2. Auswärtssieg in Folge – Borussia gewinnt bei Eintracht Frankfurt
13. Spieltag: Eintracht Frankfurt vs. Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:0)
Andreas Plum
Mit 2:1 gewinnt Borussia Mönchengladbach bei der auf Augenhöhe liegenden Frankfurter Eintracht und hat somit den Anschluss an das obere Mittelfeld gefunden. Vor 50.000 Zuschauern in der Frankfurter Commerzbank Arena waren es Roel Brouwers und der Frankfurter Torhüter Oka Nikolov per Eigentor, die für den unter dem Strich verdienten und wichtigen Sieg der ‚Fohlenelf‘ sorgten. Pirim Schwegler traf vom Elfmeterpunkt für die Hessen zum Anschlusstreffer.
Borussias Trainer Michael Frontzeck musste im Spiel bei den Hessen wie im Vorfeld der Partie auf Raúl Bobadilla verzichten. Der Argentinier befindet sich zwar nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel wieder im Aufbautraining, befindet sich jedoch noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Im kommenden Heimspiel gegen den FC Schalke 04 soll der bullige Stürmer wieder zur Verfügung stehen.
Ebenso die Reise nach Frankfurt nicht mit antreten konnte Filip Daems. Der Kapitän laboriert an einer Sehnenscheidenentzündung unter dem linken Fuß. Während für den Belgier wie auch schon gegen den VFB Stuttgart Jean-Sébastien Jaurès die Position des linken Verteidigers bekleidete, so nahm Michael Frontzeck im Gegensatz zur Vorwoche keine Veränderungen im 4-4-2 System vor.
Viel war es nicht, was zu Beginn in der Frankfurter Commerzbank Arena passierte. Beide Mannschafen versuchten zwar, dass Spiel an sich zu reißen, konnten sich jedoch gegen die gut organisierten und kompakten Abwehrreihen behaupten.
Borussia fand dennoch deutlich besser ins Spiel und agierte bissig. Man erarbeitete sich zwar gerade im Mittelfeld ein optisches Übergewicht und spielte das ein und andere Mal gefällig nach vorne, blieb jedoch im Abschluss ohne große Durchschlagskraft.
So waren es vor allen Dingen Einzelaktionen, die die ‚Fohlen‘ zu Gelegenheiten kommen ließen. Dabei war es Juan Arango, der in der Anfangsphase zu einer Doppelchance kam.
Zunächst kam der Venezolaner am Strafraum nach schönem Thorben Marx-Zuspiel frei zum Schuss und setzte den Ball weit über das Tor, ehe er nur wenige Sekunden später das Spielgerät nach tollem Marco Reus Zuspiel aus aussichtsreicher Position haarscharf neben den linken Pfosten legte (06.).
In der Folgezeit spielte sich die Partie eher im Mittelfeld ab und blieb über weite Strecken der ersten Halbzeit ohne nennenswerte Höhepunkte. Beide Mannschaften zeigten sich gut organisiert und ließen den Gegner nicht zur Entfaltung kommen, wenngleich die Borussia die aktivere mannschaft blieb.
Die ‚Fohlenelf‘ brauchte dazu im eigenen Ballbesitz zu lange, um den Zug vor das von Oka Nikolov gehütete Eintracht-Tor zu finden und leistete sich Fehler im Aufbauspiel. Eintracht Frankfurt trat in der Offensive nahezu gar nicht in Erscheinung, so dass Logan Bailly eine ruhige erste Halbzeit verbringen konnte.
Borussia Mönchengladbach hatte es über weite Strecken der ersten Halbzeit recht gut gemacht und nichts zugelassen, doch in den letzen Minuten vor der Pause schien den ‚Fohlen‘ ein wenig die Puste auszugehen.
Durch Unachtsamkeiten im Defensivverhalten kamen die Hausherrenbinnen weniger Minuten gleich mehrere Gelegenheiten, um in Führung zugehen. Die größte Chance konnte Jean-Sébastien Jaurès entschärfen, als er einen Kopfball von Alexander Meier am Pfosten stehend vor der Linie klärte (43.).
Dennoch war es nicht viel, was die Zuschauer im weiten Rund erwärmen konnte, und es ging nach eher unspektakulären 45 Minuten, in denen Borussia Mönchengladbach zwar über weite Strecken das Heft in der Hand hatte jedoch wenig zwingend agierte, mit einem gerechten torlosen Unentschieden in die Kabinen.
Beide Mannschaften kamen zur zweiten Hälfte unverändert auf den Rasen. Am Spielverlauf änderte sich zudem zunächst nichts. Die Spielanteile waren verteilt und beide Mannschaften zeigten sich gut organisiert, störten früh und ließen den Gegner so nicht zur Entfaltung kommen.
Auch wenn sich die Borussia erneut ein optisches Übergewicht erarbeitete, mangelte es an zündelnden Ideen, um die äußerst defensiv agierende Eintracht in Verlegenheit zu bringen. So sollten auf beiden Seiten Torraumszenen Mangelware bleiben.
Dennoch sollte Borussia Mönchengladbach durch ein Eigentor in Führung gehen. Nach einer Flanke von der rechten Seite durch Tobias Levels waren es gleich zwei Frankfurter, die das Spielgerät in die eigenen Maschen bugsierten.
Zunächst war es Marco Russ, der den Ball unglücklich auf Höhe des Fünfmeterraums an den Fuß bekam und auf den herauslaufenden Torhüter Oka Nikolov brachte, ehe der Eintracht Torhüter den Ball mit dem Kopf ins eigene Tor zur 0:1-Führung für die Borussia abfälschte (54.).
Die ‚Fohlenelf‘ tat mit der zwar glücklichen aber verdienten Führung im Rücken auch in der Folgezeit mehr für das Spiel und lag somit nicht gänzlich unverdient in Front. Die Mannschaft von Michael Frontzeck spielte weiter mach vorne und kam so zu Gelegenheiten. Während Oka Nikolov dabei einen schönen Kopfball von Rob Friend zunächst zur Ecke klären konnte, so sollte der anschließende Eckstoß, ausgeführt von Thorben Marx, zur 0:2-Führung für die Borussia führen.
Zunächst war es Juan Arango, der mit einer Direktabnahme scheiterte, ehe sich Roel Brouwers nach einer präzisen Hereingabe von Marco auf Höhe des Fünfmeterraumes im Luftkampf durchsetzte, und den Ball unhaltbar ins das linke obere Eck zur umjubelten und verdienten Führung einnetzte (65.).
Damit war das Spiel nahezu gelaufen. Eintracht Frankfurt zeigte sich zwar bemüht, konnte die ‚Fohlen‘ jedoch nicht in arge Bedrängnis bringen. Lediglich ein Kopfball, den Alexander Meier an den Innenpfosten köpfte (75.), blieb auf Seiten der Hausherren erwähnenswert.
Borussia Mönchengladbach schien als verdeinter 2:0-Sieger vom Platz zu gehen, doch in der Schlussphase sollte es noch mal ein Stückweit spannend werden… Nach einem Freistoß des Frankfurters Caio ging Rob Friend im Strafraum mit der Hand zum Ball und Schiedsrichter Sippel zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Von diesem verwandelte Pirim Schwegler sicher zum 1:2-Anschlusstreffer (86.).
Die Gastgeber warfen nun alles nach vorne, doch Borussia Mönchengladbach brachte den knappen Vorsprung mit kämpferischem Einsatz über die Zeit und konnte so nach 1996 wieder zwei Auswärtssiege hintereinander verbuchen. Die ‚Fohlen‘ befinden sich im Trapp und mit Selbstbewusstsein auf dem Weg nach oben…
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Eintracht Frankfurt: Nikolov – Ochs, Franz (73. Teber), Russ, Spycher – Chris, Schwegler – Steinhöfer (64. Köhler), Caio, Korkmaz- Meier
Weiter im Kader: Fährmann (ETW), Jung, Heller, Bajramovic, Tsoumou
Bor. M’gladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Jaurès – Bradley, Marx – Reus (90. +2 Kleine), Arango (83. Meeuwis) – Matmour, Friend
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Jantschke, Colautti, Lamidi, Neuville
Tore: 0:1 Nikolov (54., Eigentor), 0:2 Brouwers (65.), 1:2 Schwelger (86., Handelfmeter)
Gelbe Karten: Ochs, Meier, Russ / Marx
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
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