2:1! Borussia siegt bei Bayer 04 und festigt Platz drei

26. Spieltag: Bayer 04 Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:1)

Dank des späten Treffers von Igor de Camargo gelang Borussia Mönchengladbach am Samstag mit dem 2:1-Sieg bei Bayer Leverkusen der 200. Bundesliga-Auswärtssieg und festigte damit zudem den dritten Tabellenplatz. Vor 30.210 Zuschauern in der BayArena hatte Marco Reus die Fohlen zunächst in Front gebracht, ehe Kießling ausgleichen konnte.

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Der Siegtorschütze - Igor de Camargo. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Borussias Trainer Lucien Favre musste in Leverkusen neben Patrick Herrmann auch auf den gelbgesperrten Tony Jantschke verzichten. Dagegen stand Roel Brouwers nach seiner überstandenen Magen-Darm-Grippe zur Verfügung. Und während der Niederländer auch gleich in die Startformation rückte und an der Seite von Dante verteidigte, so nahm Martin Stranzl die Position des Rechtsverteidigers ein.

Ansonsten nahm der VfL-Coach im Vergleich zum Remis gegen Freiburg aus der Vorwoche keine weiteren Änderungen vor. Was auch bedeutete, dass Alexander Ring gegen seinen Ex-Club nicht wie im Vorfeld spekuliert zu seinem Startelfdebüt kam, sondern zunächst auf der Bank Platz nahm.

Ansonsten waren die Rollen in der BayArena klar verteilt: Die Borussen wollten ihren dritten Tabellenplatz, der bekanntlich an der Teilnahme an der Champions League berechtigt, festigen und einen weiteren Schritt in Richtung Europa machen, die Werkself wollte sich für die Schlappe in Wolfsburg rehabilitieren und zugleich im Kampf um die begehrten Champions League- Plätze Boden gut machen.

Und von Beginn an waren es die Borussen, die mit mehr Ballbesitz ausgestattet und früh störend, ihre Ansprüche untermauerten. Allerdings sprangen bei den Angriffsbemühungen zunächst keine Tormöglichkeiten heraus. Doch mit der ersten Gelegenheit verpasste der VfL der Bayer-Elf eine kalte Dusche und brachte sich mit 1:0 in Front. Nach Pass von Daems leistete sich Schwaab einen dicken Patzer, den sich Reus zu nutzen machte. Borussias Rakete zündete sofort, lief alleine auf Bernd Leno zu und versenkte die Kugel am Bayer-Keeper vorbei ins rechte Eck (07.).

Ein Auftakt nach Maß für die Borussen, die mit der Führung im Rücken in der Folgezeit das Geschehen unter Kontrolle hatten und wenig anbrennen ließen. Und sich zudem auch weiter vor dem Tor der Gastgeber zeigten. Erst hatte Leno beim Schuss von Reus keine großen Probleme (13.), ehe Wendt aus spitzem Winkel neben das Tor schoss (15.).

Derweil setzten die Gastgeber eine Minute später den ersten nennenswerten Nadelstich. Renato Augusto zog aus etwa zwanzig Metern beherzt ab, drosch das Leder jedoch weit über die Torlatte (16.). Die Bayer-Elf hatte sich erstmals zu Wort gemeldet, gestaltete die Partie nun offener und war um den Ausgleich bemüht. Großartig in Verlegenheit bringen konnten die Gastgeber den sicher stehenden und sich stets auf der Hut befindlichen VfL allerdings nicht. Somit konnten auch die ersten Eckstöße für die Werkself für keine Gefahr sorgen (28., 29.).

Während Leverkusen mehr machte, so lauerte die Favre-Truppe in gewohnter Manier auf Konter. Allerdings gingen die Borussen dabei etwas zu passiv zu Werke. Bayer war zwar nun die bessere und spielbestimmende Mannschaft, agierte dabei aber ohne Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft. Das galt aber auch für die Borussen, die sich zudem vermehrt unnötige Ballverluste und Abspielfehler leisteten.

Und da es demzufolge im ersten Durchgang keine nennenswerten Höhepunkte mehr gab, ging es in dem eher durchschnittlichen Spiel mit einer knappen Führung für den VfL in die Kabinen.

Nach dem beide Mannschaften zum zweiten Durchgang unverändert das Spielfeld betreten hatten, zeigte sich über weite Strecken das Bild, das sich zum Ende der ersten Halbzeit gezeigt hatte. Leverkusen ergriff die Initiative, ohne dabei aber die nötige Durchschlagskraft zu entwickeln, der VfL hingegen versuchte überwiegend den Vorsprung zu verwalten und leistete sich im Vorwärtsgang zu viele unnötige Ballverluste. Somit waren Torraumszenen Mangelware.

Und auch nach einer Stunde präsentierte sich der Notizblock der Statistiker wohl recht übersichtlich, denn es war nicht viel, was sie notieren mussten. Dafür aber die erste dicke Chance des zweiten Durchgangs, die dem VfL vorbehalten war. Auf einmal war Reus auf und davon und ließ bei seinem Lauf gleich mehrere Abwehrspieler locker stehen, wollte es bei seinem Eins-gegen-Eins gegen Leno aber zu schön machen und scheiterte mit seinem Lupfer am Bayer-Schlussmann (62.).

Und fünf Minuten später hatten die Borussen Glück, dass beim Unparteiischen die Pfeife stumm blieb. Nach der vierten Ecke von Leverkusen sprang Brouwers nach der Direktabnahme von Kadlec der Ball derart an die Hand, dass es wohl Strafstoß hätte geben können. Doch Florian Meyer unterstellte dem Niederländer keinerlei Absicht und ließ Gott sei Dank weiterspielen (67.).

Das durfte dann Mike Hanke nicht mehr. Für den Angreifer betrat Igor de Camargo das Spielfeld (70.). Und fünf Minuten später kam es, wie es zwar nicht zwingend kommen musste, aber irgendwie in der Luft lag. Nach Freistoß von Kadlec konnte ter Stegen den anschließendem Kopfball nicht festhalten, Kießling war zur Stelle und vollende aus wenigen Metern zum 1:1-Ausgleich in die Maschen (75.).

Es dauerte gerade einmal drei Minuten, da hätte der VfL bereits wieder vorne liegen können, aber de Camargo scheiterte nach tollem Zuspiel von Arango freistehend an Bayer-Keeper Leno (78.). Und auch die nächste gute Chance gehörte den Borussen, die nun den Sieg wollten. Reus scheiterte mit seinem verdeckten Schuss am gut parierenden Leno (80.).

Dann war aber Bayer wieder an der Reihe. Und das mit ebenso mit einer dicken Möglichkeit. Nach einer Flanke verfehlte Kießling das Gehäuse mit seinem Kopfball am langen Pfosten nur um Haaresbreite (83.). Zwei Minuten später sah Håvard Nordtveit für ein Foul an Schürrle die fünfte gelbe Karte und fehlt damit im nächsten Spiel gegen Hoffenheim (85.).

Und drei Minuten später gelang den Borussen der längst möglich gewesene ‚Luck Punch'. Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte trieb Reus die Kugel nach vorne und spielte genau in den Lauf von Camaro, der vor dem Tor diesmal die Ruhe behielt und die Kugel an Leno vorbei eiskalt zur 2:1-Führung in die Maschen schob (88.).

Während die VfL-Fans in ihrem Block Kopf standen und bereits den Auswärtssieg feierten, so hielten die Borussen, bei denen in der Schlussminute noch Marx für Reus in die Partie kam, in der Schlussphase dagegen und den 200. Bundesliga-Auswärtssieg fest. Nach dem Schlusspfiff war erst einmal tief Durchpusten angesagt, denn es war ein hartes Stück Arbeit, aber ein unter dem Strich verdienter Sieg. Ein großer Schritt in Richtung Europa und Champions League ist getan ...

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Bayer 04 Leverkusen: Leno - da Costa (83. Friedrich), Schwaab, Toprak, Kadlec - Reinartz, Rolfes (63. Derdiyok) - Castro, Renato Augusto, Schürrle - Kießling

Weiter im Kader: Giefer (ETW), Oczipka, Barnetta, Ortega, Bellarabi

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Stranzl, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Wendt (83. Ring), Arango - Reus (90. Marx), Hanke (70. de Camargo)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Zimmermann, Younes, Leckie

Tore: 0:1 Reus (07.), 1:1 Kießling (75.), 1:2 de Camargo (88.)

Gelbe Karten: Toprak, Schwaab / Stranzl, Nordtveit

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

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