ARAG World Team Cup 2009 – Deutschland schlägt Frankreich deutlich mit 3:0
Andreas Plum und Alexander Plum
Gastgeber Deutschland ist bei der Tennis-Mannschafts-WM, dem 32. ARAG World Team Cup 2009 im Düsseldorfer Rochusclub weiter auf dem Vormarsch. Nach dem am gestrigen Tage Reiner Schüttler im Auftaktmatch gegen Frankreich den Weltranglistensiebten Gilles Simon in zwei Sätzen schlug (6:4, 6:4), so sorgten heute Phillip Kohlschreiber im zweiten Einzel (6:7, 6:3, 6:3) sowie Nikolas Kiefer und Mischa Zverev im anschließenden Doppel gegen das französische Duo Jeremy Chardy und Gilles Simon (6:0, 6:4) für den deutlichen 3:0- Sieg in der „Roten Gruppe”.
Bei hohen sommerlichen Temperaturen war es zunächst Philipp Kohlschreiber, der gegen den Weltranglisten-Neunten Jo-Wilfried Tsonga antreten musste. Das Spiel war von Beginn an spannend und gerade im ersten Satz ausgeglichen. Philipp Kohlschreiber ging entschlossen und mit Selbstvertrauen in die Partie. So nahm er dem Franzosen sein erstes Aufschlagspiel ab, und ging somit mit 1:0 in Führung.
Bei seinem ersten Aufschlagspiel führte die deutsche Nummer zwei bereits 40:0, ehe sich der Franzose bis auf 40:30 heranarbeiten konnte. Dies war auch möglich, da Philipp Kohlschreiber beim Stande von 40:00 ein Doppelfehler unterlief. Doch der Augsburger behielt die Nerven, und ging mit 2:0 in Front.
Nach dem Jo-Wilfried Tsonga sein folgendes Aufschlagspiel gewinnen und auf 1:2 verkürzen konnte, nahm er Philipp Kohlschreiber sein Aufschlagspiel ab, und glich zum 2:2 aus. In der Folgezeit gewannen beide Spieler, die gutes Tennis boten, ihre Aufschlagspiele, so dass es 3:3 stand.
Im siebten Spiel des ersten Satzes nutze der Augsburger beim Stande von 30:40 seine Breakchance, und nahm dem Franzosen seinen Aufschlag ab. Seinen folgenden Service nutze der 25-Jährige Deutsche, so dass er sich in dem über weite Strecken hochklassigen Match einen 5:3 Vorsprung herausspielte.
Gerade bis zu diesem Zeitpunkt brachte der Franzose einige schwache Returns lediglich in die Maschen. Doch der Weltranglisten-Neunte kam nun besser in das Spiel, und drehte die Partie im ersten Satz noch zu seinen Gunsten.
Nach dem Tsonga seinen Aufschlag erfolgreich gestalten und auf 5:4 verkürzen konnte, nahm er Philipp Kohlschreiber im zehnten Spiel den Service ab. In dem sechzehn Minuten dauernden Spiel vergab der deutsche Weltranglisten-35. bereits zwei Satzbälle, bei denen er zunächst einen Netzroller von Tsonga nicht erreichen konnte, um dann einen Return ins Netz zu schlagen.
So hatte der Augsburger seine Möglichkeit nicht konsequent genutzt, und es ging, nach dem beide Spieler ihre Aufschlagspiele gewinnen konnten, in den Tie-Break. Dieser ging mit 2:7 deutlich an den Franzosen, der sich somit nach 58 Minuten mit 6:7 den ersten Satz sicherte.
Der etwas unglückliche Satzrückstand schien den Deutschen nicht sonderlich zu ‚beindrucken‘, denn fortanspielte Philipp Kohlschreiber konstanter und trat dazu selbstbewusst auf. Der Augsburger agierte nun mit mehr Druck und guten Returns.
So war es einer dieser gut platzierten Returns, die der 25-Jährige im achten Spiel des zweiten Satzes nutze, um Jo-Wilfried Tsonga zu breaken. So ging er mit 5:3 in Führung und servierte zum Satzgewinn. Auch hier überzeugte die deutsche Nummer zwei mit Nervenstärke, so dass er diesen Satz nach 36 Minuten mit 6:3 für sich entscheiden konnte.
Nun musste der dritte Satz über den zweiten Punkt entscheiden, und auch in dem entscheidenden Satz blieb es über weite Strecken eine interessante und auf einem hohen Niveau spielende Partie. Philipp Kohlschreiber erwies sich hier als der Spieler, der konstanter zu Werke ging und mit einer geringeren Fehlerquote agierte. Auch die Aufschläge kamen Präzise auf den roten Sand.
Bis zum 3:3 brachten beide Spieler ihre Aufschlagspiele recht ungefährdet über die Bühne. Im siebten Spiel des dritten Satzes zeigte Philipp Kohlschreiber Mut, spielte offensive Returns, und nahm dem Franzosen so mit einen genau auf ihn gespielten Return den Aufschlag ab. Der Augsburger ging mit 4:3 in Führung und entschied sein folgendes Aufschlagspiel zu Null zu seinen Gunsten.
Demzufolge lag der Deutsche mit 5:3 in Front, und Kohlschreiber ließ nun nichts mehr anbrennen. Bei Aufschlag Jo-Wilfried Tsonga hatte der 25-Jährige drei Matchbälle. Während er den ersten noch in das Netz returnierte, so nutzte er den zweiten, und entschied so nach zwei Stunden und fünfzehn Minuten die Partie mit 6:7, 6:3 und 6:3 unter dem frenetischen Jubel der gut 6500 Zuschauer auf dem Center Court 1 für sich.
Wieder hatte Philipp Kohlschreiber Nervenstärke bewiesen, und mit einer starken und konstanten Vorstellung ein Spiel gedreht. Dementsprechend zufrieden zeigte sich der Augsburger nach dem Match. »Dass ich wieder ein Match gedreht habe, ist natürlich auch ganz schön, hat mich aber auch Nerven gekostet. Ich bin aber immer ruhig geblieben, und Patrick hat mir auf der Bank auch sehr viel Rückendeckung gegeben. Wenn ich mich im Griff habe, dann bin ich in der Lage, sehr gutes Tennis zu spielen«.
Aufgrund dessen war der Sieg gegen die Franzosen bereits unter Dach und Fach, so dass das anschließende Doppel zwischen Nikolas Kiefer und Mischa Zverev gegen Jeremy Chardy und Gilles Simon lediglich noch statistischen Wert hatte. Doch Deutschland gab sich an diesem Tage keine Blöße, und erledigte auch diese Aufgabe souverän und mit Bravur.
Gerade einmal 66 Minuten dauerte es, bis das deutsche Doppel das Duo der ‚Equipe Tricolore‘ glatt in zwei Sätzen mit 6:0 und 6:4 bezwungen hatte, und so den 3:0- Sieg gegen Frankreich erzielte.
Gerade im ersten Satz traten Nikolas Kiefer und Mischa Zverev dabei äußerst souverän auf, und ließen dem französischen Duo nicht den Hauch einer Chance. So nahm das deutsche Doppel den Franzosen dreimal den Aufschlag ab, und brachte ihre Aufschlagspiele sicher durch.
Im zweiten Satz präsentierte sich das französiche Doppel um Jeremy Chardy und Gilles Simon zwar weitaus besser und erspielte sich drei Punkte, konnte jedoch das gut und konzentriert aufspielende deutsche Doppel nicht mehr gefährden, so dass der klare Sieg der deutschen Mannschaft am Ende mehr als verdient zu Buche stand.
Dementsprechend fand Teamchef Patrick Kühnen nur lobende Worte für seine Mannschaft. »Ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie zeigt in dieser Woche eine herausragende Moral. Wir sind meist die ersten auf den Trainingsplätzen und rufen zur richtigen Zeit unsere Leistung ab«.
Bereits ab Morgen geht es nun für die deutsche Mannschaft gegen Titelverteidiger Schweden um den Einzug in das Finale beim 32. ARAG World Team Cup 2009. Den Beginn macht Rainer Schüttler, der ab 12:30 Uhr auf dem Center Court 1 auf Robin Söderling trifft.
















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