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“Niemand erwartet in dem Spiel etwas von uns” Hans Meyer vor dem Spiel gegen Bayern München

meyer_trainer.jpgAndreas Plum

Noch vier Tage sind es, bis Borussia Mönchengladbach den FC Bayern München im ausverkauften Borussia Park empfängt. Bis Samstag absolviert die Mannschaft noch drei Trainingseinheiten. Nicht allzu viel zeit also, um sich auf das Spiel vorzubereiten. Auch die Personalsituation ist nach wie vor gerade im Abwehrbereich angespannt, und da auch Johannes van den Bergh aktuell mit Kniebeschwerden zu kämpfen hat, werden somit auch die drei Youngster Oliver Stang, Christian Dorda und Tony Jantschke vorerst bei den Profis bleiben, wie Hans Meyer im heute durchgeführten Pressegespräch durchblicken ließ.

Da es bekanntlich in diesen Tagen auf die kalte und auch triste Jahreszeit zugeht, haben nicht nur gerade „normale” Menschen gegebenenfalls mit Erkältungen zu kämpfen. Auch Fußballprofis sind für Schnupfen etc. empfänglich und so hat es bei der Borussia auch Frederic Löhe, Moses Lamidi und Roel Brouwers erwischt. Alle drei haben heute im Gegensatz zu van den Bergh, der heute Mittag leicht trainieren konnte, nicht am Training teilgenommen. „Alle drei sind erkältet”, sagte Meyer heute.

Bei Patrick Paauwe und Steve Gohouri, die beide bisher mit muskulären Problemen zu kämpfen hatten, sieht es indes gut aus, und ein Einsatz für Samstag gegen den FC Bayern könnte möglich sein. „Ich hoffe, dass es bei beiden was bis Samstag wird”, so der 66-Jährige heute.

Bei Oliver Neuville, der sich im Spiel der U23 gegen Preußen Münster am vergangenen Sonntag einen Muskelreinriss im rechten Oberschenkel zuzog, werden die nächsten zwei bis drei Tage zeigen, wie lange der 35-Jährige ausfallen wird. Dazu ist es von Nöten, dass der Bluterguss abgeklungen ist.

Aufgrund der engen Personaldecke bleiben die drei Youngster also erst mal im Kader der Profis. „Sie bleiben erst mal dabei. Wenn Gohouri zur Mannschaft stößt, würde ich auf einen von den jungen verzichten. Wahrscheinlich würde ich mir dann Oliver Stang nicht hinsetzen, aber das ist noch total offen”, so Hans Meyer heute.

Dass der Sieg bei Arminia Bielefeld gerade in der jetzigen Situation ohne Zweifel sehr wichtig war, bekräftigte der Coach auch heute nochmals. „Es war genauso Balsam auf die Seele, wie die Pleite gegen Frankfurt ein Schlag ins Gesicht war. Da wir auswärts bisher nur einen Punkt geholt haben, wäre eine Niederlage in Bielefeld gar nicht absonderlich gewesen. Bis Weihnachten wollen wir Land sehen. Wenn einen Punkt auf die Nichts-Abstiegsplätze zurückliegen, wäre das in Ordnung. Noch schöner für die moralische Situation wäre es, wenn wir da stehen, wo wir aktuell stehen. Aber niemand soll anfangen zu träumen. Wenn man zu Hause als Aufsteiger vier von sechs Heimspielen verliert, schrillen die Alarmglocken unglaublich. Diese vier verlorenen Heimspiele werden uns noch ganz lange begleiten”, sagte Meyer heute.

Im Hinblick auf das Spiel gegen den deutschen Rekordmeister sieht der der 66-Jährige eigentlich eine „einfache” Aufgabe und sieht einen Erfolg gegen die Bayern als eine Zugabe. Er fügte jedoch zugleich auch hinzu, dass man in das Spiel nicht gehe, um möglichst niedrig zu verlieren. “Niemand erwartet in dem Spiel etwas von uns. Jeder rechnet doch damit, dass wir das Spiel verlieren. Wenn wir hier auflaufen und nicht nach zehn Minuten mit 0:5 zurückliegen, wird niemand im Stadion pfeifen. Gegen Frankfurt habe ich mir, als sich das Team am Ende ohne klare Linie aufgebäumt hat, etwas mehr Unterstützung erhofft. Nur das ist ein ganz anderes Spiel. Da hat jeder einen Sieg von uns erwartet. Rein vom Kopf her ist es gegen Bayern ist es eine ganz andere Ausgangsposition. Ich weiß nicht, ob der ein oder andere zu jung ist, um so ein herrliches Spiel gegen Bayern vor ausverkauftem Haus mitzumachen, und ob es ihn motiviert oder lähmt. Das ist sehr unterschiedlich bei jungen Spielern. Wir gehen aber auch nicht mit der Einstellung rein: nicht hoch zu verlieren. Es war beeindruckend, wie die Bayern ihre letzten Spiele mit viel Klasse für sich entschieden haben. Nicht mit überragenden Chancenvorteilen oder fußballerischer Dominanz, aber mit einer unglaublichen Effizienz. Es gibt in Europa viele Mannschaften, die sich vom Niveau nicht viel nehmen. Den Unterschied machen dann ein, zwei Spieler, die über ein überdurchschnittliches Niveau verfügen”, so Meyer im Hinblick auf das Spiel gegen den FC Bayern München.

Bei vier Spielen und im täglichen Training hat Hans Meyer seine Truppe nun unter die Lupe nehmen und begutachten können. Erkannt haben will er bei der Mannschaft, bei der er die Altersstruktur als ein Problem ansieht, einige Stärken und Schwächen. „Es ist eine willige, fußballerisch talentierte Mannschaft, jedoch auch mit genügend Schwächen. Die Altersstruktur ist für eine Bundesliga-Mannschaft nicht optimal. Aber das kann durch den ein oder anderen schnelleren Schritt eines jungen Spielers vielleicht schneller ausgeglichen werden als man glaubt”, so der 66-Jährige heute.

Definitiv, also auch gegen den deutschen Rekordmeister, werden der Borussia auch weiterhin Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Sebastian Schachten, Sebastian Svärd und Alexander Voigt, die zwar allesamt auf dem Weg der Besserung sind, fehlen. Für sie ist eine Rückkehr ins Mannschaftstraining in dieser Woche noch zu früh. Auch Jean-Sébastien Jaurès und Thomas Kleine, die nach ihren Operationenn noch ausfallen, sind definitiv bis Weihnachten außer Gefecht.

Keine gute Ausgangslage also aktuell und so bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass sich die Verletztenliste der Borussia bald verkleinert.