Vor dem Spiel gegen Nürnberg – Ex-Borusse Thomas Broich: »Ich schaue gerne zurück«
Andreas Plum und Alexander Endl (clubfans-united.de)
Im Juli 2006 wechselte Thomas Broich von Borussia Mönchengladbach zum rheinischen Rivalen der ‚Fohlen‘. Mittlerweile hat der 28-jährige seine Zelte beim 1.FC Nürnberg aufgeschlagen, und trifft am kommenden Samstag mit dem Club im easyCredit-Stadion auf die Borussia. Im Vorfeld der Partie sprachen wir in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Online-Portal clubfans-united , der in Person von Alexander Endl die Fragen stellte, mit dem Ex-Borussen unter Anderem über seine Zeit bei der Borussia, und über das kommende Aufeinandertreffen beider Vereine.
Fohlen-hautnah: Hallo Thomas. Du bist vor der Saison vom rheinischen Rivalen der Borussia zum 1.FC Nürnberg gewechselt. Was hat schlussendlich den Zuschlag für den Club gegeben, nach dem du auch bei St. Pauli im Gespräch warst, und warum kam es beim FC zu keiner Vertragsverlängerung?
Thomas Broich: In Köln gab es keine Gespräche mehr um zu verlängern. Was den Ausschlag für Nürnberg gegeben hat war sicher der Trainer. Michael Oenning kenne ich aus meiner Zeit aus Gladbach sehr gut, und über die Jahre ist der Kontakt nie abgerissen. Davon habe ich mir viel versprochen, und bin davon auch nicht enttäuscht worden.
Fohlen-hautnah: Wie siehst du deine persönliche Entwicklung zur deiner Zeit bei Borussia, warum hat es da nicht so geklappt, und warum hast und du dich dann für den Schritt in die 2. Liga nach Köln entschieden?
Thomas Broich: Bei Gladbach war das damals auch sehr schwierig mit unterschiedlichen Sportdirektoren und Trainern. Sportlich waren Erfolge auch nicht an der Tagesordnung. Da war es für mich persönlich dann auch nicht so einfach. Aber ich blicke da auch gerne zurück, weil ich dort meinen Durchbruch geschafft habe, und auch eine sehr gute Zeit dort hatte.
Gut, gegen Ende dann nicht mehr, aber das ist ja normal, wenn man getrennte Wege geht. Und ich musste ja auch gehen, weil Jupp Heynckes nicht mehr mit mir geplant hat. Dann kam Köln als Möglichkeit, und das ist ja auch ein sehr, sehr attraktiver Verein.
Ich hatte aber gedacht, dass wir im ersten Jahr gleich aufsteigen würden, ich mir da ein gewisses Standing erarbeiten kann, und dann noch mal durchstarte. Aber in Köln war es dann genauso turbulent oder gar noch turbulenter als in Gladbach. Da habe ich schon paar schwere Jahre hinter mich gebracht, kann man sagen.
Fohlen-hautnah: Zu deiner Zeit bei Borussia hattest du als Ziel die Nationalmannschaft und die WM 2006. Leider hat dies zu der Zeit nicht geklappt. Glaubst du, dass heute jüngere Spieler eher die Chance erhalten?
Thomas Broich: Nein. Wir hatten damals auch schon sehr gute Chancen, und ich stand ja auch ganz kurz davor. Es gab da entsprechende Kontakte. Ich hatte damals aber auch Pech, denn ich hatte mir an der Patellasehne eine Entzündung zugezogen, und musste dann pausieren.
Wer weiß, vielleicht wäre das alles auch ganz anders gelaufen, wenn die Verletzung nicht gekommen wäre. Aber es ist müßig darüber zu spekulieren. Es hat aber eben leider einen kleinen Karriereknick bedeutet, und Köln war dann eben auch nicht die Station, bei der ich wieder richtig auf die Beine kam. Das ist schade, aber ich hoffe natürlich jetzt umso mehr, dass es beim Club der Fall sein wird.
Fohlen-hautnah: Du hast nun auch bei einem Verein auf der anderen Rheinseite gespielt … Was ist der Unterschied zwischen dem FC Köln und Borussia, und was hat dich zu einem Wechsel in die Domstadt bewogen?
Thomas Broich: Den größten Unterschied fand ich, dass Gladbach eigentlich ein bundesweites Phänomen ist, und Köln sich doch sehr auf die Stadt konzentriert. Für die Kölner ist Köln der Nabel der Welt, und die Borussen haben eben auch bundesweit viele Sympathien. Egal wo du dann auch hinkommst sind die Borussen-Fans. Ich denke, das ist eigentlich so der große Unterschied. Was die Tradition angeht, die Erfolge der Vergangenheit und die Sehnsucht danach, das ist bei beiden fast identisch.
Fohlen-hautnah: Und wie würdest du dann Nürnberg einschätzen?
Thomas Broich: Da kann ich mir noch kein Urteil erlauben.
Fohlen-hautnah: Unterhältst du dich mit Michael Oenning oder Peer Kluge auch mal über Borussia?
Thomas Broich: Eigentlich ist das kein Thema mehr. Klar erzählt man sich mal den einen oder anderen Schwank von damals, aber wie das aktuell dort abläuft, das interessiert uns jetzt diese Woche, weil wir konkret eine Taktik erarbeiten müssen. Aber sonst reden wir nicht über die Borussia.
Fohlen-hautnah: Wenn du jetzt mal kurz zurück schaust… Was sind dir für schöne Momente und auch eher weniger schöne Momente von und bei Borussia in Erinnerung geblieben?
Thomas Broich: Die schöneren Momente waren natürlich so die ersten Torvorlagen, und dann die ersten Tore überhaupt. Wir standen im Pokal-Halbfinale gegen Aachen. Dann die ersten Spiele im neuen Stadion, und zudem noch auf dem Bökelberg gespielt. Das waren schon ein paar Highlights.
Am Ende war es dann bitter, denn da war ich dann auch sehr umstritten, und so war es dann auch nicht einfach für mich, zu spielen. Da waren die Fansympathien dann enorm eingeschränkt. Das ist dann auch für einen Spieler, der ja auch immer das Beste gibt für die Mannschaft und für den Verein gibt, bitter. Aber das hat am Ende einfach nicht mehr so gepasst.
Fohlen-hautnah: Verfolgst du Borussia nach wie vor, und hast du noch Kontakt zum Verein, zu der Stadt, und zu ehemaligen Mitspielern?
Thomas Broich: Nein. Wenn man den einen oder anderen mal bei der Vorbereitung von Spielen trifft, oder mal in einer Stadt wie Köln, dann unterhält man sich kurz, aber es ist jetzt nicht so, dass ich mit jemand speziell befreundet wäre.
Fohlen-hautnah: Borussia ist mit sieben Punkten so gut wie lange nicht mehr in die Saison gestartet. Auch spielerisch überzeugt die Mannschaft aktuell. Wie siehst du die bisherige Entwicklung und die Neueinkäufe der Borussia aus der Ferne betrachtet, und was traust du ihr in dieser Saison zu?
Thomas Broich: Ich glaube generell, das ein guter Start in die Saison unheimlich wichtig ist. Weil du dann einfach von Anfang an nicht diesen Druck hast, du viel gelöster und befreiter spielen kannst. Ein Mittelfeldplatz ist der Borussia auf alle Fälle zuzutrauen. Auch wegen der Neuen wie Bobadilla oder auch Dante, auch wenn der nicht wirklich neu ist. Man hat sich da schon auch wirklich verstärkt und man hat mittlerweile eine stabile Truppe.
Fohlen-hautnah: In Nürnberg hat die Borussia zuletzt am 20.10.2001 mit 2:1 gewonnen. Was macht dich zuversichtlich, dass auch weiterhin vor erst das letzte Mal sein wird, und wie müsst bzw. solltet ihr zu Werke gehen…?
Thomas Broich: Wir haben natürlich eine Idee, aber wir werden das ja ganz sicher nicht öffentlich kund tun.
Fohlen-hautnah: Dein Tipp für Sonntag…
Thomas Broich: Das mit dem Tippen ist wie gesagt ja immer so eine Sache. Ich kann sagen, dass ich mir wünsche mir, dass wir gewinnen, aber einen Tipp will ich nicht abgeben.
Fohlen-hautnah: Das denke ich mir. Was soll man da auch anders sagen… Ich danke dir, Thomas, für das sehr nette Gespräch. Es hat mich gefreut, mal wieder etwas von dir zu hören. Außer Samstag wünsche ich dir für deine Zeit bei und mit dem Club alles erdenklich Gute und viel Erfolg.
Thomas Broich: Vielen Dank und gern geschehen.
Part II des Doppelinterviews von Fohlen-Hautnah und Clubfans-United – Fragen aus nürnberger Sicht:
Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews mit Thomas Broich in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Portal clubfans-united
Logan Bailly holt sich nach seiner langen Verletzung Spielpraxis beim Heimspiel der U23 im Grenzlandstadion am Freitag 11.09.2009 um 19 Uhr im Grenzlandstadion:
Liveticker – Borussia Mönchengladbach U23 vs. SC Verl, Freitag 11. September ab 19 Uhr
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