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Rehabilitation der Borussia missglückt: 0:4-Klatsche gegen den VFL Wolfsburg

borussia_vs_wolfsburg_fohlen_hautnah_de26. Spieltag: Borussia Mönchengladbach vs. VFL Wolfsburg 0:4 (0:1)

Andreas Plum und Marc Schöne

Mit 0:4 verliert Borussia Mönchengladbach gegen den VFL Wolfsburg und zeigte sich bei der verdienten Niederlage im Vergleich zur Vorwoche zunächst nur leicht verbessert, ehe die ‚Fohlen‘ den ‚Wölfen‘ in Punkto Effektivität und Zielstrebigkeit nichts entgegen zu setzten hatten. Vor lediglich 39.128 Zuschauern im Borussia-Park waren es Zvjezdan Misimović, Christian Gentner und Edin Džeko mit einem Doppelpack, die für den amtierenden Meister den Sieg herausschossen.

»Es ist natürlich eine Option zu wechseln, denn diese Mannschaft ist sicherlich nicht in Stein gemeißelt. Auf der anderen Seite ist es so, dass die Mannschaft, die gegen Dortmund einen schlechten Tag gehabt hat, das bisher über weite Strecken sehr gut gemacht hat. Da gilt es eine Entscheidung zu treffen, was du machst. Entweder Wechsel durchführen oder der Mannschaft vertrauen, die in den letzten drei Heimspielen ordentlich gespielt und gut gepunktet hat«, berichtete Michael Frontzeck im Vorfeld der Partie gegen den amtierenden Meister aus Wolfsburg.

Der 45-jährige entschied sich für die zweite Option und gab so der Startelf der letzten Woche die Gelegenheit, sich sowohl für die schwache Vorstellung als auch für die 3:0-Niederlage bei Borussia Dortmund zu rehabilitieren.

Da Karim Matmour seine Adduktorenprobleme wohl noch nicht gänzlich überwunden hatte, musste der Borussen-Coach allerdings eine Änderung im 18er-Kader vornehmen. Für den Algerier rückte Oliver Neuville, der letztmalig am 17. Spieltag für die ‚Fohlen‘ auflief und der vom VFL zur neuen Saison kein neues Vertragsangebot erhalten wird, ins Aufgebot.

Unter den Augen von Jens Wissing, der zur neuen Saison von Regionalligist SC Preußen Münster zur Borussia wechselt und seine zukünftige Mannschaft auf der Tribüne unter die Lupe nahm, hatte das Spiel einen recht verhaltenen Beginn. Beide Mannschaften standen gut, ließen nicht viel zu und tasteten sich zunächst ab.

Während sich das Geschehen demzufolge überwiegend zwischen beiden Strafräumen  abspielte und sich aufgrund dessen auch keine Torchancen ergeben sollten, so erarbeitete sich die Borussia ein leichtes optisches Übergewicht, jedoch ohne dabei zwingend zu sein. Das auch, weil der VFL Wolfsburg ordentliches Pressing an den Tag legte.

Chancen gab es für den VFL nach Standardsituationen. Zunächst köpfte Raúl Bobadilla nach einem Freistoß von Juan Arango aus aussichtsreicher Position am linken Pfosten vorbei (12.), ehe Marco Reus eine Minute später seine Direktabnahme nach einem Eckstoß von Juan Arango einige Meter am Tor vorbei setzte (13.).

Die Gladbacher Borussia investierte zwar wesentlich mehr in das Spiel und besaß zudem deutliche Feldvorteile, konnte bei den Vorstößen jedoch keine allzu große Torgefahr ausstrahlen. So bereitete der Distanzschuss von Marcel Meeuwis aus zentraler Position dem Wolfsburger Torhüter Marwin Hitz keine allzu große Mühe (22.).

Der Gast aus Wolfsburg hingegen hielt sich weitestgehend in der eigenen Hälfte auf und beschränkte sich so auf wenige Offensivaktionen. Nach gut einer halben Stunde war Logan Bailly zur Stelle und klärte mit einem guten Reflex gegen den im Strafraum freistehenden Edin Džeko (33.).

Es blieb ein höhepunktarmes Spiel, in dem der VFL Wolfsburg zwar mittlerweile mehr in Erscheinung trat, dabei aber keine zwingenden Nadelstiche setzten konnte. So sah zur Pause alles nach einem gerechten torlosen Unentschieden aus. Dennoch gingen die ‚Wölfe‘ vier Minuten vor dem Pausenpfiff doch etwas überraschend mit 0:1 in Führung. Nach Vorlage von Christian Gentner war es Zvjezdan Misimović, der aus achtzehn Metern unbehelligt trocken abzog und den Ball ins linke untere Eck einnetzte (41.). Logan Bailly blieb hierbei ohne Abwehrchance.

So ging es nach 45 Minuten, in denen die Borussia gut begann und mehr für das Spiel tat, aber gerade auf Höhe des Strafraums Durchschlagskraft vermissen ließ, mit einem knappen Gästevorsprung in die Kabinen. Während Lorenz-Günther Köstner seine Mannschaft unverändert auf das Spielfeld schickte, so führte Michael Frontzeck einen Wechsel durch. Rob Friend kam für Roberto Colautti in die Partie.

Der zweite Durchgang begann turbulent. Zunächst war es Raúl Bobadilla, der für Borussia Mönchengladbach die erste mehr als vielversprechende Chance hatte, doch der unbedrängte Argentinier setzte den Ball aus kurzer Distanz lediglich neben den rechten Pfosten. Zuvor hatte Tobias Levels den bulligen Stürmer mit einem guten Zuspiel in den Rücken der Wolfsburger Abwehr in Szene gesetzt (46.).

Drei Minuten später sollten die ‚Wölfe‘ mit der in der zweiten Hälfte ersten Offensivaktion ihren zweiten Treffer erzielen. Alexander Madlung flanke den Ball in den Strafraum. Dort drehte sich Michael Bradley zwar weg, bekam das Leder dennoch an die Hand. Schiedsrichter Günter Perl zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Den Anschließenden Strafstoß verwandelte der Wolfsburger Edin Džeko sicher (49.).

Die Borussia gab zwar auch nach dem zweiten Gegentreffer nicht auf und suchte den Weg vor das Tor der Gäste und erarbeitete sich Torgelegenheiten, zeigte sich jedoch vor dem Tor nicht entschlossen genug und ließ zudem im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen. Rob Friend (52). und Juan Arango, der im Strafraum aus spitzem Winkel weit über das Tor schoss anstatt den Ball quer in den Strafraum zu legen (50.) vergaben dabei gute Möglichkeiten, um den Anschlusstreffer zu erzielen.

Anders der VFL Wolfsburg, der sich äußerst in seiner Chancenverwertung äußerst effektiv zeigte. Nach einem Freistoß bekam Christian Gentner das Spielgerät auf Höhe des Strafraums auf den Fuß. Der Wolfsburger zögerte keine Sekunde, zog beherzt ab und setzte das Spielgerät ins rechte Eck (58.).

Damit war das Spiel für die Borussia gelaufen, denn man zeigte sich zwar bemüht, blieb jedoch mit den Offensivaktion glücklos. Dazu wurden gute Möglichkeiten kläglich vergeben. Daran sollten auch nichts die Einwechslungen von Oliver Neuville und Patrick Herrmann ändern. Die Beiden kamen für Raúl Bobadilla und für Marcel Meeuwis in die Partie.

Der amtierende Meister hingegen setzte noch einen drauf. Wieder war es Edin Džeko, der für die ‚Wölfe‘ zum 0:4 in die Maschen traf. Der Wolfsburger Goalgetter zog nach tollem Zuspiel in den Strafraum und ließ Logan Bailly mit seinem strammen Schuss ins rechte untere Eck keine Abwehrchance (80.).

Das sollte der Schlusspunkt unter einer Partie sein, in der Borussia Mönchengladbach gerade im zweiten Durchgang dem amtierenden Meister nach den beiden schnellen Gegentoren wenig entgegen zu setzten hatte und im weiteren Verlauf deutlich unterlegen war.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Bor. M’gladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Meeuwis (64. Herrmann), Bradley – Reus, Arango – Colautti (46. Friend), Bobadilla (64. Neuville)

Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Kleine, Jaurès, Jantschke

VFL Wolfsburg: Hitz – Pekarik, Madlung, Riether, Schäfer – Josué (85. Schindzielorz) –  Hasebe (49. Šimůnek), Gentner – Misimović – Martins (63. Dejagah), Džeko   

Weiter im Kader: Lens (ETW), Kahlenberg, J. Santana, Johnson

Tore: 0:1 Misimović (41.), 0:2 Džeko (49./Handelfmeter), 0:3 Gentner (58.), 0:4 Džeko (80.)

Gelbe Karten: Levels / -

Bes. Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

Unser Linktipp:

Der Fohlen-Fantalk: Fans Fragen, Spieler der Borussia antwortet – Patrick Herrmann