Patrick Paauwe im Interwiev bei Radio 90.1 in der Sendung “Borussia Hautnah”
Gestern war unser “Abräumer” vor der Abwehr Patrick Paauwe zu Gast bei Moderatorin Petra(PeKo) Koch im Radio 90.1 Studio und sprach über seine Rolle bei der Borussia und erzählte ein wenig aus der vergangenen Zeit. In diesem sehr schönen jedoch auch phasenweise für mich und ich denke auch für Petra schwer zu verstehenden Interview zeigte sich wiedermal, was wir da für einen sehr sympathischen und bescheidenen Menschen wir haben. Hier nun die Zusammenfassung des Interviews in Form eines Berichtes.
1. Begrüßung und Vorstellung mit seiner Vita.
2. PeKo: Bei der Borussia bist Du der Stratege und Deine Mitspieler bezeichnen dich als „Kopf“ der Mannschaft… Das hörst Du nicht gerne, oder?
Patrick: “Ach, Kopf der Mannschaft… Das ist der Trainer.”
PeKo: Die Spieler sagen da etwas Anderes. Lass uns mal hören, was zum Beispiel Sascha Rösler dazu sagt…
Sascha Rösler: Ne, komm. Also das würde ich nicht sagen… Auf Patrick können wir jetzt auch verzichten. Ich glaube, dass weiß jeder. Er gibt der Mannschaft ja auch wenig und ist überhaupt kein Führungsspieler, der gar nicht dirigieren kann und ich denke, damit ist auch alles gesagt. (lacht)
Nein also nun mal im Ernst. Patrick ist schon der Kopf der Mannschaft. Er ist auch derjenige, der viele kritische Punkte anspricht. Das ist auch unheimlich wichtig für eine Mannschaft, dass es so einen gibt, der sich das mal traut. Patrick kann mit dem Trainer sehr gut umgehen und auch deshalb ist er vielleicht der wichtigste Spieler in unserer Mannschaft.”
PeKo: Der wichtigste Spieler in der Mannschaft… Das sagen sie alle. Der Kopf der Mannschaft6 sagen auch alle. Dann muss da ja was dran sein, oder…?
Patrick (lacht): “Na es ist natürlich schön, dass zu hören, aber wir haben alle unsere Qualitäten. Jeder bauch die im Spiel um diese dann auch gut absolvieren zu können. Das probiere ich auch. Ich bin nicht immer der Spieler, der viele Aktionen hat oder gar den entschiedenen Pass spielt. Ich probiere im Spiel immer die Balance zu halten. Natürlich gehen nicht alle Sachen gut und darüber wird dann auch mit dem Trainer und der Mannschaft gesprochen.”
3. PeKo: Heißt das, dass Du auch viel mit dem Trainer redest und so eine Art Schnittstelle zwischen Mannschaft und Trainer bist und bist Du so einer, der auch zwischen beiden vermittelt?
Patrick: “Na ich probiere natürlich mit meiner Erfahrung auch über Dinge mit dem Trainer zu reden, was man zum Beispiel verbessern kann oder über das, was gut ist. Du musst natürlich auch immer das Positive sehen. Es war gut, dass der Trainer und auch Christian Ziege sowie der Verein am Anfang der Saison Ruhe bewahrt haben. Dann kommt auch der Rest von ganz alleine und es wird laufen. Wir haben sehr viele gute Spieler mit einem guten Charakter und das haben wir jetzt auch auf dem Platz gesehen.”
4. Ihr habt euch sehr schnell eingespielt und habt nur 3-4 Spiele am Anfang gebraucht, um euch zu finden. Dann lief es wie von selber. Du musstest nicht oft verlieren mit der Mannschaft. Kannst Du gut verlieren?
Patrick: „Natürlich kann ich auch verlieren, denn das gehört nun mal dazu aber dann bin ich richtig sauer. Dann überlege ich für 2-3 Tage über das „Warum“. Natürlich muss man eine Niederlage dann schnell vergessen und sich auf das nächste Spiel vorbereiten und konzentrieren. Das ist das Gute bei Borussia. Wenn wir ein Spiel nicht gut gespielt haben, dann wissen wir, dass wir im nächsten Spiel wieder die Chance haben, uns zu verbessern. Wir wissen, dass wir immer Chancen kreieren und sie nutzen können. Das nächste Spiel ist wieder wichtig und da ist es gut für uns zu wissen, dass wir da schon wieder viel besser sein sowie Tore schießen können.
5. PeKo: Ist Fußball auch ein Stückweit Philosophie für Dich?
Patrick: “Na ein klein wenig natürlich auch. Da spielt dann auch meine Erfahrung eine Rolle.”
6. PeKo: Du kommst aus einer Fußballfamilie. Dein Bruder ist aktuell Torwart bei Twente Enschede und auch Dein Vater hat aktiv gespielt. Er hat euch mehr oder weiniger in den Fußball reingebracht. Hattest Du überhaupt eine Chance, etwas anderes als Fußballer zu werden?
Patrick (lacht): „Meine Eltern haben alles gemacht, um uns das Beste zu ermöglichen und zu geben. Somit haben sie uns auch beim Fußball unterstützt. Ich wollte immer Fußballer werden und weiß auch nicht, was ich sonst geworden wäre (lacht). Zu meinem Bruder habe ich natürlich noch regelmäßigen und guten Kontakt. Wir sprechen dann auch viel über Fußball. Jetzt bekommt er ja demnächst bei Enschede einen neuen Trainer und auch über solche Dinge sprechen wir dann bzw. wir tauschen uns aus. Auch wenn es mal bei dem Einen nicht so gut läuft, dann reden wir und bauen uns gegenseitig auf. Dann telefonieren wir viel. Das mache ich auch gerne mit meinem Vater, um den Kopf frei zu bekommen.”
PeKo: Ist das für Dich dann ein Hobby, was man zum Beruf gemacht hat?
Patrick: “Ja, natürlich. Ich denke, dass ist es für jeden, der diesen Sport mag. Ich habe dahingehend den schönsten Beruf, den es gibt. Dein Hobby als Arbeit machen ist das Beste, was einem passieren kann.”
PeKo: Du hast 2 Söhne. Wirst du ihnen sagen, dass sie Fußballspielen sollen oder spielen sie schon Fußball? Wie ist da so die Tendenz und hättest Du was dagegen?
Patrick: “Na, sie sind jetzt 3 und 5 Jahre. Sie machen gerne etwas mit dem Ball, egal ob mit den Füßen oder mit der Hand. Das ist ihnen egal. Auch schwimmen gehen sie gerne. Sie machen eigentlich alles. Ich gebe ihnen da auch nichts vor. Na nicht unbedingt gerne. Wenn es so kommt, dann kommt es so. Wenn es nicht so kommt, dann ist es auch gut.”
7. Peko: Du bist spät nach Deutschland gekommen…
Patrick: “Ja, dass ist auch so. Ich bin schon mal vor 4 Jahren mit Deutschland in Verbindung gebracht worden. Da kamen dann schon einige Journalisten zu mir aber nun ist es halt erst jetzt zustande gekommen.”
PeKo: Du hast mit Feyenoord Rotterdam den UEFA-Cup gewonnen. Man sagt ja eigentlich, dass so ein Mann nicht in die 2.Liga geht. Das war auch ein bisschen Risiko für Dich, oder?
Patrick: “Ja, weiß ich nicht. Das war auch mein erster Gedanke. Bei der 2.Bundesliga denkst du nicht wow, aber wenn Borussia Mönchengladbach kommt und anfragt, dann sagst Du wow… Das ist ein großer Club mit erfolgreichen Jahren. Die letzten Jahre waren die Erfolge eher weniger, dass weiß ich, aber sie werden nun wieder aufsteigen und da will ich gerne bei sein und ein kleinwenig mithelfen, wieder zu Erfolgen zu kommen. Das war für mich die Herausforderung um zu Borussia zu kommen.”
PeKo: Da hast Du ja offensichtlich alles richtig gemacht, denn ihr seid so gut wie aufgestiegen oder hört ihr das auch noch nicht so gerne…?
Patrick: “Nein, natürlich nicht. Wir sind noch nicht aufgestiegen. Wir haben noch 5 Spiele. Wir sind zwar 7 Punkte vor dem 4. Platz, aber wir müssen noch immer 3 mal gewinnen. Dann sind wir sicher. Natürlich werden wir aufsteigen, aber wir haben noch ein Ziel und das ist „Meister“ werden. Das ist auch wichtig für uns. Wir sind seit dem 9.Spieltag auf Platz 1 und das wollen wir bis zum Ende der Saison bleiben.”
8. Überraschungsgast live am Telefon: Jürgen Dircks, der aktuell Jugendtrainer beim PSV Eindhoven ist und mit Patrick zusammen beim PSV und Fortuna Sittard gespielt hat.
“Patrick ist ein Organisator, und das auf und neben dem Fußballplatz. Wir hatten zusammen sehr viel Spaß gehabt. Auch bei Sittard hatten wir eine schöne Zeit. Das war damals eine gute Mannschaft. Die Freundschaft mit Patrick ist immer sofort wieder da, auch wenn wir uns mal 2 oder 3 Wochen nicht sprechen. Das ist das Schöne daran. Auch unsere Frauen sind miteinander gut befreundet uns sie sehen sich öfter als Patrick und ich. Es ist so, als wäre keine Zeitspanne dazwischen gewesen. Ich glaube zu dem, dass Patrick auch ein guter Trainer wird.”
9. PeKo: Ihr wollt noch nicht über den Aufstieg reden, aber im Endeffekt wisst ihr alle selber, dass ihr es selber schuld seid, wen ihr es euch noch versauen würdet…
Patrick: “Ja, dass kannst Du so sagen. Das wissen wir auch aber, wir sind noch nicht am Ziel. Wir müssen uns immer auf das nächte Spiel konzentrieren und Fußballspielen. Das ist das Wichtigste.”
PeKo: Beim letzten Spiel habt ihr vielleicht gedacht, dass es auch mit 70% geht. Das ging nicht, aber ihr habt dann noch ein Unentschieden rausgeholt. War das dann auch mal ganz gut, um richtig wach zu werden für die nächsten Spiele?
Patrick: “Ja, ich denke, dass das gut gewesen ist. Das war ein sehr glückliches Spiel für uns. Es war sicherlich ein geschenkter Punkt, den wir geholt haben. Jena hat alles gegeben was sie können, um den Abstieg noch zu vermeiden. Sie waren da nicht schlecht und wir waren nicht gut drauf und konzentriert. In der Kabine haben wir uns zusammengerauft und gesagt, nun zu kämpfen und alles zu geben und so haben wir am Ende auch glücklich 1 Punkt geholt.”
PeKo: Nächstes Spiel gegen 1860 München. Da wird es hier zu Hause sicherlich anders aussehen…
Patrick: “Ja, dass weiß ich zwar nicht, aber ich hoffe es. Zu Hause ist das immer anders. Dann hast Du die Fans im Rücken und dann geht vieles fast von selber. Das ist für uns auch wichtig, die Fans im Rücken zu haben. Ich denke, dass das ein ganz anderes Spiel werden wird, da München nach Oben sowie Unten nichts mehr großartig erreichen kann. Wir sind besser, aber dass müssen wir auf den Platz bringen und es zeigen.”
10. Letzte Frage. PeKo: Dein Spitzname “Iceman”… Ist das eine Erfindung der Presse oder haben Deine Mannschaftskollegen Dir den gegeben? Gefällt er Dir?
Patrick: “Puh, dass weiß ich nicht. Kann ich so nicht sagen. Der erste, der mir den Namen gab, war Marvin Compper. Ach, da sind so viele Namen. Auch bei Feyenoord gab es einige Namen. Ich gebe da nichts drum.”
Das war das sehr nette und locker geführte Interview mit Patrick Paauwe. Bescheiden wie er ist und wohl auch jeder wäre, hebt er sich in unserer Mannschaft nicht hervor und stellt die Truppe in den Vordergrund. Auch diesen Charakterzug zeichnet unsere ganze Mannschaft und jeden einzelnen Spieler dieses Jahr aus. Dennoch ist Patrick ein ganz wichtiger Bestandteil dieser Mannschaft und wie wir erlebt haben, auch schwer zu ersetzen. Als Organisator vor der Abwehr traue ich ihm das auch in der Bundesliga zu. Schade Patrick, dass Du schon so “alt” bist… Bleibe gesund und erfreue uns noch lange in unserer klasse Mannschaft.

















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