Thorben Marx meldet sich zurück: »Bin einsatzbereit«
Der 28-jährige möchte beim Derby dabei sein und appelliert an die Fans
Andreas Plum
Am 07. Februar absolvierte Thorben Marx gegen den 1. FSV Mainz 05 sein letztes Spiel für Borussia Mönchengladbach. Im Anschluss musste der 28-jährige aufgrund einer Adduktorenverletzung fünf Wochen aussetzen. Pünktlich zum wohl wichtigsten Spiel der Saison könnte der Mittelfeldspieler sowohl in den 18er-Kader als auch in die Startelf zurückkehren.
Fohlen-Hautnah: Thorben, fünf Wochen sind nach deiner Adduktorenverletzung vergangen. Seit zwei Tagen bist du nun wieder im Mannschaftstraining. Wie fühlst du dich?
Thorben Marx: Im Moment fühle ich mich wieder gut. Es ist alles verheilt und dementsprechend sollte alles überstanden sein. Ich bin zwar nach dem Training immer noch etwas in Behandlung, aber so wie es im Moment aussieht, ist alles in Ordnung. Hoffen wir, dass es so bleibt.
Fohlen-Hautnah: Das beinhaltet also auch, dass du die beiden bisherigen Trainingseinheiten mit der Mannschaft voll und beschwerdefrei absolvieren konntest …
Thorben Marx: Genau. Ich habe das volle Programm uneingeschränkt mitmachen können. Jetzt warten wir die Woche einfach mal ab und dann werden wir weiter sehen.
Fohlen-Hautnah: Wie schätzt du persönlich die Chance ein, beim Derby dabei sein zu können und in wie weit hast du darüber schon mit Michael Frontzeck gesprochen?
Thorben Marx: Es ist ja schnell passiert, dass irgendwelche Nachwirkungen oder Ähnliches kommen. Das wollen wir zwar nicht hoffen, aber aufgrund dessen warten wir einfach mal bis Donnerstag, wo der Kader bekannt gegeben wird, ab. Ich habe ihm gesagt, dass ich beschwerdefrei und einsatzbereit bin. Ob ich nun schlussendlich dabei bin, wird der Trainer entscheiden.
Ich denke, dass er da noch mal mit mir sprechen wird. Von mir aus gibt es nach den bisherigen Trainingseinheiten für Freitag kein Bedenken. Fünf Wochen ohne Training Wochen sind zwar auch nicht ohne, aber ich bin gesund und einsatzbereit. Wir warten jetzt nochmal zwei Tage ab. Dann wird der Trainer entscheiden.
Im Derby möchte ja jeder dabei sein und ich hoffe, dass ich bei dem besonderen Spiel auch dabei bin. Ob nun in der Startelf oder zunächst im Kader weiß ich nicht. Es wäre schon schön, wenn ich generell dabei bin. Das würde mich sehr freuen. Wie gesagt, die Entscheidung liegt beim Trainer.
Fohlen-Hautnah: Wenn man andere Fälle vergleicht, dann kann es auch mal länger dauern und zu einer chronischen Sache werden. Mit unserer medizinischen Abteilung kannst und wirst du also zufrieden sein …
Thorben Marx: Absolut. Die medizinische Abteilung kann ich nur loben, denn sie war überragend. So eine Verletzung ist ziemlich gefährlich, denn wenn man diese falsch behandelt, dann kann es schon Monate dauern. Da haben alle wirklich eine hervorragende Arbeit geleistet und alles versucht, dass ich da mit meinem Heilungsprozess voran komme. Für ihre klasse Arbeit möchte ich mich auch an der Stelle bedanken.
Fohlen-Hautnah: Nun hattest du, wenn auch unfreiwillig, die Gelegenheit, die Spiele auch von der Tribüne aus zu betrachten. Hast du durch den etwas anderen Blickwinkel andere Eindrücke gewonnen oder war das kein Unterschied?
Thorben Marx: Zunächst einmal hätte ich auf diese Perspektive gerne verzichtet. Auf der anderen Seite habe ich durch diese Sicht auf der Tribüne keine neuen Eindrücke oder Erkenntnisse gewonnen. Sicherlich kannst du so die Atmosphäre im Borussia-Park ganz anders wahrnehmen. Im Spiel hast du ja keine Zeit dazu, dass zu genießen. Darin besteht schon ein Unterschied.
Du bekommst zudem auch mehr von dem ganzen Drumherum mit. Normalerweise bist du ja immer abgeschottet und im Hotel. So fährst du zum Stadion, hast Kontakt zu den Fans und führst Gespräche. Das war auch mal eine schöne Sache.
Fohlen-Hautnah: Bisher hat dich Marcel Meeuwis vertreten. Wie hat er in deinen Augen die Rolle im defensiven Mittelfeld ausgefüllt?
Thorben Marx: Darüber möchte ich mich so gar nicht äußern, das sollen andere machen. Ich denke aber, dass er seine Aufgabe soweit erfüllt hat. Sicherlich hat er mit den Ergebnissen der letzten beiden Spielen auch Pech gehabt. Wir sind ja auch andere Spielertypen. Marcel ist sehr defensiv eingestellt und hat dort seine Stärken. Ich bin da ein anderer Spielertyp.
Fohlen-Hautnah: Wenn du nochmal die letzten beiden Spiele Revue passieren lässt … Was waren bzw. was sind in deinen Augen die Gründe für diese doch herben ‚Klatschen‘? War man sich da vielleicht bei zwölf Punkten Abstand zur Gefahrenzone etwas zu sicher…?
Thorben Marx: Nein. Damit hat das nichts zu tun gehabt. Gegen Dortmund, denke ich, war es von der ersten bis zur letzten Minute ein schlechtes Spiel. Das kann in einer Saison auch mal vorkommen. So viele schlechte Spiele haben wir ja auch noch nicht gehabt. Dortmund hat es einfach auch gut gemacht, Sie waren sehr aggressiv und haben unseren schlechten Tage einfach ausgenutzt.
Die erste Halbzeit gegen den VFL Wolfsburg war ziemlich ausgeglichen. Mit dem ersten Torschuss machen sie das 1:0. Dann haben wir durch ‚Boba‘ die Chance zum 1:1. Wenn du so eine Chance nutzt, dann hättest du so ein Spiel auch drehen können. Dann machen sie 2:0 und spielen es im Anschluss mit ihrer Klasse souverän runter. Sicherlich sind die Ergebnisse zwei Klatschen, aber ich denke, dass sie schon unterschiedlich zu bewerten sind.
Fohlen-Hautnah: Nun kann man es am Freitag im Derby gegen den 1.FC Köln besser machen. Wie muss Borussia im RheinEnergieStadion auftreten, um etwas Zählbares mitnehmen zu können?
Thorben Marx: Ein Derby ist immer etwas besonders und so denke ich, dass es in jedem Fall ein interessantes Spiel wird. Wir müssen von der ersten bis zur letzten Minute aggressiv sein und auch versuchen, die Nerven zu behalten. Zudem denke ich, dass ein großes Geduldsspiel wird, da beide Mannschaften auch viel Wert auf die Defensive legen werden.
Wir müssen einfach wieder unser Spiel durchdrücken und aus der Defensive heraus schnell umschalten und unsere Torchancen nutzen. Dann werden wir auch am Freitag eine große Chance haben, dort zu punkten. Wir freuen uns auf das Spiel, wollen gewinnen und so auch unsere Fans glücklich machen.
Fohlen-Hautnah: In der Vergangenheit kam es bei diesem Spiel auch zu unschönen Szenen…
Thorben Marx: Leider ist es bei diesen Derby mittlerweile ja nahezu schon Gewohnheit geworden, dass man bei diesen Spielen Angst haben muss, ins Stadion zu gehen. Das ist auch gerade für Familien mit Kindern sehr schade. Ich denke aber, dass man das gerade auch bei uns im Hinspiel sehr gut in den Griff bekommen hat. Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass das am Freitag auch der Fall sein wird.
Ich wünsche mir und hoffe, dass sich die Fans logischerweise auf das Spiel freuen, sich aber auch lediglich auf das Spiel als solches konzentrieren. Gerade die Atmosphäre am Freitagabend ist immer etwas Besonderes. Es ist ein Fußballspiel, bei dem es auf die 90 Minuten ankommt. Das ganze Drumherum muss einfach friedlich sein und bleiben.
Verwandte Themen:
















![Validate my RSS feed [Valid RSS]](http://fohlen-hautnah.de/valid-rss.png)