Es bleibt dabei: Borussia kann zu Hause nicht gewinnen

17.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV 1:2 (0:0)

Mit 1:2 verliert Borussia Mönchengladbach im letzten Heimspiel des Jahres gegen den Hamburger SV und überwindert somit als abgeschlagener Tabellenletzter. Vor 42.253 Zuschauern im Borussia-Park glich Igor de Camargo die Führung durch Elia aus, ehe Piotr Trochowski durch einen direkt verwandelten Freistoß für den Sieg der Hanseaten sorgte.

Gegen die Hanseaten musste Borussias Trainer Michael Frontzeck musste auf die verletzen Abwehrspieler Bamba Anderson, Roel Brouwers, Dante sowie den gelbgesperrten Tobias Levels verzichten. Auf der anderen Seite stand Marco Reus nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder zur Verfügung.

Gegen den Tabellensiebten aus Freiburg bot Borussias Trainer im Vergleich zur Heimniederlage gegen Hannover vier neue Spieler auf: Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Jens Wissing, Roman Neustädter und Marco Reus rückten in die Startelf. Roel Brouwers, Tobias Levels, Karim Matmour und Mo Idrissou blieben gegenüber der Vorwoche draußen.

Während Sebastian Schachten für den gesperrten Levels die rechte Abwehrseite besetzte, so kam links Jens Wissing zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz von Beginn an. Kapitän Filip Daems und Jan-Ingwer Callsen-Bracker bildeten die Innenverteidigung.

In dem zuletzt alles andere als sattelfesten Defensivverbund baute Michael Frontzeck eine zusätzliche Absicherung im defensiven Mittelfeld ein. So postierte sich Roman Neustädter zwischen der Viererabwehrkette und der wie gewohnt von Thorben Marx und Michael Bradley gebildeten „Doppel-6“. Marco Reus begann der auf der rechten und Juan Arango auf der linken Mittelfeldseite. Igor de Camargo agierte als einzige Sturmspitze.

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt benötigten beide Mannschaften einige Zeit, um aufzutauen. Dem HSV gehörten zwar die ersten Spielminuten, gefährlich in Tornähe gelangen sie dabei jedoch nicht. Was auch daran lag, dass der VfL auf der anderen Seite im Verbund geschlossen gegen den Ball arbeitete.

Zudem kamen die „Fohlen“ zu gelegentlichen Vorstößen. Erstmalig zeigten sich die Hausherren nach wenigen Minuten vor dem Tor, als Hamburgs Torhüter Frank Rost dem alleine heraneilenden Igor de Camargo zuvor kam und im letzten Moment klären konnte (04.). Vier Minuten später konnte die Borussia den ersten Eckstoß verzeichnen, nach dem Frank Rost im Strafraum den Schuss von Marco Reus, den Sebastian Schachten mit einem schönen Pass in die Gasse in Szene gesetzt hatte, entschärfen konnte (08.).

Gladbach zeigte sich weiterhin gut organisiert, ließ hinten wenig anbrennen und agierte mit leichten Vorteilen. So gehörte auch die nächste vielversprechende Torchance den Gastgebern. Igor de Camargo legte im Strafraum per Kopfball auf Michael Bradley ab, der das Spielgerät im Anschluss jedoch nicht voll erwischt, sodass Hamburgs Schlussmann vor keine große Prüfung gestellt wurde (19.). Drei Minuten die zweite aber nichts einbringende Ecke für den VfL (22.).

Borussia kam weiter zu guten Möglichkeiten, ließ diese jedoch auf der Strecke, da die letzte Konsequenz und Durchschlagskraft fehlte. Nach Flanke von Juan Arango zog Michael Bradley im Strafraum ab, fand dabei aber in Frank Rost seinen Meister (25.). Nur kurze Zeit später hätte die ‚Torfabrik“ erstmals im Netz des HSV zappeln können. Juan Arango reagierte blitzschnell, nach dem Frank Rost einen Befreiungsschlag zu kurz abwehrte und den Venezolaner direkt in den Fuß spielte. Nur wenige Zentimeter rauschte der Lupfer auf das leere Tor am rechten Pfosten vorbei (26.).

Bis dato und auch im weiteren Verlauf machte die von Michael Frontzeck verstärkte Defensive einen tadellosen Job und ließ den HSV nicht zur Entfaltung kommen, wenngleich die Hanseaten über weite Strecken unsichtbar blieben. Den ersten wirklichen Torschuss brachte die Truppe von Armin Veh nach 34 Minuten zustande. Dabei scheiterte Paolo Guerrero mit seinem Schuss aufs kurze Eck an Christofer Heimeroth.

Auf der anderen Seite sorgte der agile Michael Bradley für Wirbel. Nur mit Mühe konnte der US-Boy von der HSV-Abwehr am Abschluss gehindert werden (35.). Das sollte es nach 45 Minuten an Nennenswerten gewesen sein. Die Borussia stand sicher, arbeitete gegen den offensivschwachen HSV gut gegen den Ball und erarbeitete sich teils beste Chancen heraus. Da im Abschluss jedoch die letzte Durchschlagskraft fehlte, ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Zunächst war es der Hamburger SV, der dabei einen Blitzstart erwischte und wenige Sekunden nach Wiederanpfiff  den ersten Treffer des Abends erzielte. Jonathan Pitroipa legte im Strafraum mit der Hacke auf Eljero Elia ab, der Heimeroth tunnelte und so zur 0:1-Führung für die Gäste einschob (46.).

Ein Schock für die Borussen, die sich dadurch jedoch nicht aus der Bahn werfen ließen. Im Gegenteil, denn postwendend schlug der VfL zurück. Michael Bradley setzte sich auf der linken Seite durch und schlug eine Flanke in den Fünfmeterraum. Dort setzte sich Igor de Camargo im Luftkampf gleich gegen zwei HSV-Abwehrspieler durch köpfte aus drei Metern zum 1:1-Ausgleich ein (48.).

Dies schien die Akteure inspiriert zu haben, denn In der Folgezeit war mehr Schwung und Tempo in der Partie. Gladbach suchte dabei weiter den Vorwärtsgang. Bradley versuchte sich aus der Distanz, Rost klärte zur Ecke. Nach dieser verpassten gleich zwei Borussen in der Mitte (57.).

Während der HSV in der Folgezeit stärker wurde, dabei jedoch keine entscheidenden Nadelstiche setzten konnte, so wollte die Borussia den Konter. Zwanzig Minuten vor Schluss spielte Bradley Thorben Marx frei, doch dem versagten frei vor Rost die Nerven (70.). Zwei Minuten der nächste Rückschlag für den VfL.

Sebastian Schachten brachte Dennis Aogo auf seiner Seite zu Fall, was ihm die gelbe Karte bescherte. Den fälligen Freistoß brachte Piotr Trochowski auf den kurzen Pfosten, wo Guerrero Heimeroth irritierte, der Ball rutschte durch und fand glücklich den Weg in die Maschen zum 1:2 für den HSV (72.).

Von diesem erneuten Rückschlagt erholten sich die Borussen in der Folgezeit nicht mehr. Michael Frontzeck brachte mit Mo Idrissou für den starken Michael Bradley und mit Patrick Herrmann für Thorben Marx zwar noch zwei frische Leute, dazu beitragen, das Spiel zu drehen konnten sie allerdings nicht.

Die „Fohlen“ waren gelähmt und konnten keine Nadelstiche mehr setzten, während der Hamburger SV noch Möglichkeiten besaß, das Ergebnis auszubauen. Dabei hatten die Hanseaten sieben Minuten vor Schluss ihre beste Möglichkeit. Guerrero donnerte seinen Schuss an linken Pfosten, den Nachschuss von van Nistelrooy wusste Christofer Heimeroth mit einem Blitzreflex zu entschärfen (83.).

Es blieb letztendlich bei der 1:2-Niederlage, bei der es nach Schlusspfitt totenstill war und nach der sich die Borussen mit lediglich zehn Punkten auf der Habenseite in die Winterpause verabschieden. Die sportliche Situation bleibt also prekär, nahezu aussichtslos und die rote Laterne wird  am Tannenbaum heller leuchten, als vielleicht  je zuvor...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Schachten, Callsen-Bracker, Daems, Wissing - Neustädter - Bradley (78. Idrissou), Marx (81. Herrmann) - Reus, Arango - de Camargo

Weiter im Kader: ter Stegen (ETW), Jantschke, Meeuwis, Bäcker, Matmour

Hamburger SV: Rost - Rincón, Bešić, Westermann, Aogo - Jarolim, Trochowski - Choupo-Moting (60. van Nistelrooy), Elia (90.+1 Tesche), Pitroipa (88. Ben-Hatira) - Guerrero

Weiter im Kader: Drobný (ETW), Pressel, Torun, Son

Tore: 0:1 Elia (46.), 1:1 de Camargo (48.), 1:2 Trochowski (72.)

Gelbe Karten: Schachten / -

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

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