Michael Frontzeck – Rückkehr in die Oase Freiburg mit geschraubtem System
Vor dem Auftritt der Borussia im Breisgau – Analyse und Systemfragen
Andreas Plum
Auch am Tag nach der bitteren Pokalniederlage von Borussia Mönchengladbach gegen den MSV Duisburg trat Michael Frontzeck gewohnt sachlich auf, und stand den zahlreich anwesenden Journalisten nach der Trainingseinheit analytisch und besonnen gegenüber. Während sich die im Pokalspiel eigesetzten Spieler nach dem 45-minütigen Radfahren zum Duschen aufmachten, so berichtete der 45-jährige über die »Oase Freiburg« und über seine Gedanken, eventuell Veränderungen in der Startformation vorzunehmen …
Es war einiges los am Borussia Park, als die Profis von Borussia Mönchengladbach einen Tag nach dem Ausscheiden gegen den MSV Duisburg den Trainingsplatz betraten. Diesen betraten allerdings nicht die Protagonisten der Niederlage.
Während diese sich auf die Räder schwangen, und sich so de Borussia Park entfernten, so waren es lediglich die Rekonvaleszenten, wie Filip Daems und Thorben Marx, die sich mit den nicht eingesetzten Spielern auf den Trainingsplatz begaben.
Hatte Michael Frontzeck seinen Profis zuvor für heute »bei normalem Verlauf« einen freien Trainingstag eingeräumt, so strich der 45-jährige diesen kurzerhand, und wies in einem Atemzug drauf hin, »dass es bitte kein Straftraining ist…«.
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Nachbesprechen wolle der Borussen-Coach diese Niederlage, und seinen Spielern so die gemachten Fehler vor Augen halten. »Wir werden kein Training im normalen Sinne, sondern auch eine Analyse mit Bildmaterial machen. Dann machen wir auch einen Strich drunter und werden für die, die gespielt haben, ein lockeres Training machen«, so Frontzeck.
Es besteht durchaus Gesprächsbedarf, um den Lernprozess weiter voranzuführen, und nicht gänzlich ins Stocken geraten zu lassen. Dazu denkt der 45-jährige, auch über Veränderungen in der Startelf und über eine leichte Veränderung im taktischen Bereich nach, um der Mannschaft mehr Sicherheit zu geben.
»Ich will es nicht zur Kopfsache werden lassen. Man kann am System schrauben und man kann natürlich auch personell etwas verändern. Du hast die Möglichkeit, den ein oder Anderen frischen Spieler mit ins Boot zu nehmen, um der Mannschaft vielleicht noch ein bisschen mehr Halt und mehr Hilfe mit auf den Weg zu geben. Da werde ich noch mal eine oder zwei Nächte drüber schlafen und schauen, was wir machen«, macht sich Frontzeck seine Gedanken.
Während man dahingehend nun munter spekulieren darf, so stellt sich der Coach dennoch hinter jedem seiner Spieler. »Wenn ich sehe, dass eine Mannschaft marschiert und arbeitet, dann stelle ich mich immer vor sie. Auch wenn ich dann Gefahr laufe, etwas auf meinen dicken Kopf zu bekommen. Das ist eine Grundvoraussetzung«, stellt Frontzeck klar.
Einzelne Positionen benannte der 45-jährige verständlicherweise nicht, doch es könnte im Breisgau auf eine Systemumstellung hinauslaufen, bei dem der wiedergenesene Thorben Marx an der Seite von Michael Bradley, der es laut Michael Frontzeck gegen Duisburg »gut gemacht hat«, aufläuft. Hinter den Beiden wird wie gewohnt Marcel Meeuwis agieren.
In der Viererkette könnte Paul Stalteri eine Chance erhalten. Dann würde es wohl daraus hinauslaufen, dass Tobias Levels auf die linke Seite, und der Kandier auf die rechte Abwehrseite rückt. In der Offensive könnten dann neben der einzigen Sturmspitze Raul Bobadilla auf den Außenbahnen der Ex-Freiburger Karim Matmour und Juan Arango zum Einsatz kommen.
Mehr Sicherheit und Halt möchte Michael Frontzeck seiner doch leicht angeschlagenen Truppe geben. Eine durchaus sinnvolle und verständliche Maßnahme.
Der Weg ist bekanntlich das Ziel, und Michael Frontzeck lässt sich auch nach den drei bitteren Niederlagen in Folge richtigerweise nicht beirren, und nicht von seinem Weg abbringen.
»Wir können eins machen. Das ist harte Arbeit und weiter den eingeschlagenen Weg, den ich keinen Millimeter verlassen werde, gehen. Also wir werden jetzt, was die spielerische Ausrichtung angeht, nicht grundlegende Dinge verändern. Ich denke, dass das Publikum auch ein Stückweit unsere Art, wie wir Fußball spielen, angenommen hat«, berichtet der Borussen-Coach.
Neben Karim Matmour kehrt auch Michael Frontzeck für ein Spiel in den Breisgau zurück. Der heute 45-jährige absolvierte von 1997 bis 1999 63 Spiele (3 Tore) für den SC Freiburg, ehe er im Anschluss zu den ‚Fohlen‘ zurückkehrte. An seine aktive Zeit an der französischen Grenze erinnert sich der frühere Abwehrspieler gern zurück.
»Mir hat es dort großen Spaß gemacht, und es war eine schöne Zeit. Ich habe dort zwei Jahre verbracht, und mich dort auch privat sehr wohl gefühlt. Es war eine sehr interessante Zeit«, schaute Frontzeck auf seine aktive Zeit zurück.
Beim Aufsteiger herrscht nahezu durchweg Ruhe, und genau diese weiß der Ex-Freiburger zu würdigen. »Das ist im deutschen Fußball so ein bisschen eine Oase, weil dort auch nur die ‚Badische Zeitung‘ ist, die ‚Bild-Zeitung‘ wird auch Stuttgart gemacht. Du kannst dort eigentlich in Ruhe arbeiten. Es ist überall ein bisschen Anspannung und Druck vorhanden, aber in Freiburg nicht so, wie es eigentlich in der Bundesliga üblich ist«, berichtete der Borussen-Coach.
Zudem lobte Michael Frontzeck abschließend die die Arbeit seines Trainerkollegen. »Ich denke, dass Robin Dutt diesen schweren Übergang von Volker Finke hervorragend hinbekommen hat. Das, was ich da am letzen Sonntag in Berlin gesehen habe, war nicht so schlecht«, befand Frontzeck.
Im Spiel beim SC Freiburg wird sich also zeigen, wie und ob die Mannschaft den vom Trainer gewünschten und geforderten Lernprozess umgesetzt hat. Mit einer Niederlage beschäftigen möchte sich der 45-jährige indes nicht. »Wir fahren dahin, und wollen etwas holen«.
Wie auch immer die ‘Fohlenelf’ am Sonntag auflaufen wird. Der Mannschaft und dem Trainer ist im Breisgau durchaus ein positives Ergebnis, was auch für die Köpfe von Nöten ist, mehr als zu wünschen, denn sonst könnte es bald, auch wenn Ruhe und Kontinuität mehr als gefragt und nach wie vor von Nöten ist ist, zu mindestens ein wenig ungemütlich werden …
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