FRAGEZEICHEN HINTER DAHOUD, WEITER IM DIALOG MIT NORDTVEIT

»Hilft niemandem, panisch zu werden«

von Kerstin Völkel und Andreas Plum

Steuert mit den Fohlen den ersten Sieg an - André Schubert. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de
Steuert mit den Fohlen den ersten Sieg an - André Schubert. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Für Borussia Mönchengladbach steht am morgigen Freitag das zweite Heimspiel der Rückrunde an. Im Spiel gegen den SV Werder Bremen sollen nun die ersten Punkte aufs Konto. Am Donnerstag äußerten sich Trainer André Schubert und Sportdirektor Max Eberl auf der turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem Spiel. 

André Schubert über:

… die personelle Situation:

Mo Dahoud hat trainiert, hat ne neue Schiene bekommen. Wir gucken, wie er damit klar kommt. Heute im Training war es ordentlich. Die neue Schiene ist deutlich kleiner als die erste und behindert ihn weitestgehend nicht mehr. Wenn Mo spielen könnte, würde das natürlich unsere Handlungsoption natürlich erhöhen. Ob es reicht, werden wir erst morgen entscheiden können. Im Moment sieht es gut aus. Martin Stranzl hat seine Rückenprobleme auskuriert und hat wieder mit der Mannschaft trainiert. Ansonsten bleibt es beim bisherigen Stand.

 ... André Hahn und Patrick Herrmann:

Belastung wir immer mehr gesteigert, arbeiten langsam wieder mit dem Ball, wenn sie das alles überstanden haben ohne jegliche Beschwerden, dann können sie wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Jetzt werden die Grenzen ausgetestet. Bei André Hahn ist es so, dass eine Muskelverhärtung da ist, aber mit der steigenden Belastung und der längeren Pause ist klar, dass muskulär das ein oder andere Mal zwicken kann. Wir rechnen zeitnah mit einer Rückkehr von beiden. Das kann schnell gehen. Das kann nächste Woche sein, das kann aber auch noch ein paar Tage dauern. Beide sind heiß und wollen gerne wieder mit der Mannschaft arbeiten.

… Ibrahima Traoré:

Er ist ein Dribbler, der das Eins-gegen-Eins sucht. Ich kann ihm ja nicht auf die Schulter klopfen wenn es klappt und ihn dann dafür verurteilen, wenn es nicht funktioniert. Wir müssen immer sehen, wo man das macht. In der eigenen Hälfte ins Dribbling zu gehen macht jetzt nicht so viel Sinn. Aber in der gegnerischen Hälfte, wenn wir dahinter gut geordnet sind, wenn wir daraus eine Torsituation entstehen lassen können, ist das natürlich auch gewollt im Fußball.

… den Gegner Werder Bremen:

In der Tat sind sie sehr gut aus der Winterpause gekommen. Sie haben physisch eine sehr starke Mannschaft, das haben wir ja zuletzt im Pokal gesehen. Sie haben sehr viele groß gewachsene und kopfballstarke Spieler, spielen phasenweise auch hohes Pressing und attackieren früh, bieten dafür aber auch immer wieder Räume an. Haben eine Reihe von Toren geschossen, aber auch ein paar bekommen. Bremen ist eine sehr aggressive Mannschaft. Vier Punkte aus den letzten beiden schweren Spielen zu holen, ist sicherlich bemerkenswert. Wir kennen sie ja noch aus dem Dezember, von daher sind wir da ganz gut vorbereitet.

… was man besser machen will, als zuletzt im Dezember:

Wir haben natürlich aus dem Bremen-Spiel gelernt, versuchen uns aber generell in jedem Spiel zu verbessern. Grundsätzlich müssen wir beachten, dass wir einen geordneten Spielaufbau haben, schon im Aufbau gut nachrücken und dass, wenn wir in die Tiefe kommen, die Rückräume besetzen, um im Falle eines Ballverlusts dahinter gut geordnet zu sein. Zudem müssen wir uns morgen auch ein wenig auch den Platzverhältnissen anpassen und auch mal den einen oder anderen langen Ball mehr spielen als das vielleicht im Sommer der Fall ist.

... die Aufstellung:

Es hängt immer ein bisschen auch mit der Leistung im Training zusammen und mit dem, was auf dem Feld passiert. Die Jungs, die jetzt auch rein gekommen sind, gerade Branimir Hrgota und Thorgan Hazard, haben es sehr gut gemacht und haben für sehr viel Belebung im Spiel gesorgt. Und das ist ein Prozess. Wenn du jemanden verdrängen willst, dann musst du im Training eine bessere Leistung und im Spiel zeigen, dass du eine Alternative bist. Das ist der Weg in die Mannschaft. Und da haben die Einwechselspieler letzte Woche eine Leistung gezeigt, die sehr gut war.

… die zwei Auftakt-Niederlagen:

Wir haben aus der Saison gelernt, dass es nicht heißt, dass man ein sechstes Mal verliert, wenn man fünf Mal verloren hat. Und wenn man sechs Mal gewonnen hat, dann heißt das nicht, dass man sieben Mal gewinnt. Jetzt haben wir zwei Mal verloren und wollen es das nächste Mal wieder besser machen. Wir arbeiten jede Woche gleich. Wir analysieren das Spiel und schauen, was haben wir gut gemacht, was haben wir nicht so gut gemacht und versuchen daran zu arbeiten. Wir betrachten die personelle Situation und es hilft doch überhaupt niemandem, da panisch zu werden. Wir haben in Mainz ein sehr gutes Spiel gemacht, waren klar überlegen, haben kaum Torchancen zugelassen und haben einen Fehler gemacht, der bestraft worden ist. Das ist ärgerlich. Wir hatten vorne 6-7 sehr gute Chancen, die wir nicht genutzt haben. Jetzt arbeiten wir daran, den einen Fehler zu vermeiden und vorne die Torchancen zu nutzen und noch mehr Torchancen heraus zu spielen. Wenn es grundsätzliche Dinge gibt an denen wir arbeiten müssen, dann tun wir das mit aller Ruhe und Konzentration die dazu gehört.

… die negative Bilanz bei Freitagabend-Spielen:

Mit den Statistiken beschäftigen wir uns nicht. Morgen ist Freitag, das können wir nicht ändern. Wir gehen konzentriert in das Spiel. Ob jetzt Freitag ist, der 5., 13., 18., Weihnachten, Ostern ist, spielt für uns keine Rolle. Es sagt mit hoher Wahrscheinlich nichts über das Ergebnis aus, wann das Spiel stattfindet.

… Håvard Nordtveit und den Ketchup-Effekt:

Es ist immer eine Entwicklung. Du hast mal gute, mal schlechte Phasen. In der Formtabelle vom 6.-19. Spieltag sind wir Dritter, punktgleich mit Dortmund. Dortmund hatte zwischendrin mal ne Phase, in er es nicht so gut lief, die hatten wir am Anfang. Jetzt haben wir ne Phase, aus der wir nicht so 100%ig aus der Winterpause gekommen sind. Wir haben einige Ausfälle. In Mainz hatten wir das erste Mal den Ausfall des kompletten defensiven Mittelfelds zu beklagen. Trotzdem haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, das wir halt leider nicht gewonnen haben. Man hat immer mal ne Phase, in der es nicht so gut läuft. Wir hatten eine Hinrunde, die uns alles zum Ende hin abverlangt hat. Die Jungs waren physisch wie auch psychisch absolut am Ende. Die Pause war sehr kurz. Und jetzt müssen wir versuchen, das nächste Spiel wieder zu gewinnen.

… Knackpunkt Manchester:

Wir haben gegen Manchester City eine überragende erste Hälfte gespielt, in der zweiten Halbzeit konnten wir körperlich nicht mehr gegenhalten. In der Schlussphase konnten wir die Niederlage dann nicht vermeiden. Wir wussten ja auch, dass uns eine Niederlage nicht mehr reichen würde, weil Turin nicht den notwendigen Punkt geholt hat. Darüber waren wir auch traurig. Gegen Bremen im Pokal hatten wir es dann ordentlich gemacht, nach dem 2:2 hätten wir das Spiel gewinnen können, da waren wir in der Defensive bei Ballverlusten aber noch ungeordneter als wir es heute sind. Gegen Darmstadt haben wir dann wieder gewonnen. Gegen Dortmund haben wir dann verloren, weil Dortmund einfach einen Ticken weiter war und weil sie an dem Tag eben so stark waren, dass wir das nicht verteidigen konnten. Und gegen Mainz waren wir die bessere Mannschaft.

… Josip Drmić:

Wir haben mit Raffael, Lars Stindl, Branimir Hrgota, Thorgan Hazard und eben Josip Drmić fünf Spieler, die ihre Stärken im Angriff haben. Ich habe am Wochenende noch einmal mit Josip gesprochen. Er hat mir gesagt, dass er im Hinblick auf die EM unbedingt spielen möchte und dafür Spielpraxis braucht. Das konnte ich ihm bei uns nicht garantieren, weil es Lars und Raffa einfach überragend machen, deshalb haben wir uns am Ende zu der Leihe entschieden. Wir haben es noch nicht geschafft, Josip optimal in unser System zu integrieren. Ich kann ihm absolut nichts vorwerfen. Er ist ein vorbildlicher Profi, der immer super gearbeitet und nicht den Hauch von schlechter Stimmung verbreitet hat. Wir hoffen nun, dass er beim HSV viele Einsatzzeiten bekommt und freuen uns darauf, dass er zur Vorbereitung auf die neue Saison wieder zu uns zurückkommt.

Max Eberl über…

… die Entwicklung der Mannschaft:

Erwarten kann man, dass die Mannschaft alles raus hat, was sie hat. Wir hoffen, dass dieses alles Raushauen auch zum Erfolg führt. Einen Sieg kann man nicht erwarten, die Bundesliga ist einfach ein unfassbar enger Wettbewerb, in denen Kleinigkeiten wie Tagesform, Fehler machen oder nicht, Torchancen nutzen oder nicht, entscheiden können. Was man verlangen kann ist, dass man alles gibt. Und das werden sie. Und dann wird man sehen, was dabei raus kommt.

Håvard Nordtveit:

Uns würde es sehr freuen, wenn er verlängert. Wir wollen es unbedingt und wir haben eine sehr gute Zeit zusammen, die hoffentlich noch nicht zu Ende ist. Wir führen immer wieder den Dialog.

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