Ex-Borusse Kasper Bögelund im Interview
»Auf das Tor des Jahres für Borussia bin ich stolz«
13.11.2017 14:14 Uhr
Erzielte für Borussia bisher das letzte Tor des Jahres in der Bundesliga - Kasper Bögelund. Foto: Dirk Päffgen
Geschrieben von Andreas Plum
13.11.2017 14:14 Uhr

Von 2005 bis 2008 schnürte Kasper Bögelund seine Fußballschuhe für Borussia Mönchengladbach. Nicht zuletzt aufgrund seines ‚Tor des Jahres 2005’ hat sich der Däne in die Chronik des Klubs geschrieben. Im Interview mit unserer Redaktion spricht der heute 37-Jährige unter anderem über seine Zeit am linken Niederrhein, Landsmann Jannik Vestergaard und seine heutige berufliche Tätigkeit.

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Fohlen-Hautnah: Du warst rechter Verteidiger. Wie hat sich denn die Spielweise über die Jahre verändert?

Kasper Bögelund: Es ist für einen Außenverteidiger generell enorm wichtig, dass er mit im Spiel ist. Aber das war schon zu meiner Zeit so. Es gibt kaum einen Außenverteidiger, der nur gut im Verteidigen ist. Sie müssen auch mit nach vorne spielen können. Aber man muss auch sagen, dass es immer wichtiger ist, dass du physisch stark bist. Du musst schnell, zweikampfstark und gut am Ball sein.

Fohlen-Hautnah: Hättest du denn auch mal Lust, für die Weisweiler Elf, die Traditionsmannschaft von Borussia, zu spielen?

Kasper Bögelund: Interesse und Lust hätte ich auf jeden Fall. Aber die Entfernung ist da natürlich schon ein Problem. Da ist die Anfahrt mit acht Stunden schon etwas lang. Wenn sie aber mal in meiner Nähe spielen würden, würde ich da aber auf jeden Fall gerne mitspielen wollen. Da können sie dann gerne auf mich zukommen.

Fohlen-Hautnah: Im Zuge der Recherche nach deiner Person ist rausgekommen, dass du nach deiner aktiven Fußballer-Karriere eine im medizinischen Bereich eingeschlagen hast...

Kasper Bögelund: Genau. Nachdem ich im Januar 2013 meine Profi-Karriere bei Aalborg vorzeitig beendet habe, hab ich eine Ausbildung zum Masseur gemacht. In dem Bereich bin ich heute tätig. Einerseits bin ich Masseur der Profi-Mannschaft von Aalborg BK. Da kümmere ich mich dreimal die Woche um die Spieler. Insgesamt ist das natürlich schön für mich, weil ich immer noch in der Welt des Fußballs sein kann. Es gibt fast keine Verletzung, die ich als Spieler nicht selbst erlebt habe. Und so habe ich natürlich auch die Erfahrung und weiß, wie sich ein Profi fühlt und kann ihm viel mit auf den Weg geben. Das hilft mir als Masseur. Zudem arbeite ich in einer Sportklinik und kümmere mich dort um „normale“ Menschen. All das macht mir sehr viel Spaß.

Fohlen-Hautnah: Ein Trainerjob kam für dich nicht infrage?

Kasper Bögelund: Nein. Denn ich glaube, dass ich nicht der richtige Typ bin, um Trainer zu sein. Ich bin jetzt Trainer meines eigenen Sohnes, der in einer U11-Mannschaft spielt. Das ist noch ein kleiner Verein. Wenn er 13 Jahre alt ist, kann er zu Aalborg wechseln. Er möchte auch Fußball-Profi werden. Ob es ihm gelingt, muss man abwarten. Aber er ist ehrgeizig. Das ist schon mal eine Grundvoraussetzung, um es schaffen zu können. Ich werde ihn dabei natürlich unterstützen. Denn Profi-Fußballer ist in meinen Augen sicherlich der schönste Beruf der Welt. Und er weiß übrigens noch nicht, ob er für Deutschland oder Dänemark spielen möchte, wenn er es schaffen sollte. Aber dabei kann ich ihm nicht helfen. Das muss er selbst entscheiden (lacht).

Fohlen-Hautnah: Was wünscht du abschließend Borussia Mönchengladbach?

Kasper Bögelund: Nur das Beste. Ich hoffe, dass ihr Weg weiter nach oben geht und sie bald wieder in Europa und in der Champions League spielen können. Das haben auch die Fans einfach verdient. Aber das alles dauert. Man muss auch Geduld haben. Das ist ganz wichtig. Aber das wissen alle Verantwortlichen im Klub. Alles bei Borussia stimmt – vom Präsidenten bis zum Sportdirektor, den Fans und der Mannschaft. Auch das Wirtschaftliche, was immer wichtiger im Fußball wird, stimmt. In dieser Saison ist ja noch alles möglich. Sie sind auf Schlagdistanz. Ich glaube generell, dass Borussia eine wirklich gute Zukunft vor sich hat.

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