sich im Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern einen Schlüsselbeinbruch zuzog, befindet sich bereits in den Anfängen seiner Reha-Maßnahmen und auf dem Weg der raschen Genesung. »Mir geht es soweit ganz gut. Es wird von Tag zu Tag besser«, sagte Herrmann am Freitag und ist guter Dinge.

Nicht von Tag zu Tag, sondern erst beim Abschlusstraining am Samstag wird Favre indes wieder der komplette Kader zur Verfügung stehen. Gerade aufgrund der zahlreichen Länderspielabstellungen hatte der Übungsleiter unter der Woche eine überschaubare Trainingsgruppe zur Verfügung. »Wir waren in dieser Woche nur sieben bis acht Spieler. Aber das gehört dazu und können wir nicht ändern. Das Problem haben die anderen Mannschaften in Deutschland und in der Welt auch«, wollte sich Favre auf der Pressekonferenz am Freitag nicht beklagen.

Ebenso beklagt sich Favre auch nicht über den Ausfall von Patrick Herrmann. Wenngleich ein schmerzvoller, so wird der VfL-Coach diesen auch in Nürnberg zu kompensieren wissen. Dahingehend, ob er dies wie in der Vorwoche gegen den HSV mit Marco Reus auf rechts und Igor de Camargo in der Offensive tun wird oder ob gar nun Yuki Otsu die Rolle im rechten Mittelfeld einnimmt, ließ sich der Schweizer nicht in die Karten schauen.

»Ich weiß noch nicht, mit wem ich am Sonntag spielen werde«, hielt sich Favre am Freitag bedeckt. »Wir werden am Samstagmorgen einmal mit der kompletten Mannschaft trainieren und dann werde ich mir Gedanken zur Aufstellung machen«.

Wohlmöglich wird es aber erneut de Camargo sein, der an der Seite von Mike Hanke beginnen wird, wenngleich gerade Reus in der Offensive besser zur Geltung kommt. In den Gedanken wohl eher lediglich eine untergeordnete Rolle spielt dabei Yuki Otsu - zumindest was einen Platz in der Anfangsformation betrifft. »Yuki braucht noch Zeit. In Deutschland wird ein ganz anderer Fußball gespielt als in Japan«, gibt Favre zu bedenken und wirbt um Geduld.

Gleiches gilt für Alexander Ring. »Auch er braucht noch Zeit«, so Favre und verwies auf Roman Neustädter, der sich erst unter dem Schweizer so richtig zum Stammspieler entwickelte. »Roman Neustädter kam zwar schon 2009 zur Borussia, aber auch er brauchte Zeit«, sagte Favre. »Ihn habe ich in dieser Saison zu einem der besten Sechser in der Bundesliga gemacht«.

Derweil wollen die Borussen in der Bundesliga weiter auf der Erfolgsspur bleiben und beim ‚Club' punkten. Das aber mit dem Wissen, dass die Truppe von Dieter Hecking die letzten beiden Spiele gewonnen und sich gerade in der Defensive verbessert hat. »Ich habe von Nürnberg mehrere Spiele gesehen. Sie sind besser geworden als in der Hinrunde. Durch die neuformierte Abwehrreihe haben sie an Stabilität gewonnen«, sagte Favre. »Sie spielen sehr intelligent und sind gerade bei Standards mit den kopfballstarken Spielern, wie zum Beispiel Wollscheid und Pekhart, brandgefährlich«.

»Ich habe diese Woche einige Videos von Nürnberg gesehen. Es ist eine kampfstarke Mannschaft, die defensiv sehr kompakt steht und gegen die es schwer sein wird, eine Lücke zu finden«, ist de Camargo der gleichen Meinung.

Und um eben eine Lücke zu finden und um den Tabellenzehnten in die Schranken zu weisen, müssen die Borussen gerade auch bei der spielerischen Komponente im Gegensatz zum Spiel gegen den HSV wieder eine Schippe drauflegen. »Wir haben gegen Hamburg unter unserem Niveau gespielt«, weiß de Camargo und gibt die Parole aus: »In Nürnberg wollen wieder an unsere Leistungen der ersten Rückrunden-Spiele anknüpfen und beim Club gewinnen, um oben dran zu bleiben«.

»Ich habe mir das Spiel gegen Bremen angeschaut. Auch wenn das Tor vielleicht etwas glücklich gefallen ist, war der Sieg für Nürnberg verdient«, sagt Patrick Herrmann und prophezeit: »Nürnberg hat über die bisherige Saison seine Qualitäten gezeigt. Wie jedes Bundesligaspiel wird auch das ein schweres. Und wie in jedem wird es auch dort für uns schwer, wenn wir nicht 100 Prozent geben und abliefern«.

»Wir wissen um unsere Qualitäten, aber in einem Bundesligaspiel können immer unvorhersehbare Dinge passieren«, so Herrmann weiter, der seinen Mannschaftskollegen am Sonntag vom Fernseher aus die Daumen drücken wird. »Wenn wir aber unsere Leistung abliefen, dann haben wir auf jeden Fall gute Chancen, zu gewinnen«.

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