Die Gefühlslage vor dem Pokalfight
Lasst uns Geschichte schreiben!
Es ist angerichtet. Die Nordkurve im Borussia-Park wird gegen die SGE wie gewohnt. brennen. Foto: Dirk Päffgen
  Kommentar
25.04.2017 05:35 Uhr
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Verfasst von Hannah Gobrecht

Dienstagabend, Flutlicht, Pokal - da sind Emotionen vorprogrammiert. In Mönchengladbach steht ein großer Fußballabend bevor. Im Halbfinale des DFB-Pokals ist das Team von Eintracht Frankfurt zu Gast. 

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Mit der Historie ist es doch eigentlich ganz einfach: Es gibt die Fans, die vor 1995 geboren sind und die Borussen-Anhänger, die nun maximal 22 Jahre auf dem Buckel haben. Dann gibt es die, die zwar vor 1995 auf der Welt waren, aber da gerade erst laufen konnten. Und dann gibt es natürlich die, die sich tatsächlich noch ganz genau an den 24. Juni 1995 erinnern können.

Entweder, weil sie an diesem Tag im Olympiastadion in Berlin waren oder sich in Scharen in den Kneipen dieser Welt versammelten, um das Pokalfinale von Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Wolfsburg zu verfolgen. Drei Jahre nach dem verlorenen Finale sollte es an jenem Abend klappen und Borussia war zum dritten Mal DFB-Pokalsieger. Sehnsüchtig blickt man seitdem hin und wieder zurück, als man am Tag danach die Pokalhelden in Mönchengladbach vor über 50.000 Leuten empfing und feierte - nachdem man in der Nacht zuvor den Kneipenwirten in der Stadt Rekordumsätze beschert hatte.

Natürlich gab es für Borussia wichtigere Spiele, in denen es um die Existenz und die Zukunft des ganzen Vereins ging - wie zuletzt in der Relegation gegen den VfL Bochum. Natürlich gab es große Fußballfeste gegen den FC Barcelona oder Juventus Turin. Aber es gab in der jüngeren Vergangenheit kein Spiel, indem man mit einem Sieg gegen ein Team auf Augenhöhe in ein Finale einziehen konnte. Denn normalerweise, so möchte es der Fußballgott (also der, der nicht Tony Jantschke heißt), trifft man spätestens im Halbfinale auf den FC Bayern oder Borussia Dortmund. So wie 2012, als man nach langem Kampf den Münchenern erst im Elfmeterschießen unterlag.

Bringen wir es auf den Punkt: Borussia Mönchengladbach hat am Dienstagabend eine riesengroße Möglichkeit, nach langer Zeit mal wieder in einem Finale zu stehen. Am Niederrhein braucht man keine Titel, um vor Freude komplett am Rad zu drehen. Man lechzt nur lediglich nach einem Endspiel - so groß ist die Sehnsucht nach der Chance um etwas „Blechernes“ spielen zu können. Und das immer mit dem Wissen, dass man dafür in einem Pokalwettbewerb auch einfach mal das nötige Glück braucht.

Große Gegner in der Champions League waren zuletzt ein tolles Geschenk, aber unter dem Strich waren es Bonusspiele für die harte Arbeit der letzten Jahre. Nun kann man sich für all’ das innerhalb von 90 oder 120 Minuten oder gar nach Elfmeterschießen belohnen. In nur einem Spiel. Mit nur einem Sieg. Dass man das bei Eintracht Frankfurt ähnlich sieht, kann man ihnen nicht verübeln. Schließlich muss man „nur“ Borussia Mönchengladbach besiegen, was in der Liga Anfang April fast gelungen wäre.

Jetzt geht’s aber um mehr als drei Punkte - im Grunde genommen geht es um gar keine Punkte. Jetzt geht’s darum, es den Gästen so schwer wie nur möglich zu machen. Von der ersten Sekunde an zu zeigen, dass es nur einen Sieger geben kann. Von Anfang an alles in die Waagschale zu werfen und mit der nötigen (gesunden!) Aggressivität in die Zweikämpfe zu gehen. Jedem verlorenen Ball hinterherjagen, bei jedem gewonnenen Ball die Fäuste ballen. Eine Einheit zu sein, genauso so, wie man es schon oft genug gezeigt hat. Für eine Gänsehautatmosphäre zu sorgen, um das Spiel zu einer Vollgasveranstaltung werden zu lassen.

Also, liebe Borussia - wir lautstark auf den Rängen und vor dem Fernseher, Ihr leidenschaftlich auf dem Platz! Gemeinsam für Berlin, gemeinsam für unseren Traum!

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