Unrühmlich ja, dennoch schöne Erinnerungen

Borussia verabschiedet sich von Europa

Europapokal ade. Nach der Niederlage in Rom hat Borussia Mönchengladbach die internationale Bühne verlassen. Ohne Frage hat gerade die Art und Weise der Niederlage gegen Lazio Rom einen faden Beigeschmack hinterlassen, dennoch bleiben auch schöne Erinnerungen.

Reisefreudige Borussen - 10.000 Fans unterstützten den VfL in Rom. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Auch nach einer Nacht schlafen liegt einem die Niederlage in Rom, die gleichzeitig das Aus im Sechzehntelfinale der Europa League bedeutete, noch schwer im Magen.

Zu tief sitzt der Stachel, wie lasch sich die Borussen vor einer beeindruckenden VfL-Fanschaar präsentierten. Ohne Frage hat man gegen eine technisch starke Mannschaft gespielt, aber dass man bereits nach dem frühen Rückstand quasi die Hoffnung aufgegeben und sich förmlich seinem Schicksal ergeben hatte, ist nur schwer bis gar nicht zu akzeptieren.

Schließlich hatte man noch genügend Zeit, um das Heft in die Hand zu nehmen und das Ruder rumzureißen. Feuer und Leidenschaft auf den Platz bringen, hatte Borussias Sportdirektor vor dem Spiel gefordert. Davon war während der 90 Minuten jedoch (leider) rein gar nichts zu spüren. Mehr oder weniger trabten die Fohlen über den Platz und hinterließen irgendwie den Eindruck, schnellstmöglich den Abpfiff herbeizusehnen.

Mit einer größeren Portion Mut und mehr Aufbäumen wäre vielleicht mehr oder zumindest ein "versöhnlicheres" Ergebnis drin gewesen, als eine unter dem Strich verdiente 0:2-Niederlage, bei der Lazio Rom nicht sonderlich gefordert wurde. Sicherlich ist es keine Schande, bei einer solchen Mannschaft zu verlieren, allerdings ist es immer eine Frage der Art und Weise. Und die kann und wird keinem an diesem Abend gefallen haben. Allen voran den Anhänger nicht, die mitten in der Woche große Anstrengungen unternommen haben, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Vor allem aus dem Mittelfeld kamen viel zu wenig Impulse, um offensiv auch nur ansetzweise für Gefahr zu sorgen. Die kamen zumindest dann, als Amin Younes in die Partie kam. Auch das Spiel über die Außen war mangelhaft. Da besteht dringend Handlungsbedarf. Und auch die sich häufenden unnötigen Ballverluste, die mitunter sofort und gnadenlos bestraft werden, müssen dringend gen Null minimiert werden.

Derweil gilt es zumindest für diese Spielzeit Abschied von Europa zu nehmen. Und fernab des letzten Auftritts bleiben aber auch viele schöne Momente und Auftritte, die die Fohlenelf auf der internationalen Bühne hinterlassen hat. Wer hätte es im Vorfeld gedacht, dass sich die Borussen in einer starken Vorrundengruppe als Zweiter für die K.O.-Phase qualifizieren.

Gerade die Reisen in europäische Großstädte mit ihren jeweiligen Reizen und Sehenswürdigkeiten, Spiele wie in Kiew oder auch Marseille und die zahlreichen Fanscharen machen durchaus Lust auf mehr. Bei allem Schmerz über das Ausscheiden bleibt auch danke zu sagen. Das alles macht ohne Zweifel Lust auf mehr. Damit Spieler wie Fans das internationale Flair bereits in der kommenden Spielzeit wieder genießen können, bedarf es jedoch einer gewissen Konstanz. Dennoch sollte man eine erneute Qualifikation für das internationale Geschäft nicht zwingend erwarten.

Der Stachel über das Ausschieden sitzt tief und es bedarf eine Zeit, um sich diesen zu ziehen. Dabei können primär die Borussen Abhilfe schaffen, in dem sie nun in der Bundesliga alles in die Waagschale werfen und sich ihrer Stärken besinnen. Allzu lange beschäftigen kann und darf man sich mit dem Verlassen der internationalen Bühne sowieso nicht.

Schließlich gilt es sich nun voll und ganz auf das Tagesgeschäft Bundesliga zu konzentrieren. Und dabei gilt es bereits am kommenden Sonntag die Aufgabe gegen die Namenscousine aus Dortmund zu bewältigen. »Wir müssen nach vorne schauen und, wie von mir oft genug gesagt, weiter um jeden Punkt kämpfen«, sagte Lucien Favre nach der Niederlage in Rom. Na dann auf geht's...

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