Hut ab, Herr Stark

Schiedsrichter korrigiert seine Entscheidung

Es war die Szene, die die Gemüter im Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen erhitzte. Für zwei Minuten wähnten sich die Borussen in Führung, ehe Schiedsrichter Wolfgang Stark nach Rücksprache mit seinem Assistenten den vermeintlichen Treffer wieder aberkannte. Eine Entscheidung, die Rückgrat zeigt und durchaus Respekt verdient.

Zeigte Rückgrat mit seiner Entscheidung - Schiedsrichter Wolfgang Stark. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Natürlich war es eine Szene, die zunächst für Aufregung und gerade auf den Rängen für Missmut und Unverständnis sorgte. Noch dazu gerade deshalb, weil es zum Nachteil des VfL geschah. Gerade hatte Patrick Herrmann nach Zuspiel von Amin Younes zur Führung gegen Bremen getroffen. Stadionsprecher Thorsten 'Knippi' Knippertz hatte bereits das 1:0 durchgesagt und man lag sich auch in der Nordkurve in den Armen.

Doch die Freude über die Führung währte nicht lange. Stark besprach sich mit seinem Assistenten und revidierte anschließend seine Entscheidung. Richtig wie sich herausstellen sollte, denn Herrmann stand beim Pass von Amin Younes im Abseits. Eine Tatsache, die zwar Linienrichter Jan-Hendrik Salver nicht erkannt hatte, aber eben Stark, der nahezu auf Ballhöhe stand.

Das folgende 'Zusammenspiel' zwischen Schiedsrichter und Assistent zeigte dann, wie es gut funktionieren kann. So sollte es eigentlich immer sein. Dennoch bedarf es schon einer gehörigen Portion Mut, eine solche Entscheidung zu treffen und sich damit zunächst gerade den Unmut der betroffenen Fans einzuheimsen und die Atmosphäre aufzuheizen. Doch Stark zeigte Rückgrat, behielt Ruhe und hat sich damit Respekt verdient. In dieser Situation war der Nachname des FIFA-Schiedsrichters jedenfalls Programm.

So darf man bei allem Ärger, den sich die Unparteiischen mit manchen strittigen und falschen Entscheidungen zuweilen auf sich ziehen durchaus auch mal erwähnen, wenn sie es, so wie am Samstagabend, richtig gemacht haben - auch wenn es an diesem Tage zum Nachteil des VfL war. Auch wenn das Spiel womöglich anders gelaufen wäre, so hätte man sich als Borusse in gleicher Situation schließlich gleichermaßen geärgert und dann gefreut, wenn das Schiedsrichtergespann so reagiert hätte.

Dementsprechend kann man sich durchaus den Worten von Tony Jantschke anschließen: »Hut ab vor dem Schiedsrichter, dass er diese Aktion zurückgepfiffen hat. Es gibt nicht viele, die das machen«, sagte der Rechtsverteidiger. »Man beschwert sich ja immer wieder, aber sie haben vollkommen richtig entschieden«. Eben alles richtig gemacht - so kann und so soll es immer sein.

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