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Bäcker und Herrmann: Die Youngster der Borussia trumpfen auf

baecker_herrmann_fohlen_hautnahBäcker gegen Bochum  mit erstem Bundesligator, Herrmann mit erstem Assist

Andreas Plum und Manuel Diaz

Viel wurde im Vorfeld der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VFL Bochum darüber berichtet und spekuliert, ob es bei den ‚Fohlen‘ zum Debüt der beiden Youngster Patrick Herrmann und Fabian Bäcker kommt. Von Beginn an lief zwar keiner der beiden Talente auf, doch sie standen im Aufgebot und sorgten nach ihren Einwechslungen in Zusammenarbeit für den 1:2-Anschlusstreffer.

Beibehalten oder ein wenig modifizieren wollte Michael Frontzeck sein System zum Rückrundenstart gegen den VFL Bochum. Ein personeller Engpass in der Offensive hatte den 45-jährigen zu den Umbaumaßnahmen gezwungen. Frontzeck entschied sich richtigerweise für die Beibehaltung des Systems und brachte neben Raúl Bobadilla eine weitere Sturmspitze.

Doch nicht der in der Wintervorbereitung erfolgreiche Fabian Bäcker (Anm. d. Red.: drei Tore), sondern Moses Lamidi erhielt eine Chance und kam somit zu seinem ersten Saisoneinsatz von Beginn an. »Ich denke, dass Moses Lamidi von der Schnelligkeit her kommt. Von den Spielern, die im Offensivbereich auf der Bank saßen, war und ist er zudem der ‚erfahrenste‘. Ich denke, dass er einfach mal auch eine Chance verdient gehabt hat«, begründete Michael Frontzeck die Entscheidung für den 22-jährigen, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, von Beginn an auflaufen zu lassen.

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Jungprofi Fabian Bäcker bekam dennoch seine Chance und betrat in Minute 63 für Moses Lamidi die ‚Bühne‘ Bundesliga. »Da ich weiß, dass Fabian seine Stärken im 16-er hat, habe ich ihn in unserer Drangperiode eingewechselt«, erklärte Frontzeck die Einwechslung.

In der Tat zeigte der 19-jährige bei seinem Bundesligadebüt erneut seinen Torriecher und bewies Kaltschnäuzigkeit, als er nach dem klasse Zuspiel des zweiten Debütanten Patrick Herrmann eiskalt zum 1:2 einnetzte und so das Vertrauen des Trainers zurückzahlte.

»Ich habe mit Patrick lange im Internat gewohnt und auch im letzten Jahr noch zusammen mit ihm in der U19 gespielt. Schon dort haben wir uns gut verstanden und deshalb war es auch kein Zufall, dass er mich so angespielt hat. Er weiß, wie ich laufe und ich weiß meistens, wie er die Bälle spielt. Wir kennen uns ziemlich gut und die Gegenspieler eben noch nicht. Wir machen uns da keinen Kopf und von daher hat es in dem Moment ganz gut gepasst«, beschrieb Fabian Bäcker.

Den ersten Bundesligatreffer beim ersten Bundesligaeinsatz möglich gemacht hatte ein zweiter Youngster. Der noch für die U19 der Borussia spielberechtigte Patrick Herrmann überzeugte ebenso in der Wintervorbereitung und bekam so ab Minute 79 die Möglichkeit, sich in der Bundesliga zu bewähren.

Der 18-jährige, der für Kapitän Filip Daems den Rasen im Borussia-Park betrat, fügte sich sofort sehr gut ein. Ähnlich wie beim Düsseldorfer Wintercup setzte der Youngster bei seiner ersten Ballberührung seinen Mitspieler mit Übersicht glänzend in Szene und sorgte somit mit seiner Vorlage für den Anschlusstreffer. »Es ist natürlich schön, wenn man im ersten Spiel eine Torvorlage gibt. Unter dem Strich steht jedoch, dass wir verloren haben und aufgrund dessen bin ich nicht ganz zufrieden«, ließ Herrmann nach dem Spiel in die Notizblöcke der Journalisten notieren.

Auch Patrick Herrmann, 2008 aus Saarbrücken nach Mönchengladbach gekommen, machte das nahezu ‚blinde‘ Verständnis mit Fabian Bäcker als Garant für den Treffer aus. »Die Flanke hat gut geklappt, ‚Fabi‘ ist in den Ball toll reingelaufen und macht das Tor. Wir kennen uns noch von der letzten Saison. Da haben wir zusammen in der U19 gespielt und öfters solche Spielzüge gemacht. Nun hat es auch in der Bundesliga geklappt. Das ist natürlich schön«, erklärte der 18-jährige.

»Die Beiden machen das Tor wunderbar,  ohne Wenn und Aber. Mit dem ersten Ballkontakt schlägt Patrick eine klasse Flanke, die Fabian dann schön verwertet. Das war eine schöne Aktion«, lobte Frontzeck die beiden Bundesligadebütanten. »Gerade für die beiden Jungen ist das schön. Man hat ja schon in der Vorbereitung gesehen, dass sie uns weiterhelfen können. Heute haben sie das gebracht, was sie als Einwechselspieler zeigen können«, fand auch Sportdirektor Max Eberl positive Worte.

»Es ist natürlich schön für die beiden Jungs und sie haben das gut gemacht. Schade, dass wir dann nicht mehr zum Ausgleich gekommen sind«, wusste auch Filip Daems die beiden Youngsters zu loben. Auch die gute Jugendarbeit der Borussia hob der Kapitän in diesem Zusammenhang hervor. »Die Beiden sind ein gutes Beispiel und ein Beleg dafür, welch gute Talente die Borussia in ihren Reihen hat…«.

Auf der anderen Seite konnte sich der Borussia-Coach jedoch nicht überschwänglich freuen, da trotz des Tores unter dem Strich nichts Zählbares heraussprang. »Mich hätte es natürlich noch mehr gefreut, wenn wir nach hinten heraus die Torchancen genutzt und zumindest einen Punkt ergattert hätten«.

»Mein erstes Bundesligaspiel, mein erstes Bundesligator und meine erste Bundesliganiederlage. Es fühlt sich im Moment nicht so gut an, denn im Moment überwiegt, dass wir nicht mindestens einen Punkt geholt haben. Vielleicht kann ich mich, wenn etwas mehr Zeit vergangen ist, etwas mehr darüber freuen«, brach auch Bäcker nach seinem Tor nicht in allzu große Freudentänze aus. 

»Es ist manchmal so. Man rennt zwar mit Mann und Maus an, aber irgendwie will der Ball eben nicht nochmal in das Tor. Das ist schade. Ich denke, dass wir noch mit ein bisschen mehr Glück ein ‚Kullertor‘ zum Ausgleich hinbekommen hätten. Es hat aber heute irgendwie nicht sollen sein«, analysierte Fabian Bäcker gerade die Schlussphase der Partie, in der der VFL erfolglos auf den Ausgleich drängte.

Während im Vorfeld der Partie gerade bei Patrick Herrmann verstärkt über einen Einsatz von Beginn an geschrieben wurde, so gaben sich die beiden hoffnungsvollen Talente zunächst mit bescheiden mit einer Kadernominierung zufrieden. »Mit einem Einsatz von Beginn an habe ich nicht unbedingt gerechnet. Ich war sehr zufrieden und froh, dass ich überhaupt im Kader sein durfte. Das ich dann auch noch eingewechselt wurde, war schon ein tolles Erlebnis«, strahlte Herrmann.

»Gestern habe ich eigentlich nur gehofft, dass ich überhaupt im Kader stehe und auf der Bank Platz nehmen kann. Das ich dann noch reinkomme, war natürlich super, aber wir haben eben leider verloren. Das bleibt eben hängen«, berichtete Bäcker mit gedämpfter Freude. 

Mit Sicherheit haben sie sich die beiden ‚Fohlen‘ mit dieser Leistung für weitere Einsätze zwar empfohlen, sollten jedoch nun weiter behutsam aufgebaut und an das hohe Bundesliganiveau herangeführt werden. Wenngleich sich die beiden Youngsters natürlich über weitere Einsätze, die mit sicherlich kommen werden, freuen würden, so gehen beide die Sache dennoch richtigerweise mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit an.

»Man hofft natürlich immer, dass man Bundesligaminuten und somit auch Erfahrungen sammeln kann, aber auch wenn ich ein gutes Gefühl habe, weiß ich nicht, wie es nun genau weitergeht«, beschrieb Patrick Herrmann, der ab dem kommenden Sommer einen gültigen Zweijahresvertrag als Profi in der Tasche hat.

»Ich mache mir darüber noch keine Gedanken. Das war jetzt der erste Eindruck von der Bundesliga. Ich schaue jetzt von Woche zu Woche und von Spiel zu Spiel«, sagt Jungprofi Fabian Bäcker.

Nicht erst heute haben sich Fabian Bäcker und Patrick Herrmann verstärkt in den Fokus gespielt. »Es ist für uns alle erfreulich, weil wir gesagt haben, dass wir einen Weg gehen wollen, wo auch junge Spieler eine Chance bekommen sollen«, Frontzeck. Die beiden haben Youngster haben sicherlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen und so sollte es auch in Zukunft nach Möglichkeit der Fall sein, dass die beiden auf dem Boden bleibenden und talentierten jungen ‚Fohlen‘ ihre Chance bzw. Einsatzmöglichkeiten erhalten…

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