Umkämpft – Die Alte Dame erkämpft und verdient sich drei Punkte gegen den VfL. Foto: picture alliance/dpa | Andreas Gora

Nach zuletzt sieben Punkten in Serie musste Borussia Mönchengladbach mal wieder eine Niederlage einstecken. Bei Hertha BSC Berlin unterlagen die Borussen am Samstagabend mit 0:1. Und das, obwohl man im Olympiastadion das Sagen hatte. Doch unter dem Strich war es zu abermals viel zu wenig, was die Fohlenelf gerade offensiv zustande brachte. Während die „Alte Dame“ so weiter nach oben krabbelt, so erlitten die Borussen auf ihrem Weg nach oben einen herben Dämpfer.

Borussias Trainer Adi Hütter musste in der Bundeshauptstadt weiterhin auf Stefan Lainer (Reha nach Knöchelbruch), Marcus Thuram (Aufbautraining nach Innenbandriss im Knie), Mamadou Doucouré (Reha nach Achillessehenriss) und Christoph Kramer (Muskelverletzung) verzichten.

Und auch Matthias Ginter stand kurzfristig aufgrund einer Erkältung nicht zur Verfügung. Dafür aber wieder Ramy Bensebaini, der dann auch gleich wieder von Beginn an auflief und den Nationalspieler ersetzte. Ansonsten lief zunächst exakt die Elf von Beginn an auf, die in der Vorwoche gegen Stuttgart angefangen hatte.

Fohlenelf startet entschlossen – Cortus überprüft Foul

Apropos anfangen. Die Borussen gingen gleich entschlossen zu Werke und setzten in Person von Beyer gleich mal ein Zeichen. Der Youngster stoppte Mittelstädt im Mittelfeld und erhielt dafür den gelben Karton (2.). Ob die allerdings hätte gegeben werden müssen, sei dahingestellt. Kurze Zeit später die erste gute Möglichkeit für die in Schwarz spielenden Fohlen. Nach Flanke von Netz setzte Elvedi seinen Kopfball nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (6.).

Zwei Minuten später waren der Kölner Keller gefordert und Schiedsrichter Cortus gefordert. Scally war im Strafraum zu Fall gebracht worden. Mittelstädt hatte den US-Boy touchiert, für einen Strafstoß reichte diese Situation aber nicht (8.). Insgesamt war eine eine intensive Anfangsphase mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld.

Borussen lassen nichts zu, Embolo knapp drüber

Unterdessen standen die Borussen stabil, ließen zudem kaum etwas zu und lauerten dabei auf Fehler der Gastgeber. So wie nach etwas über einer Viertelstunde, als Stindl Embolo nach einem schönen Spielzug in Szene setzte und der Schweizer das Spielgerät aus aussichtsreicher Position nicht weit über das Tor bugsierte (18.). 

Die Fohlenelf war weiter spielbestimmend, doch Schüsse aufs Tor gab es auch deshalb erstmal nicht, weil auch die Hertha aufmerksam verteidigte. Die Borussen hinterließen einen ordentlichen Eindruck. Was fehlte war ein Treffer. Das der auch nach einer haben Stunde noch auf sich warten ließ lag daran, dass in letzter Instanz der Punch fehlte. Die Borussen machten zu wenig aus ihrer Überlegenheit. Gerade auch die Standardsituationen um die vier Eckbälle und Freistöße sorgten bis auf den Elvedi-Kopfball für viel zu wenig Gefahr.

Kalte Dusche im Kühlschrank Olympiastadion

Und dann führte die Hertha plötzlich wie aus dem Nichts. Nach einem langen Einwurf bekamen die Borussen die Kugel nicht entscheidend aus der Gefahrenzone. Richter stand stand im Strafraum frei und traf der Aufsetzer unhaltbar zur 1:0-Führung (40.). Es war der erste Torschuss der Berliner – aber eben gleich drin. Dieses Ergebnis notierte die Anzeigetafel dann auch zur Halbzeit. Eigentlich sprachen alle Statistiken bis dahin für die Fohlenelf, doch in front lag die Hertha. Die Borussen mussten sich da an die eigene Nase fassen und sich gefallen lassen, aus dem vielen Ballbesitz und guten Kombinationen viel zu wenig gemacht zu haben.

Borussia läuft an, Hertha macht dicht

Adi Hütter war bei seiner Halbzeitansprache gefragt und musste sich etwas einfallen lassen, dass das nach der Pause besser und effektiver wird. Damit das gelingen sollte, brachte Hütter in Plea und Neuhaus gleich zwei neue Kräfte. Für die Borussen ging es darum, in den zweiten 45 Minuten mehr aus dem Ballbesitz zu machen und zum Ausgleich zu kommen. Die Hauptstädter hatten natürlich etwas dagegen und hielten mit Kampf dagegen und versuchten, die Borussen nicht in den Rhythmus kommen zu lassen.

Die Fohlenelf versuchte es weiter, fand im dichten Hertha-Verbund aber nicht die passende Lücke. Dieses Bild setzte sich fort. Die Borussen liefen verzweifelt an, die Gastgeber verteidigten leidenschaftlich und lauerten auf die Entscheidung.

Bis zum Ende blieb das so, die Hertha durfte feiern und sich über drei wichtige Punkte freuen, die Borussen standen bedröppelt da und mussten die ‚Alte DameÄ an sich vorbeiziehen lassen. Und das, obwohl man eigentlich mehr vom Spiel hatte, aber eben wie schon gegen den VfB Stuttgart viel, viel zu wenig daraus machte. Gerade im letzten Drittel hat einiges gefehlt und Florian Neuhaus hat sich nicht nachhaltig empfehlen können. Für die Fohlenelf vor dem Pokalduell gegen den FC Bayern München am kommenden Mittwoch und die gehegten Ambitionen ein herber Dämpfer.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Hertha BSC Berlin: Schwolow – Pekarik, Boyate, Dardai (80. Tousart), Plattenhardt – Ascacibar, Serdar  (80. Gechter)- Richter (61. Maolida), Darida (61. Ekkelenkamp), Mittelstädt – Piatek (74. Selke)

Weiter im Kader: Christensen (ETW), K.-P. Boateng, Belfodil, Jovetic

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Beyer, Elvedi, Bensebaini – Scally, Zakaria, Koné (74. Herrmann), Netz (46. Neuhaus) – Hofmann, Stindl (46. Plea) – Embolo

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Bénes, Müsel, Wolf, Bennetts

Tore: 1:0 Richter (40.)

Gelbe Karten: Darida, Ascacibar / Beyer, Scally

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Nürnberg)

Zuschauer: 25.000 (Olympiastadion)