Nico Elvedi unterlief gegen Augsburg der folgenschwere Fehler. Foto: picture alliance/dpa | Matthias Balk

Borussia Mönchengladbach musste am 5. Spieltag die dritte Niederlage hinnehmen und kommt in der Tabelle weiter nicht richtig vom Fleck. Im Auswärtsspiel beim FC Augsburg war die Fohlenelf zwar die bestimmende Mannschaft, blieb aber in der Offensive blass. Joker Florian Niederlechner nutzte dann einen Fehler eiskalt aus und traf für den FCA zum Sieg.

Borussias Trainer Adi Hütter musste in Augsburg weiterhin auf Stefan Lainer (Knöchelbruch), Marcus Thuram (Innenbandriss im Knie), Mamadou Doucouré (Reha nach Achillessehenriss) und Ramy Bensebaini verzichten. Zudem konnte Jonas Hofmann (muskuläre Probleme) die Reise zu den Fuggerstädtern nicht mitmachen. Dafür aber Neuzugang Manu Koné, der seine Knieverletzung auskuriert hatte und erstmals im Aufgebot stand. Im Vergleich zum Sieg gegen Bielefeld nahm Hütter im 3-4-1-2-System lediglich eine Änderung vor: Patrick Herrmann rückte in die Startelf und ersetzte den verletzten Hofmann.

Lebendige Anfangsphase in Augsburg

Bei optimalen äußerlichen Bedingungen gehörte der Fohlenelf die erste Offensivaktion. Nach einer schönen Kombination setzte Stindl Plea in Szene, der sich die Kugel aber zu weit vorlegte, so dass Gikiewicz keine Mühe hatte (3.). Auf der Gegenseite suchte Vargas den Abschluss, verzog aber deutlich (6.). Generell war es eine lebendige Anfangsphase, in der beide Teams den Weg nach vorne suchten.

Oftmals kamen sie aber nicht entscheidend durch, weil beide Abwehrreihen aufmerksam verteidigten. In der 11. Minute zog dann Zakaria ab, ein Augsburger hatte noch den Fuß dazwischen. Die anschließende Ecke brachte dann nichts ein. Nach einer Viertelstunde nahm Herrmann auf rechts Fahrt auf, wurde aber rechtzeitig gestoppt.

Zwei Möglichkeiten für den FCA

Es blieb dann eine muntere Partie. Große Chancen waren aber rar, da die jeweilige Türe nach wie vor zu war. Vor allem die Borussen – mit mehr Ballbesitz ausgestattet – kombinierten sich mitunter zwar ordentlich nach vorne, leisteten sich dann aber zu viele Ungenauigkeiten. 

Bis zum Pausenpfiff änderte sich daran nicht viel. Beide Teams schenkten sich nichts, in der Offensive gab es aber wenig Höhepunkte. Bis auf die Möglichkeit für Ex-Borusse Oxford, der in seinem 50. Pflichtspiel-Einsatz für den FCA das Ziel nur knapp verpasste (36.) und den Pfostenschuss von Caligiuri (43.). So ging es torlos in die Kabinen. Die Fohlenelf hatte mehr vom Spiel, zeigte im letzten Drittel aber zu wenig Durchschlagskraft.

Vermeintlicher Treffer von Plea zählt nicht

Adi Hütter reagierte und brachte zum zweiten Durchgang Wolf für Netz. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff zappelte die Kugel dann in den Maschen des FCA, doch der jubelnde Plea stand bei seinem Zuspiel hauchdünn im Abseits. Der ‚Kölner Keller‘ bestätige das nach einer Video-Überprüfung (50.).

Ein Weckruf für die Borussen?! So richtig nicht. Zwar war die Fohlenelf weiter bestimmend, hatte aber vor allem im letzten Drittel gegen die aufmerksamen Fuggerstädter Probleme, sich entscheidend in Szene zu setzen. Die Borussen versuchten es weiter und immer wieder und wieder, doch der FCA räumte spätestens am 16er alles ab. Auch nach 65 Minuten hatten die Borussen noch keinen Schuss aufs Tor gebracht (!). Zwei Minuten später bugsierte Stindl die Kugel per Kopf über die Querlatte (67.).

Niederlechner trifft Borussia mitten ins Mark

Mittlerweile lief die Schlussviertelstunde in der WWK-Arena und das Bild änderte sich nicht. Die Borussen kombinierten sich ordentlich nach vorne, doch im letzten Drittel fehlten dann Tempo und Durchschlagskraft. Und dann kam es, wie es sich irgendwie angedeutet hatte. Elvedi rutschte die Kugel über den Schlappen, Vargas war sofort da und setzte Joker Niederlechner in Szene, der aus kurzer Distanz für den FCA zum 1:0 einschob (80.).

Ein echter Nackenschlag für die Biorussen, die sich davon nicht mehr erholen sollten und am Ende den Platz als Verlierer verließen. Dass dem so war, hatten sich die Borussen selbst zuzuschreiben. Erstens, weil sie die Überlegenheit nicht nutzen und dann einen Fehler begingen, den der FCA Direkt bestrafte. Für Adi Hütter ist vor allem im Offensivspiel noch einiges zu tun – vor allem Marcus Thuram fehlt an allen Ecken und Enden. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC Augsburg: Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Oxford – Framberger (65. Córdova), Dorsch, Iago (44. Pedersen) – Hahn, Caligiuri (85. Jensen) – Vargas (85. Maier) – Zeqiri (65. Niederlechner)

Weiter im Kader: Koubek (ETW), Winther, Gruezo, Strobl

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Beyer, Ginter, Elvedi – Scally – Zakaria, Neuhaus (84. Bénes), Netz (46. Wolf) – Herrmann (81. Embolo), Stindl – Plea

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Koné, Kramer, Noß, Bennetts

Tore: 1:0 Niederlechner (80.)

Gelbe Karten: Hahn / Beyer

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 25.000 (WWK-Arena)