Weisweiler Elf erst im Finale gestoppt

Zweiter Platz beim Turnier in Oldenburg

Die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach, die Weisweiler Elf, hat wenige Tage nach dem Sieg in Dortmund die zweite Titelverteidigung unter dem Hallendach verpasst. Beim Hallenturnier in Oldenburg mussten sich die stark aufspielenden Borussen am gestrigen Donnerstag erst im Endspiel beim Cup um den ‚Öffentliche Landesbrandkasse‘ den Hausherren geschlagen geben.

Borussias bester Torschütze in Oldenburg - Jörg Albertz. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Gladbachs Teamchef Herbert Laumen nahm bei dem von Ex-Profi Dieter Burdenski ausgerichteten Turnier im Vergleich zum Turniersieg in Dortmund gleich vier Änderungen vor: Für Jörg Kässmann hütete nun Claus Reitmaier das Tor, während Andreas Brandts, Karlheinz Pflipsen und Bachirou Salou neu in das Aufgebot rückten. Nicht mit dabei waren diesmal Oliver Neuville und Marco Villa.

Und gleich im ersten Gruppenspiel untermauerte die neuformierte Truppe, dass der Turniersieg auch über sie geht.

Dort nämlich wurde die Traditionsmannschaft vom VfL Wolfsburg mit 6:2 förmlich vom Platz gefegt. Von Beginn an nahmen die ‚Alt‘-Borussen das Heft in die Hand und suchten den Weg vor das Tor der Wölfe. Dort zappelte das Leder dann erstmals in der 6. Minute in den Maschen, als Karlheinz Pflipsen aus der Distanz abzogen hatte und so den Grundstein zum Sieg legte.

Wenige Minuten später war es dann ein Doppelschlag von Jörg Albertz zum 2:0 und 3:0 (08., 09.), der die Fohlen noch vor der Pause endgültig auf die Siegerstraßen einbiegen ließ. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die überlegene Weisweiler Elf im Vorwärtsgang. Peter Wynhoff nutzte dann auch gleich die nächste Gelegenheit, um die Führung auf 4:0 auszubauen (13.).

Zwar keimte bei den Wolfsburgern nach dem Treffer von Detlev Dammeier dann noch mal so etwas wie eine Hoffnung auf (14.), doch diese erstickten die Borussen nur kurze Zeit später. Chiquinho war es, der zum 5:1 traf (15.). Und während Roy Präger noch für den zweiten Wolfsburger Treffer sorgte (16.), so machte Lars Schuchardt in der Schlussminute das halbe Dutzend voll (20.).

Der VfL Wolfsburg war damit bereits ausgeschieden, denn die Wölfe hatten zuvor auch ihr erstes Spiel gegen Borussia Dortmund verloren. Genau mit diesem BVB bekam es dann der VfL im letzten Gruppenspiel zu tun. Erst vor wenigen Tagen hatten beide Teams im Endspiel um den Onlineprinters-Cup in Dortmund gegeneinander gespielt. Und genau wie am vergangenen Wochenende sollten die Fohlen auch diesmal das bessere Ende für sich haben.

Hatte der BVB in Person von Michael Rummenigge bereits nach 65 Sekunden die erste Gelegenheit (02.), so brachte Jörg Jung die Weisweiler Elf eine Minute später in Front (03.). Dann dauerte es nicht lange, ehe Jörg Albertz technisch anspruchsvoll auf 2:0 erhöhte (04.).

Die Fohlen hatten nun das Geschehen unter Kontrolle und bauten die Führung bis zur Pause durch Pflipsen (06.) und den starken Albertz auf 4:0 (10.) aus. Im zweiten Durchgang brachte sich Dortmund durch zwei schnelle Treffer (12., 14.) zwar noch mal auf 2:4 heran, doch Bachirou Salou sorgte dann wieder für klare Verhältnisse (16.). Während die Bochumer-‚Leihgabe‘ Peter Peschel eine Minute vor Schluss nochmals auf 3:5 verkürzte, so holte Albertz erneut den Hammer raus und vollendete zum auch in der Höhe verdienten 6:3-Sieg für den VfL.

Somit war die stark aufspielende und homogene Laumen-Truppe souverän durch Gruppe A marschiert und stand völlig verdient im Halbfinale. »Wir sind zwar ein bisschen alt, aber wir können auch Fußball spielen und harmonieren gut«, bestätigte Bachirou Salou im Gespräch mit ‚Sport1‘ den guten Eindruck des VfL und fügte an: »Die Jungs sind richtig gut drauf und es macht richtig Spaß, mit ihnen zusammenzuspielen«.

Im Halbfinale bekamen es die spielfreudigen Ex-Profis dann mit der Traditionsmannschaft vom SV Werder Bremen zu tun, die unter anderem mit Borussias Ex-U23-Spieler Sören Seidel und dem früheren Bundesliga-Torschützenkönig Ailton angetreten war. Und der ‚Kugelblitz‘ war es dann auch, der den SV Werder nach gerade einmal 70 Sekunden mit einem ansatzlosen Schuss ins linke untere Eck mit 1:0 in Führung brachte (02.).

In der Folgezeit zeigte sich die Traditionsmannschaft des VfL zwar um den Ausgleich bemüht, kam gegen die gut organisierten ‚Kracks‘ von der Weser jedoch zu keiner zwingenden Torchance. Doch dann nutzte Chiquinho eine solche und netzte zum 1:1-Ausgleich ein (06.). Beide Teams präsentierten sich auf Augenhöhe und hatten es dann ihren beiden Schlussleuten zu verdanken, dass das Remis bis zur Pausensirene Bestand hatte. Erst parierte Reitmaier stark gegen Ailton (08.), ehe auf der Gegenseite Andreas Reinke gegen Chiquinho auf dem Posten war (10.).

Nach dem Seitenwechsel waren beide Teams kompakt stehend überwiegend darauf bedacht, keine Fehler zu machen und so in Rückstand zu geraten. Das Geschehen plätscherte so vor sich hin, weshalb Torraumszenen Mangelware blieben. Und da hüben wie drüben der ‚Lucky Punch‘ ausblieb, musste das 9-Meterschießen für die Entscheidung sorgen.

Dort hatten die Borussen dann das bessere Ende für sich. Hatte Ailton Bremen zunächst in Führung gebracht, so glich Chiquinho aus, ehe Sören Seidel an Claus Reitmaier scheiterte und Frank Ordenewitz kläglich vergab.

Somit stand der Titelverteidiger erneut und verdient im Endspiel. Hier sollte es dann zur Neuauflage des letztjährigen Finals kommen, dass die Borussen gegen die Hauherren des VfB Oldenburg mit 9:3 gewannen. Auch diesmal hätten die Borussen gut und gerne als Sieger vom Platz gehen können, doch sowohl eine äußerst fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung als auch ein individueller Fehler kurz vor Schluss sorgten dann für eine gelungene Revanche des Gastgebers.

Beide Teams starteten in der mit 2.500 Zuschauern ausverkauften EWE-Arena abwartend in die Partie und boten dem Gegner gut organisiert wenige Lücken. Eine solche fand dann aber kurz vor der Pause der VfB Oldenburg und brachte sich in Person von Kai Pankow mit 1:0 in Front (12.).

Nach dem Seitenwechsel schaltete Gladbach dann einen Gang höher und antwortete durch Valandi Anagnostou, der nach Vorlage von Karlheinz Pflipsen keine Mühe hatte, um für den 1:1-Ausgleich zu sorgen (17.).

Die Borussen suchten die Siegerstraße. Doch zunächst war es der VfB, der auf diese einbog. Patrick Zierott vollendete aus acht Metern zum 2:1 für die Hausherren (23.). Im Anschluss beschwerte sich Pflipsen dann nicht zu Unrecht, denn der 42-Jährige war zuvor im eigenen Strafraum von seinem Gegenspieler klar zu Fall gebracht worden.

Aber die Truppe von Teamchef Herbert Laumen steckte nicht auf, sondern schlug nur kurze Zeit später zurück. Abermals holte ‚Ali‘ Albertz den Hammer raus und sorgte in der Schlussminute für den Ausgleich. Und dann fehlten lediglich zehn Sekunden, um sich über das 9-Meterschießen zum Turniersieg zu schießen. Doch beim letzten Angriff der Hausherren schliefen die Borussen dann in der Hintermannschaft - Manuel Salomo ließ sich nicht zweimal bitten und vollendete zum vielumjubelten 2:1-Siegtreffer für Oldenburg (24.).

Eine unglückliche und vermeidbare Niederlage, nach der die Weisweiler Elf am Ende ‚nur‘ als zweiter Sieger hervorging. Grämen müssen sich die Borussen aber dennoch nicht. »Oldenburg hat auch eine gute Mannschaft. Dieses Jahr hatten sie die Nase vorn und ich hoffe, dass wir das im nächsten Jahr wieder ändern können«, zeigte sich Pflipsen bei ‚Sport1‘ hinterher als fairer Sportsmann.

»Natürlich ist die Finalniederlage unglücklich und ärgerlich, aber unter dem Strich können wir dennoch zufrieden sein«, resümierte Peter Wynhoff. »Wir haben uns als Mannschaft erneut stark präsentiert und können mit dem 2. Platz gut leben«.

Tatsächlich hatte Borussias Traditionsmannschaft unter dem Hallendach im Kollektiv erneut eine starke Leistung gezeigt und zählt dort sicherlich zu den stärksten Mannschaften. »Unser Altersschnitt ist noch in Ordnung, obwohl der auch nicht jünger wird. Die meisten Spieler sind noch relativ fit, waren früher gute Fußballer und sind das heute immer noch. Deswegen können wir überall mithalten«, erläuterte Pflipsen das Erfolgsrezept.

Die nächste Gelegenheit, ihre Ansprüche zu untermauern und ihr Können auf den Platz zu bringen, bietet sich bereits am morgigen Samstag. Dann tritt die Weisweiler Elf bei der 8. Auflage des NRW-Traditionsmasters in Mühlheim an und trifft dort in einer stark besetzten Gruppe B auf den FC Schalke 04, Vorjahressieger MSV Duisburg, Bayer Leverkusen und den VfL Bochum.

Und in der derzeitigen Verfassung haben die Mannen um Teamchef Herbert Laumen, egal in welcher Besetzung, in Sachen Turniersieg auch dort durchaus ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. In der kommenden Woche reist der Tross dann nach Berlin und nimmt am Samstag am für Traditionsmannschaften bedeutenden FlexStrom-Cup teil.

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