Nach Frankfurt Grund zum Strahlen – Frontzeck: »Schritt nach vorne gemacht«
Borussia seit vier Spielen ungeschlagen und auf dem Weg nach oben
Andreas Plum
Seit nun vier Spielen ist Borussia Mönchengladbach ungeschlagen und konnte dabei nach dem Auswärtserfolg beim ambitionierten Hamburger SV auch bei Eintracht Frankfurt drei Punkte entführen. So stehen zwei Auswärtssiege in Folge zu Buche. Eine Tatsache, die es zuletzt 1996 gegeben hatte. Gerade in den letzten Wochen machen die ‚Fohlen Fortschritte im Lernprozess. Michael Frontzeck hat demzufolge derzeit durchaus Grund zur Freude .
»Ich freue mich sehr, dass wir nach dem Sieg in Hamburg jetzt auch in Frankfurt nachlegen konnten. Ich denke, dass wir unter dem Strich nicht unverdient gewonnen haben. Meine Mannschaft hat sich das Selbstvertrauen in den letzten Wochen hart erarbeitet. Gerade auch heute hat man gesehen, dass sie sehr selbstbewusst aufgetreten ist. Wir waren dazu, was unsere Torchancen angeht, sehr effizient. Wir sind natürlich sehr glücklich, froh und freuen uns«, berichtete ein zufriedener Michael Frontzeck.
Nach 1996 konnte Borussia Mönchengladbach nun zweimal in Folge auf fremden Plätzen als Sieger vom gehen. Zwar nicht gänzlich unmöglich, dass ein dritter folgen kann, jedoch wartet in zwei Wochen kein geringerer als der deutsche Rekordmeister…
»Wir haben jetzt auswärts zweimal in Folge gewonnen. Das letzte Mal, als es das gab, ist schon länger her. Nicht das mir jetzt einer auf die Idee kommt, dass wir nun in zwei Wochen als Favorit nach München fahren«, warnt Frontzeck vor Überheblichkeit.
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Im Spiel gegen die Frankfurter Eintracht war es die Borussia, die über weite Strecken das Geschehen in der Commerzbank Arena diktierte. Doch gerade in Durchgang eins agierte man bei eigenem Ballbesitz im Spiel nach vorne zu behäbig. »Wir hatten sicherlich im Ansatz Kontermöglichkeiten, die wir dann aber nicht mit der letzten Konsequenz zu Ende gespielt haben«, monierte der 45-jährige.
Während die Hausherren über weite Strecken passiv und sich auf die Defensive beschränkten, so verlor der VFL zum Ende der ersten Halbzeit kurzzeitig ein wenig den Faden und man gab der Eintracht zu viel Raum. »In den letzten zehn Minuten haben wir die Eintracht eingeladen, besser ins Spiel zu kommen. Das hat mir nicht gefallen und darüber haben wir in der Halbzeit gesprochen«, berichtete der Borussen-Coach.
Die Pausenansprache zeigte Wirkung, denn nach dem Seitenwechsel hatte die Mannschaft wieder ihren »Faden gefunden hat und war konzentriert«. So sorgte ein schöner Angriff über Tobias Levels von der rechten Seite für die zwar glückliche, jedoch verdiente Führung. »Das Tor war sehr gut herausgespielt. Wenn man den Gegner zu Fehlern zwingt, dann muss das ja nicht unbedingt schlecht sein«, befand Frontzeck.
Auch das zweite Tor, welches für die Vorentscheidung sorgte, fand bei Michael Frontzeck Anerkennung. Roel Brouwers war es, der nach seiner Nasen-OP auf eine Maske verzichtete und einen wuchtigen Kopfball unhaltbar in die Maschen setzte. »Roel hat das gut gemacht. Er spielt in der Innenverteidigung mit Dante eine richtig gute Rolle«, lobte Frontzeck.
In der Folgezeit bestimmte die ‚Fohlenelf‘ das Spiel, brachte sich jedoch kurz vor dem Ende durch einen Handelfmeter in leichte Bedrängnis. Eintracht Frankfurt nutzte einen Handelfmeter, verursacht durch Rob Friend, um noch mal für Spannung zu sorgen. »Ich weiß nicht, ob es ein Elfmeter war, denn ich habe die Szene nicht genau gesehen. Mit dem 2:1 musst du natürlich immer Angst haben, dass irgendwie ein Ding rein flutscht. Das hätte die Mannschaft heute aber nicht verdient gehabt«, zeigte sich Frontzeck froh, die drei Punkte mitgenommen zu haben.
Kurz vor Schluss netzte die Borussia zum dritten Mal ein, doch der Treffer durch Karim Matmour fand aufgrund einer Abseitsstellung des Algeriers keine Anerkennung. Dem Tor war ein Assist von Logan Bailly vorausgegangen, der sich als mitspielender Torhüter zeigte und den WM-Teilnehmer im Halbfeld in Szene setzte. »Da habe ich kurz die Besinnung verloren, muss ich sagen. Ich hatte nicht gesehen, dass Nikolov aus seinem Tor war. Er hat das aber sehr gut vorgehabt«, so Michael Frontzeck.
Doch gerade in diesen Tagen agiert die Borussia mit einer Serie von vier Spielen ohne Niederlage in hektischen Schlussphasen mit Ruhe und Organisation, mit der sie ein positives Ergebnis über die Zeit bringt. »Wenn du in so einer Phase drin bist, dann gewinnst du auch so knappe Spiele. Gute Leistungen werden derzeit mit Punkten untermauert. Diese Phase wollen wir natürlich so lange wie möglich ziehen«, hofft der 45-jährige.
So befindet sich der VFL wieder in der Erfolgsspur und macht gerade in den letzten Wochen Fortschritte im Lernprozess. »Wir hatten zuvor fünf Spiele verloren, obwohl wir auch da teilweise gut gespielt haben. Da brauchte es Zeit und es war eine Menge Kopfarbeit, aus so einem Tal herauszukommen. Damit haben wir mit der Niederlage in Wolfsburg begonnen. Die Mannschaft hat einen Schritt nach vorne gemacht, findet immer zur Kompaktheit zurück und hat sich das derzeitige Selbstvertrauen hart erarbeitet. Wir müssen nicht unzufrieden sein«, zeigte sich der Borussen-Coach erfreut.
In weit Kapitän Filip Daems in den kommenden Wochen zur Verfügung steht, bleibt abzuwarten. Bei dem 31-jährigen ist aller Voraussicht nach mit einem längeren Ausfall zu rechnen.
»Mit einer Prognose tue ich mir schwer. Filip hatte am Mittwoch ein hartes Training mitgemacht und es war eigentlich nicht abzusehen, dass er am anderen Morgen aufsteht und nicht gehen kann. Bei der Pressekonferenz war Filip bei der Kernspintomographie. Er hat eine Sehnenscheidenentzündung und bekommt nun erst mal einen Gips. Er wird längere Zeit ausfallen«, berichtete Michael Frontzeck.
Aktuell zeigt sich jedoch Jean-Sébastien Jaurès, den Michael Frontzeck nach seiner erneut soliden Leistung zu Recht zu loben wusste, als ein guter Vertreter des Belgiers. »Auch Jean muss hier mal hervorheben. Das ist im Abwehrverbund mit Tobias Levels eine gute Kombination. Generell harmoniert die Abwehrkette«.
Am kommenden Samstag empfängt die ‚Fohlenelf‘ den derzeit gut aufgelegten FC Schalke 04, der auswärts noch ungeschlagen ist, im Borussia Park. Dazu wird sich die Mannschaft nach dem morgigen trainingsfreien Tag vorbereiten.
»Wir haben jetzt mit Schalke ein sehr schwieriges Heimspiel vor der Brust. Ich denke, dass Schalke die derzeit beste Auswärtsmannschaft der Liga ist. Da kommt einiges an Arbeit auf uns zu und wir werden uns dazu gut vorbereiten«, richtete Frontzeck abschließend den Blick auf die kommende Aufgabe.
So befindet sich Borussia Mönchengladbach mit derzeit fünfzehn Punkten und vier Punkten Abstand zum Relegationsplatz auf einem guten Weg, die erwünschten zwanzig Punkte zu erreichen und somit auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern zu können…
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