Schrauben an der Karriere nach der Karriere

Martin Stranzl hat viele Pläne für die fußballfreie Zeit

Kurz vor Weihnachten war es, als Martin Stranzl seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag bei Borussia Mönchengladbach um ein Jahr bis Sommer 2014 verlängerte und so sein zum Saisonende geplantes Karriereende um mindestens ein Jahr verschob. Doch schon jetzt schmiedet der Österreicher bereits Pläne für die Zeit nach seiner Profilaufbahn als Fußballprofi.

Umjubelter Borusse - Martin Stranzl ist wichtiger Bestandteil des VfL. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Die mögliche Vertragsverlängerung von Borussias österreichischem Innenverteidiger Martin Stranzl war in der Hinrunde der diesjährigen Saison eines der Hauptthemen am linken Niederrhein und beschäftigte sowohl Fans als auch die Verantwortlichen des VfL. Denn es war lange nicht klar, ob Stranzl seinen ursprünglich im Sommer 2013 endenden Vertrag um noch mal um ein Jahr verlängern würde.

Doch der 32-Jährige erhielt gerade von den Anhängern dermaßen viel Zuspruch, dass er im Dezember verkündete, noch ein Jahr dranzuhängen und bis Sommer 2014 Borusse zu bleiben. Eine Entscheidung, die er nicht bereut: »Nach langer Rücksprache mit meiner Frau haben wir uns dazu entschieden, noch ein Jahr länger zu bleiben«, ließ Stranzl am Mittwochabend im Interview mit Radio 90,1 erneut verlauten. »Wichtig war, dass wir einen Schulplatz für unseren Sohn bekommen haben. Damit war es eine leichte Entscheidung, hier zu bleiben, bei unseren Freunden und Bekannten. Wir fühlen uns unglaublich wohl hier«.

Und während Martin Stranzl seine Gründe für den Verbleib bei der Borussia noch einmal Revue passieren ließ, sorgte er für einige Überraschungen, was seine Zukunft nach seiner Karriere angeht: »Ich plane nach meiner Karriere ein Buch zu schreiben. Ohne Ghostwriter, nur authentisch von mir selbst«, verkündete der Österreicher dem Mönchengladbacher Lokalsender. »Da kann ich dann einige Geschichten und Anekdoten aus der Kabine zum Besten geben«.

Das Buch soll außerdem mit einigen Vorurteilen gegenüber Profifußballern aufräumen: »Das Buch wird den Titel tragen "Mit uns kann man es ja machen" und davon erzählen, dass man als Fußballprofi beileibe nicht alles hinterher getragen bekommt sondern sich viele Dinge hart erarbeiten muss«.

Außerdem überraschte der 32-Jährige mit der Ankündigung, bereits an einem Projekt beteiligt zu sein, das mit seiner zweiten großen Leidenschaft, nämlich Autos, zu tun hat: »Mein Geschäftspartner und ich sind dabei, eine Werkstatt in Düsseldorf einzurichten, für Menschen, die unsere Leidenschaft für Autos teilen, speziell für BMWs«, verriet der Abwehrspieler.

Auf dem Programm sollen im Unternehmen "2.0 Automotive GmbH" ab Ende April diesen Jahres die Liebe zum Detail, die kompetente Beratung und das Besinnen auf die traditionellen Auto-Werte stehen. Stranzl, der selbst noch sein erstes Auto besitzt schwärmte: »Das ist für mich ein Kindheitstraum. Ich wollte schon immer an Autos herumschrauben und bin froh, dass ich mich nach der Karriere darum kümmern kann«.

Und während sich der Abwehrrecke der Borussia so ein zweites Standbein neben dem Fußball aufbaut, spricht er noch einmal in höchsten Tönen vom Umfeld am linken Niederrhein: »So einen großen Zuspruch hatte ich in meiner ganzen Karriere noch nie. Die Euphorie der Fans ist einzigartig, das werde ich nie vergessen«, schwärmte Stranzl. »Ich bin froh, dass ich mit Mönchengladbach einen Ort habe, an den ich nach der Karriere immer wieder zurückkehren kann und herzlich empfangen werde«. Und die Borussen sind froh, dass er noch was da ist.

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