Derbytime: Der 1.FC Köln empfängt die Borussia

Rheinisches Derby: Der Rückblick und Vorausblick, Daten und Fakten
Marc Schöne
In dieser Woche soll wieder alles anders werden. Genau 43,55 Kilometer Luftlinie trennen den Borussia Park vom Rhein Energie Stadion in dem am kommenden Freitag den 19. März 2010 um 20:30 Uhr das 76. Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach angepfiffen wird. Am zehnten Spieltag der Hinrunde trennten sich die beiden Rivalen mit einem klanglosem 0:0 Unentschieden.
Zum 76. Mal begegnen sich beide Vereine in der ersten Fußball Bundesliga. Insgesamt begegnet man sich in Liga 1 und 2 zum 80. Mal oder um es insgesamt abzurunden findet diese Begegnung zum 109. Mal statt (76. Mal erste Bundesliga, 4 Mal zweite Bundesliga, 22 Mal in der Oberliga-West, vier Mal im UEFA Cup und drei Mal im DFB Pokal).
In den Begegnungen der ersten und zweiten Bundesliga kann die Borussia eine recht positive Bilanz in ihren Büchern gegen den Rivalen aus Köln vorweisen. Es stehen 41 Siege (21 Heim und 20 Auswärts), 17 Remis (10 Heim und 7 Auswärts) sowie 21 Niederlagen (9 Heim und 12 Auswärts) in den Geschichtsbüchern geschrieben.
In den bisherigen Derbys sind 268 Tore gefallen. Borussia konnte den Kölnern davon 157 Tore einschenken, musste dabei jedoch auch 111 Mal hinter sich greifen. Zählt man alle Tore aus UEFA Cup, DFB Pokal und Oberliga Zeiten dazu, so klingelte es in beiden Kästen insgesamt schon 341 Mal. Nimmt man nur die Erstligaspiele so fielen in den letzten 75 Partien 3,41 Tore pro Spiel. Dies verspricht doch den Anhängern eine interessante Ausgangslage für das Spiel am Freitag.
Im Hinspiel trennten sich die Fohlen von den Geißböcken mit einem torlosen 0:0, welches es zuletzt in der Saison 1994/1995 zu verzeichnen gab. In der Historie der letzten 109 Derbys gab es ein solch torloses Spiel erst vier Mal zu verzeichnen. Zweimal trennte sich die Borussia in der Bundesliga 0:0 (94/95 & 09/10), sowie 1972/1973 im Achtelfinale des UEFA-Cups und in der Oberliga-West Saison 1958/1959.
In den letzten zehn Jahren trafen die Rivalen nur sechs Mal in einem Kölner Stadion aufeinander, davon zwei Mal in Liga 2 sowie vier Mal in Liga 1. Vor genau 10 Jahren, am 20.03.2000, begegneten sich die Mannschaften zum Zweitliga-Spitzenspiel an einem Montagabend in Köln zur Partie der Trainer Hans Meyer vs. Ewald Lienen. Damals in der Startaufstellung unser heutiger Sportdirektor Max Eberl, Trainer Michael Frontzeck und Torwarttrainer Uwe Kamps.
Wolfgang Stark, der die Partie leitete, stellte damals in der 77. Minute Hausweiler mit geld-rot vom Platz. Trotz das die Kölner in Überzahl spielten erlaubte sich Sichone im Aufbauspiel einen Fehler. Ketelaer eroberte sich den Ball und schloss einen Sololauf in der 82. Minute zur 0:1 Führung für die Borussia ab. Diese Offensivaktion war damals die erste und einzige Chance der Gladbacher in Durchgang 2. Nun wollten die Fohlen damals die drei Punkte über die Zeit bringen. Doch als es noch eine gelb-rote Karte in der 89. Minute für Demo gab, schlug Lottner in der 90. Minute zum Ausgleich den Ball an Kamps vorbei ins Tor. Am 34. Spieltag stieg der 1.FC Köln dann souverän als Tabellenerster in das Oberhaus auf hingegen die Borussia die Saison in Liga 2 auf Platz 5 beendete.
Zum nächsten Aufeinandertreffen auswärts in Köln kam es 2001/2002 in Liga 1 bei dem nur noch Eberl im Kader stand. In dieser brisanten Partie fuhren die Borussia-Anhänger schließlich mehr als zufrieden nach Hause. Bernd Korzynietz und Arie van Lent trafen damals zum 2:0 Sieg in der Domstadt. Dieser Auswärtssieg sollte dann aber für die nächsten drei Aufeinandertreffen oder sechs Jahre erstmal der letzte sein. Lutz Wagner stand als Referee auf dem Platz.
In der Saison 2003/2004 verlor die Borussia im Auswärtsduell mit 1:0 durch einen Treffer von Podolski der in der 52. Minute aus zentraler Position das Leder gegen die unterkante der Latte hämmerte, welcher dann zur 1:0 Führung in den Kasten von Stiel abprallte. Damals saß Holger Fach für Borussia und Marcel Koller für Köln auf der Bank. Florian Meyer leitete das Spiel.
2005/2006 durfte Podolski wieder zuhause ran. In der 12. Minute verwandelte der Nationalstürmer bereits in der 12. Minute durch einen Fehler von Zé Antonio zur 1:0 Führung. Keller war hier chancenlos. In der 29. Minute Minute verwandelte Schlicke per Kopf nach einem Freistoß zum 2:0. Der Ball prallte damals am Innenpfosten ab und sprang von dort ins Netz. Keller blieb ohne jegliche Chance. In der 81. Minute hielt Guié-Mien den zum Ball laufenden Broich am Trikot fest. Dr. Markus Merk zeigte daraufhin auf den Punkt und so konnte Neuville zum 2:1 Anschlusstreffer einschenken. Jedoch konnten die Fohlen sich nicht mehr durchsetzen und so blieb es bei der Niederlage. Die Trainer Horst Köppel und Uwe Rabolder standen sich damals gegenüber.
In der zweiten Fußballbundesliga lud der 1. FC Köln die Fohlen am 27. Spieltag der Saison 2007/2008 ins Rhein-Energie-Stadion ein. Damals saßen sich Jos Luhukay und Christoph Daum auf den Trainerbänken gegenüber. Mitten in einer Drangphase (30.) des FC´s fiel das 1:0 für die Borussia durch einen Treffer von Rösler. Die Elf von Luhukay konnte über weitere 60 Minuten die Führung für sich behaupten jedoch nur bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit. Novakovic konnte einen langen Ball vor Brouwers in Empfang nehmen. Dieser konnte sich nur noch mit einer Notbremse helfen und sah dafür dann die rote Karte von Kinhöfer. Zum erstaunen der Borussia-Anhänger entschied Kinhöfer auf Elfmeter obwohl klar zu sehen war, dass das Foul klar vor dem Strafraum geschah. Helmes verwandelte souverän zum 1:1. Colautti hätte noch zur 2:1 Führung einschießen können jedoch hielt Mondragon das 1:1 und somit den einen Punkt in Köln fest.
Im Oberhaus ging es dann im Borussen-Auswärtsspiel zuletzt in der Saison 2008/2009 im Derby zur Sache. Hans Meyer versuchte die auf Platz 17 stehenden Borussen vor dem Abstieg zu bawahren und Christoph Daum versuchte die sich im Mittelfeld aufhaltenden Kölner zu motivieren. Die Motivation der Kölner trat jedoch nicht ein, denn die Gladbacher überzeugten mit einem 4:2 Sieg in Köln und wurden mit dem Relegationsplatz belohnt. Die Tore für die Borussia machten in der 25. Minute Bradley, in der 44. Minute Matmour, in der 67. Minute Friend und zuguterletzt verwandelte Bradley einen Foulelfmeter zum 2:4 Endstand. Der Torschütze Brecko, der zum 1:2 in der 64. und zum 2:3 in der 82. Minute traf, durfte zuletzt am 16. Spieltag der laufenden Saison gegen den SC Freiburg für die Kölner ran.
Nun heißt es am Freitag wieder: Derbytime für die Borussen auswärts in Köln.
Einen Freitag hätten sich die DFL-Verantwortlichen als Risikospiel sicher nicht besser aussuchen können. Um 17:33 Uhr bereitet sich die Sonne auf eine lange Nacht vor und beginnt pünktlich, vor dem was geschehen wird, unter zu tauchen, wenn die Züge aus Richtung Mönchengladbach Hauptbahnhof anrollen.
Warum legt die DFL also ein Spiel, bei dem es bis auf das Hinspiel aufgrund einer Hundertschaft Polizisten, sicherlich noch nie ruhig war, auf einen Freitag?
Der DFL berichtet das dieser Termin bereits im Dezember mit der zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze bei der Landespolizeidirektion NRW abgestimmt wurde. Schon seltsam, dass der DFL bisher nicht wusste, dass diese Begegnung eine Großzahl Einsatzkräfte benötigt und die Dunkelheit sicher nicht zum Vorteil für die Polizei sein wird. Jaja die lieben Fernsehgelder. Die Polizei in Köln ist mit diesem Termin überhaupt nicht zufrieden. Die Polizei hat bedenken, da das Stadion an einer Hauptausfallsstraße liegt und dort an einem Freitag Abend der Berufsverkehr Richtung Autobahn rollt, dass erhebliche Sachschäden die Folge dieses Derbys sein könnten.
Trotz allen Statistiken, Krawallen und Fanliebschaften kommt es also am Freitag zum Topderby 1.FC Köln vs. Borussia Mönchengladbach. Hoffen wir auf ein packendes Derby, vielleicht ohne bengalische Feuer, wo der zahlende Gast vor lauter Rauch den Ball nicht mehr sieht, ohne körperliche Gewalt und Randalismus, denn was gibt es schöneres als sich mit Worten ein ‘Gefecht’ von Kurve zu Kurve bieten zu können. Gerade Szenen wie am vergangenen Wochenende in Berlin, sind in keinster Weise zu tolerieren. »Irgendwann muss man eine Grenze ziehen, irgendwann ist Schluss«, so Michael Frontzeck .
Nach dem Motto ’Aktion nur auf dem Rasen’ appelliert auch Frontzeck an alle Beteiligten. »Was dieses Spiel angeht, sind wir alle gefordert, weil wir für dieses Spiel auch eine gewisse Fürsorgepflicht haben. Die Wasserwerfer im Hinspiel haben eigentlich ausgereicht, dass wir wirklich alles dafür tun, nicht noch zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen…«.
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