Christoph Kramer im Fohlenpodcast, Angebot von Benfica Lissabon
Kramer: »Habe Gladbach die Daumen gedrückt in der Relegation«
03.10.2017 10:52 Uhr
Kramer würde gerne mal mit Raffael tauschen, damit er alle ausdribbeln kann. Foto: Dirk Päffgen
Geschrieben von Hannah Gobrecht
03.10.2017 10:52 Uhr

Letzte Woche ist bei Borussia Mönchengladbach die vierte Ausgabe des Fohlenpodcast erschienen. Zu Gast war dieses Mal Christoph Kramer, der unter anderem verraten hat, warum er in der Relegation damals den Gladbachern die Daumen drückte und nicht dem VfL Bochum, bei dem er gerade einen Vertrag unterzeichnet hatte.

 Offene Rechnung mit Leverkusen

Nach zwei Jahren erkannte man auch in Leverkusen, dass Kramer einen großen Schritt nach vorne gemacht hatte. Man holte ihn zurück, obwohl er sogar damals schon die Gelegenheit hatte, zur Borussia zu wechseln. »Ich hatte sogar schon Kontakt mit Max Eberl. Er wollte mich in die A-Jugend nach Gladbach holen«, verrät Kramer und begründet seine Rückkehr zu seinem Ex-Verein: »Ich hab mich dann bewusst für Leverkusen entschieden, weil ich da noch eine offene Rechnung hatte«.

»Ich hab Gladbach die Daumen gedrückt«

Dort spielte er eine Saison lang (2010/11) bei den Amateuren in der Regionalliga. Dann meldete sich der VfL Bochum und der Wechsel wurde noch vor Ende der Saison perfekt. Für den Revierklub ging es um den Aufstieg in die Bundesliga und es standen bekanntlich noch die beiden Relegationsspiele gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Programm. »Die 1. Liga hätte ich mir damals noch nicht zugetraut«, sagt er. »Ich hab Gladbach die Daumen gedrückt, weil ich schon unterschrieben hatte in Bochum. Hätten sie die Relegation gewonnen, hätten sie bestimmt noch zwei Sechser geholt und dann wäre es für mich nicht so einfach gewesen«, beschreibt er seine damaligen Gedanken, die man durchaus nachvollziehen kann. »Da kann mir sicherlich niemand böse sein, das war jetzt auch sehr egoistisch gesagt«, fügt er hinzu.

Nein zu Benfica und zum SC Freiburg

In Bochum avancierte er schnell zur Stammkraft. Da zur damaligen Zeit sehr viele Scouts in Bochum auftauchten, um vor allem Leon Goretzka zu beobachten, rückte auch er irgendwann ins Blickfeld. Doch bevor der Wechsel nach Mönchengladbach auf den Tisch kam, beschäftigte er sich mit anderen Angeboten und liebäugelte sogar mit einem Wechsel nach Portugal: »Dann war ein bisschen Freiburg im Gespräch, was mich sehr interessiert hat. Das Ausland fand ich auch interessant, ich war bei Benfica Lissabon“, so Kramer, der ergänzt: »Ich hätte wahrscheinlich auch den Schritt gemacht, aber als dann Gladbach kam, musste ich echt nicht lange überlegen, weil alles gepasst hat«.

Ziel: 25x im Kader, 10x Kurzeinsatz

Hohe Ziele hatte er zunächst nicht. Doch Lucien Favre vertraute ihm und nahm sich Kramer immer wieder im Einzelgespräch und sogar im Einzeltraining vor die Brust. »Mein hochgestecktes Ziel war in der ersten Saison: 25x im Kader zu stehen und 10x zu Kurzeinsätzen zu kommen. Das hätte ich sofort unterfackelt«. Und plötzlich war er Stammspieler. Lediglich ein Bundesligaspiel verpasste er in seiner ersten Saison im Oberhaus. Dabei gilt er vor allem als Arbeiter, hat in den Partien regelmäßig die besten Laufwerte. Tore schießt er auch, zumindest hin und wieder. In 94 Bundesligaspielen traf er bisher fünfmal.  

Tausch mit Raffael

»Ich hatte immer den Traum von einem zwei bis drei Jahre jüngeren Bruder, der richtig gerne im Tor steht. Da hätte ich richtig viel Freude dran gehabt«, gibt er bekannt. Vielleicht ist das ein Grund, warum es für ihn bisher noch nicht so häufig mit einem Torerfolg geklappt hat. Für die spielerischen Leckerbissen sind eher andere verantwortlich, was er selbst weiß: »Ich würde gerne mal mit Raffael tauschen, um mal zu sehen, wie das so ist, wenn man einfach alle ausdribbeln kann«, grinst Kramer. 

Dabei schürte er gleich zu Beginn bei den Anhängern der Fohlenelf die Hoffnung, dass er vielleicht doch öfter knipsen werde. Denn in seinem ersten Heimspiel gegen Hannover 96, konnte er gleich als Torschütze gefeiert werden. »Du bist neu, sehr stolz und froh, dass du in der Startelf stehst. Dann stolperst du so ein Ding rein und das ganze Stadion feiert dich und ruft deinen Namen. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut, wenn ich dran denke.«

Christoph Kramer, das wurde in diesem Podcast nochmals deutlich, ist ein Fußballprofi, der über den Tellerrand hinausblickt. Er ist einer, der stets reflektiert und sich immer wieder bewusst macht, was er für ein priviligiertes Leben als Fußballer führen kann. In dem gut 90-minütigen Gespräch spricht Kramer natürlich auch ausführlich über die Weltmeisterschaft 2014 und hat viele weitere Anekdoten parat. Reinhören lohnt sich.

Die ganze Ausgabe gibt’s hier: https://soundcloud.com/fohlenpodcast 

Einen Kommentar verfassen

Als Gast kommentieren

0
Die Küche Einrichtungs GmbH

Innovatives Design, maßgeschneiderte Lösungen, unübertroffene Qualität

Kfz-Sachverständigenbüro Sebastian Dietz

Unfallschadengutachten, Unfallrekonstruktion & Wertgutachten

ibb Property Consulting

Erfolgreiche Bauherrenvertretung - eigentlich einfach, aber nicht selbstverständlich

Fohlen-Hautnah.de ist ein offiziell eingetragenes Magazin bei der Deutschen Nationalbibliothek (ISSN 1868-8233). Nachdruck und Weiterverarbeitung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.