»Können und sollten uns über Platz vier freuen«

Nach dem letzten Heimspiel gegen Augsburg

Es war wahrlich keine Fußball-Feinkost, die Borussia Mönchengladbach auf dem Rasen beim torlosen Remis im letzten Heimspiel gegen den FC Augsburg geboten hatte. Und weil die Borussen damit die Chance auf die direkte Champions League-Teilnahme verspielten, zeigten sich die Protagonisten kurz nach dem Spiel verständlicherweise zwar etwas ‚angefressen', dennoch überwog unter dem Strich dennoch die Freude über einen nicht mehr zu nehmenden tollen vierten Platz.

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Die Borussen feiern den vierten Platz - Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

»Wir können besser spielen, keine Frage«, wusste auch Roel Brouwers um die eher maue Darbietung gegen die Schwaben. »Wir hatten insgesamt die besseren Chancen, aber es war ein schweres Spiel«. Ein Spiel, in dem sich der Niederländer und seine Teamkollegen gegen die von Beginn an intelligent verteidigenden Augsburger schwer taten.

Zwar hatten die Borussen Feldvorzeile und suchten den Weg vor das Tor der Fuggerstädter, doch dabei blieb es oftmals lediglich bei guten Ansätzen.

»Wir hatten zu wenig Durchschlagskraft, zu wenig Bewegung und zu viele technische Defizite bei der Ballannahme«, bemängelte Lucien Favre, der mit der Leistung seiner Mannschaft alles andere als zufrieden war. »Es ist schwer, gegen diese Mannschaft zu spielen. Das alles braucht man gegen sie, sonst bekommt man nicht viele Torchancen«.

Torchancen, von denen die Statistiker für den VfL im ersten Durchgang lediglich eine wirkliche notieren konnten. Nämlich die, als Mike Hanke das Spielgerät nach Zuspiel von Filip Daems im Fünfmeterraum nicht richtig unter Kontrolle brachte und über das Gehäuse drosch.

Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Weiterhin hatten die Borussen zwar in puncto Ballbesitz die Nase vorn, ließen jedoch nach wie vor Durchschlagskraft und zündelnde Ideen vermissen. »Letztlich haben wir gegen einen Gegner, der so tief gestanden und eigentlich Manndeckung gespielt hat, das Tor nicht gemacht, weil wir es trotz viel Ballbesitz nicht geschafft haben, uns Torchancen herauszuspielen«, monierte Mike Hanke.

»Am Ende war natürlich ein bisschen die Luft raus, dass muss man auch sagen. Man hat gemerkt, dass sich die Mannschaft heute schwer getan hat. Man hat ihr die lange und anstrengende Saison angemerkt«, sagte Max Eberl. »Sie wollte natürlich, was sie auch verbal wiedergegeben hat, aber der allerletzte Biss hat vielleicht gefehlt«.

Und weil dem so war und weil es im letzten Heimspiel an Esprit und kreativen Momenten fehlte, mussten sich die Borussen mit einem torlosen Remis begnügen. Ein Unentschieden, was allen voran Lucien Favre nicht so richtig schmeckte. »Ich bin über unsere Leistung etwas enttäuscht. Ein Punkt ist ein Punkt, aber wir haben zu wenig gemacht«, grummelte der VfL-Coach.

Wohl gerade auch deshalb dauerte es zunächst einige Minuten, eher der Schweizer vor die Nordkurve trat, um sich von den VfL-Anhängern feiern zu lassen. »Ich denke schon, dass sich Lucien Favre freut, aber er ist halt Perfektionist. Er möchte jedes Spiel erfolgreich gestalten«, wollte Eberl dem keine große Bedeutung schenken. »Ich denke, die Freude, die der Trainer hat, hat er für sich. Er zeigt sie nicht so nach außen aber ich denke jeder, der in dieser Saison an und um die Mannschaft gearbeitet hat, kann auch jetzt ein stück weit stolz sein«.

»Jetzt geht weder nach oben noch nach unten nichts mehr«, stellte Hanke fest, nach dem der vierte Platz und damit die Qualifikation zur Champions League manifestiert wurde. »Aber natürlich fällt es nach so einem Spiel in diesem Moment schwer, sich zu freuen, denn wir wollten unbedingt gewinnen, um am letzten Spieltag noch die Chance auf Platz drei zu wahren«.

»Wenn man mir die Frage übermorgen noch mal stellt, dann bin ich natürlich glücklich über den vierten Platz. Aber so kurz nach dem Spiel ist das schwer, weil wir oben noch einmal angreifen wollten«, so der Angreifer weiter. »Sicherlich haben wir eine enorm gute Saison gespielt und darauf können wir alle stolz sein«.

Und das kann der VfL trotz der verpassten Möglichkeit, noch auf dem direkten Wege in die Champions League einzuziehen, auch zweifelsohne sein. Zu Recht feierten die Borussen nach dem Spiel mit ihren Anhängern und bedankten sich bei ihnen mit dem Banner „Mit euch durch Europa: Danke Fans!". »Ich denke, wir können und sollten uns darüber freuen, dass wir jetzt definitiv Vierter sind. Wenn wir heute gewonnen hätten, hätten wir vielleicht noch Dritter werden können, aber wir müssen genießen, dass wir Vierter und in der Qualifikation zur Champions League sind«, sagte Roel Brouwers. »Wer hätte es letztes Jahr gedacht, dass wir so eine tolle Saison spielen. Von daher müssen wir zufrieden sein und können in Ruhe ein bisschen feiern«.

»Ich spüre keine Wehmut, sondern ich spüre nur, dass wir in dieser Saison etwas Großes geschafft und eine überragende Saison gespielt haben«, resümierte Eberl. »Nach hinten raus war Schalke stabiler als wir, deswegen haben sie verdient Platz drei behalten. Aber ich denke, wir brauchen uns für diese Saison nicht grämen«.

»Steine sind mir jetzt nicht vom Herzen gefallen, die sind mir letztes Jahr vom Herzen gefallen, als wir in der Relegation gegen Bochum gewonnen haben. Aber so wie wir dieses Jahr gespielt haben, kann man stolz auf die Mannschaft sein«, so der Sportdirektor weiter. »Eine Summe von vielen Kleinigkeiten hat dazu geführt, dass wir dieses Jahr eine überragende Saison gespielt haben«.

»Ich habe unglaublichen Respekt vor dem, was Lucien Favre hier seit seinem Amtsantritt geleistet hat. Borussia spielt eine fantastische Saison. Ich denke auf das, was Borussia dieses Jahr geleistet hat, können alle stolz sein«, lobte Augsburgs Trainer Jos Luhukay seinen ehemaligen Arbeitgeber und fügte an: »Ich wünsche Borussia auch für das nächste Jahr unglaublich viel Erfolg und alles Gute«.

Und in der kommenden Saison haben die Borussen nach einer tollen Saison eben die Möglichkeit, neben dem sicheren Einzug in die Gruppenhase der Europa League, auch noch die Chance, in die Champions League einzuziehen. »Das ist einfach geil«, strahlte Brouwers und brachte es auf den Punkt. »Da wir nicht gesetzt sind, werden wir einen schweren Gegner bekommen. Aber es sind zwei schöne Spiele und da müssen wir versuchen weiterzukommen. Jetzt möchten wir auch in die Gruppenphase der Champions League«.

»Wir haben eine super und stabile Saison gespielt und haben den vierten Platz verdient. Man darf nicht vergessen, wo wir waren, als ich im Januar 2009 gekommen bin«, sagte Dante, der den VfL zum Saisonende in Richtung FC Bayern verlässt. »Jetzt verlasse ich den Verein als Vierter. Das ist super. Der Verein steht sportlich gut da und ist finanziell gesund. Darüber bin ich sehr froh. Also Kopf hoch...«.

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