Selbstkritische Borussen und lange Gesichter
»Nicht die Borussia, die wir in der Rückrunde sonst gezeigt haben«
23.04.2017 11:41 Uhr
Enttäuschten gegen den BVB vor allem vor der Pause - Ibrahima Traoré und die Fohlenelf. Foto: Dirk Päffgen
Geschrieben von Andreas Plum
23.04.2017 11:41 Uhr

Drei Minuten fehlten Borussia Mönchengladbach, um im Borussen-Duell zumindest einen Punkt mitzunehmen, mit dem unter dem Strich hätte gut leben können. Doch am Ende stand gegen den BVB mit leeren Händen da. Die Gladbacher Borussen hatten allen Grund zu sich zu ärgern, mussten sich aber auch an die eigene Nase fassen.

Gerade einmal drei Minuten fehlten den Gladbacher Borussen, um aus dem Borussen-Duell zumindest einen Punkt mitzunehmen. Der wäre zwar nicht zuletzt aufgrund der schwachen ersten Halbzeit äußerst schmeichelhaft, aber mit Blick auf die Tabelle immens wichtig gewesen. Doch ein Freistoß-Kopfballtor von Raphael Guerreiro besiegelte kurz vor Schluss die gleichermaßen bittere und ärgerliche Niederlage der Fohlenelf.

Weil sie auch in dieser Situation im wahrsten Sinne nicht auf Ballhöhe war. »In der 87. Minute muss jeder wach sein. Da darf es nicht sein, dass Guerreiro mit 1,70 Meter ein Kopfballtor macht«, ärgerte sich Dieter Hecking zurecht. »Das dritte Tor must du einfach verhindern«.

»Dass wir das 2:3 kurz vor Schluss bekommen haben ist bitter, Guerreiro, einer der kleinsten Spieler auf dem Feld, hat das Tor gemacht«, haderte André Hahn und Yann Sommer ergänzte: »Ein dummer Standard, und ein relativer kleiner Spieler macht auch noch das Tor. Das ist ärgerlich«.

Fußballerisch vor der Pause alles vermissen lassen

In der Tat. Zumal sich der Schweizer Nationaltorhüter und seine Mannschaftskollegen nach einem frühen Rückstand zurückgekämpft hatten und dann kurzzeitig sogar in Führung lagen. Allerdings konnten die Borussen von Glück reden und sich bei Yann Sommer bedanken, dass die Partie nach den ersten 45 Minuten nicht schon zu Gunsten des BVB entschieden war und man stattdessen mit einem äußerst schmeichelhaften 1:1 in die Kabine gehen konnte.

Denn was die Fohlenelf da auf den Rasen brachte, war weit von dem entfernt, was sie imstande ist zu leisten. »Da haben wir gar nichts von dem, was wir uns vorgestellt haben, an den Tag gelegt. Das war nicht die Borussia, die wir in der Rückrunde sonst gezeigt haben«, fand Tobias Strobl deutliche Worte und brachte es auf den Punkt: »Das war einfach nichts«.

»In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Wir waren viel zu passiv, haben zu viel abgewartet«, sagte Oscar Wendt und Sommer meinte: »Wir haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt mit wenig Mut. Dortmund hat die Räume sehr eng gemacht. Wir haben probiert, von hinten herauszuspielen, haben dann aber gemerkt, dass das nicht viel bringt. Gegen einen Gegner wie Dortmund, der so eine Offensive hat, wussten wir, dass es unglaublich schwierig zu verteidigen ist, wenn wir in einen Konter von ihnen laufen. Das ist uns heute leider passiert«.

»In der ersten Halbzeit haben wir uns das natürlich ein bisschen anders vorgestellt. Da haben wir es nicht verstanden, Dortmund in Gefahr zu bringen«, monierte Hecking. »Dortmund war bis dahin klar überlegen«.

Der BVB machte von Beginn an Druck und zwang die Borussen zu Fehlern. Daraus resultierend entstand dann auch der zumindest durch Mo Dahoud verursachte Foulelfmeter, den Marc Reus souverän verwandelte. Eine verdiente Führung für den BVB, der komplett Herr im Haus war und weitere Möglichkeiten hatte, um den zweiten Treffer nachzulegen.

»Wollten dann den offenen Schlagabtausch«

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