Nach 2.Niederlage in Folge: »Auftsehen und neu angreifen«
Frontzeck: Wiedergutmachung der Borussia im Spiel beim 1.FC Köln gefordert
Andreas Plum
Mit der bitteren 0:4-Schlappe gegen den VFL Wolfsburg verpasste es Borussia Mönchengladbach, sich für die vorherige Niederlage bei Borussia Dortmund zu rehabilitieren. Dabei führten sowohl ein unglücklicher Spielverlauf als auch fehlende Effektivität und mangelnde Zielstrebigkeit zur Niederlage der Gladbacher Borussia. Das sah auch Michael Frontzeck so, der dennoch auch nach der zweiten Niederlage dennoch nicht in Panik verfällt.
»Der Spielverlauf hat Wolfsburg sicherlich in die Karten gespielt. Wir haben in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit vor der Pause ein unglückliches Tor kassiert. Dann kommen wir aus der Kabine, haben kurz danach die Chance zum 1:1 und bekommen im Gegenzug das 0:2 und durch einen Elfmeter das 0:3. Damit war das Spiel natürlich gelaufen. Es ist für uns eine bittere Niederlage für uns«, analysierte Michael Frontzeck.
»Wir dürfen nicht vergessen, dass wir gegen den amtierenden deutschen Meister gespielt haben, der vier Spiele in Folge nicht verloren hat. Sie haben es insgesamt, wenn man den Spielverlauf sieht, sehr clever und sehr routiniert runter gespielt. Davon sind wir halt noch ein bisschen von entfernt. Von daher muss man aus solchen Spielen lernen und zwar schnell«, schob der 45-jährige hinterher.
In der Tat war es für die ‚Fohlen‘ eine bittere Niederlage, bei der der 45-jährige zunächst die Mannschaft beginnen ließ, die in der Vorwoche bei der 3:0-Niederlage in Dortmund mehr als alt ausgesehen hatte. »Ich habe nicht eingesehen, diese Mannschaft nach einem objektiv schlechten Spiel zu ändern«, begründete Frontzeck.
Zwar traten die ‘Fohlen’ im Gegensatz zur Vorwoche verbessert auf, eine Rehabilitation ist ihnen dennoch nicht gelungen. »Aber doch nicht bewusst. Kannst du der Mannschaft vorwerfen, dass es in der ersten Halbzeit im Ansatz so war wie in Dortmund? Das habe ich nicht gesehen. Ich habe von Wolfsburg kaum Torchancen gesehen. Die Mannschaft, die heute gespielt hat, hat zuvor ordentliche Heimspiele gemacht«, nahm der 45-jährige seine Mannschaft in Schutz.
Während man in der ersten Halbzeit nur selten mit Offensivaktionen auf sich aufmerksam machte, so hatte die Borussia gerade im zweiten Durchgang einige Torchancen, doch oftmals mangelte es dabei an Zielstrebigkeit und an Effektivität. »Gerade in der ersten Halbzeit war es für unsere Stürmer auch so, dass die Wolfsburger tief gestanden und die Räume gut zugestellt haben. Wir haben uns in der Phase nach dem 0:2 sicherlich noch Torchancen herausgespielt, aber letztendlich ist Wolfsburg dann qualitativ zu gut, um noch mal an sie ran zu kommen. Wir hatten sicherlich auch vier, fünf gute Einschussmöglichkeiten. Die haben wir nicht genutzt«, monierte der Borussia-Coach.
Eine gute Möglichkeit, um den Ausgleich zu erzielen, vergab Raúl Bobadilla kurz nach der Pause. »Das Ding muss er machen«, ärgerte sich Frontzeck. Seit nunmehr sechs Spielen ist der Argentinier nun ohne Tor. Während der 45-jährige seinem bulligen Stürmer auch nach wie vor sein Vertrauen schenkt, so scheint eine Verschnaufpause im Spiel beim 1.FC Köln nicht gänzlich unmöglich.
»Das werden wir sehen. Ich werde das Spiel zunächst mal in Ruhe sacken lassen. Raúl ist ein sehr junger Spieler, der oftmals Freude bereitet hat. Er braucht Zeit. Auch Džeko hat im ersten Jahr nicht zwanzig Tore gemacht. Raúl bekommt von uns alle Unterstützung. Ob das mal so aussieht, dass er mal nicht spielt, werden wir sehen. Wichtig ist, dass das Bemühen immer da ist und das ich sehe, dass er voran kommen will«.
Auf der anderen Seite brachte Michael Frontzeck Oliver Neuville in die Partie, der für den an den Adduktoren angeschlagenen Karim Matmour in den Kader rückte. »Wir haben vier junge Spieler zur U23 abgegeben, die dann Spielformen trainiert haben. Oli trainiert ordentlich und von daher war er im Kader«.
Schlussendlich stand die Borussia zum zweiten Mal in Folge mit leeren Händen da. »Wir haben jetzt zwei Wochen mal richtig Lack und einen auf die Mütze bekommen. Zuvor haben wir so etwas über Monate vermieden, gute Spiele gemacht und gut gepunktet. Jetzt gilt es für das Spiel gegen den 1.FC Köln wieder den Ansatz zu finden«.
Befürchtungen, dass seine Mannschaft aufgrund des Restprogramms eine solche Niederlagenserie wie in der Hinrunde mit von fünf Punktspielen in Folge ereilen könnte, weist Frontzeck von sich. »Ich kann mich daran zwar gut erinnern, aber da wollen wir jetzt nicht den Teufel an die Wand malen. Wir belassen es jetzt mal bei zwei und konzentrieren uns voll ganz auf das Spiel am Freitagabend«.
Zudem ist der Vorsprung zumindest auf den Relegationsplatz, den Hannover 96 belegt, auf mittlerweile acht Punkte ‚geschrumpft‘. Dennoch verfällt der Borussia-Coach nicht in Panik. »Es ist noch nicht so lange her, wo wie hier gesessen und über andere Themen gesprochen haben. Ich habe da weder nach oben, noch nach unten geschaut. Die 30 Punkte sind nach wie vor ein Fundament«.
So wird Michael Frontzeck mit seiner Mannschaft, die aufgrund des Freitagspiels keinen freien Tag erhält, bereits ab morgen auf das Derby vorbereiten. Ob es nun im Spiel bei 1.FC Köln zu personellen Änderungen in der Startelf kommt, lässt sich Frontzeck »noch ein bisschen Zeit und das Spiel zunächst einmal sacken«.
»Wir wollen nicht weiter als auf das Spiel in Köln schauen. Es ist eine Saison für uns, in der wir nach wie vor auf einem guten Weg sind, eine stabile Saison zu spielen. Diese beinhaltet, dass du hin und wieder mal einen auf die Nuss bekommst. Daraus musst du lernen, wieder aufstehen und wieder neu angreifen. Damit werden wir am Freitagabend in Köln beginnen…«.
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