Ramy Bensebainis Foul führte zur Vorentscheidung beim BVB. Archivfoto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Es bleibt dabei. Borussia Mönchengladbach kann in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund einfach nichts Zählbares ergattern. Auch am ersten Spieltag der neuen Saison Unterlagern die Fohlen dem BVB. Giovanni Reyna und Erling Haarland per Elfmeter und Doppelpack sorgten für den am Ende verdienten Sieg der Dortmunder Borussia.

Borussias Trainer Marco Rose musste am ersten Bundesliga-Spieltag der neuen Saison weiterhin auf Breel Embolo (Sprunggelenksverletzung), Valentino Lazaro (muskuläre Verletzung in der Wade), László Bénes (Bandverletzung im Sprunggelenk), Andreas Poulsen (Schulter-OP) und Julio Villalba (muskuläre Probleme) verzichten. Und auch für Denis Zakaria kam ein Einsatz nach seiner überstandenen Knie-Operation noch zu früh. Der Schweizer weil erst erste einige Tagen im Mannschaftstraining und soll nach der nächsten Länderspielpause wieder voll einsatzfähig sein.

Dafür stand neben Marcus Thuram auch Alassane Plea wieder zur Verfügung. Bei 100 Prozent waren die beiden aber noch nicht, weshalb sie zunächst auf der Bank Platz nahmen. Im vergleich zum Sieg gegen den FC Oberneuland nahm Rose zwei Änderungen vor: Yann Sommer hütete wieder anstelle von Tobias Sippel das Tor und Oscar Wendt bekam den Vorzug vor Patrick Herrmann.

Dortmund hat die Kugel, Fohlen halten gut dagegen

Bei traumhaftem Spätsommerwetter mit Temperaturen um 25 Grad attackierte der BVB vor 9.300 Fans im Westfalenstadion direkt und machte Druck. Die in den grünen Jersey spielenden Gladbacher Borussen hingegen, standen erstmal sicher und lauerten auf Fehler. Den ersten Annäherungsversuch auf ein Tor machte dann der BVB. Reyna zog von halblinks ab, traf aber nur das Außennetz (7.).

In der Folgezeit tat sich in den Gefahrenzonen nicht allzu viel. Zwar hatte der BVB mehrheitlich das Spielgerät, konnte aber gegen die im Verbund aufmerksam verteidigenden Fohlen wenig anrichten. Auf der anderen Seite versuchte die Fohlenelf auch immer wieder Nadelstiche zu setzen. Dann musste Favre den ersten Wechsel vornehmen: Hazard hatte sich wehgetan und am Oberschenkel verletzt, Passlack kam in die Partie (19.). Drie Minuten später machte sich Haaland auf die Reise und zog im Strafraum ab, Elvedi hielt den Schlappen hin und fälschte ab zur Ecke, die nichts einbrachte (23.).

Reyna knackt das Schloss

Mittlerweile legte die Fohlenelf zu und hatte mehr Ballbesitzphasen als noch zu Beginn. Auf eine „echte“ Torchance wartete man aber noch. Nach einer halben Stunde dann ein gute Angriff nach dem die Fohlen im Strafraum des BVB wirbelten, dann aber Bürki scheiterten (31.). Die Partie war ausgeglichen und zeigte sich spannend. Und dann führte plötzlich der BVB. Nach einem schönen Zuspiel von Youngster Bellingham setzte sich Reyna beim Schuss gegen durch und vollendete zur 1:0-Führung für die Hausherren (35.). Bitte und schade für die Fohlenelf, die bis dahin voll auf Augenhöhe war. Auf der Gegenseite hätte Sancho die Führung weiter ausbauen können, streichelte mit seinem gefühlvollem Kopfball aber nur die Latte (40.). Drei Minuten später prüfte Lainer mit einem satten Schuss, doch der Schlussmann stand parat (43.).

Es ging mit einer knappen BVB-Führung in die Kabine. Gänzlich unverdient war die natürlich nicht, aber die Fohlenelf zeigte sich – wie so oft gegen die Namenscousine – auf Augenhöhe. Offensiv war es aber eher mau.

Haaland trifft nach Videobeweis

Rose sah aber zunächst keine Veranlassung, dagegen etwas personell zu ändern. So betraten beide Teams unverändert wieder den Rasen. Und da hatte der BVB die erste Möglichkeit: Can überlief Meunier, der den ehemaliger Turiner mit einem Steckpass bediente. Die scharfe Flanke des Verteidigers wehrte Sommer irgendwie mit dem Fuß ab, den Rebound setzte Passlack deutlich vorbei (49.).

Wenige Minuten später sorgte der BVB dann für die Vorentscheidung. Bensebaini hatte Reyna mit einer Grätsche zu Fall gebracht. Schiedsrichter Brych schaute sich die Szene in der Video-Ara nochmals an und entschied auf Strafstoß. Vom Punkt blieb Haaland cool und netzte zum 2:0 ein (54.).

Die Luft war raus, Haaland macht den Deckel drauf

Kurz darauf reagierte Rose und brachte Thuram und Plea (57.). Was sollte er auch anderes machen. Die Fohlenelf musste nun Risiko gehen, während der BVB sich das anschaute und auf Konter lauerte. Die Fohlenelf zeigte sich von der Rolle ob es Doppel-Rückstands und brachten nach vorne wenig zustande. Bei den Fohlen war der Zahn nach dem zweiten Gegentor gezogen. Zwar blieb die Rose-Truppe bemüht, konnte aber keine Akzente setzen.

Dafür der BVB: Dreizehn Minuten vor Schluss machte Haarland endgültig den Deckel auf die Partie – und das nach einem starken Konter, bei dem die Fohlen allerdings schon sehr hoch standen. Nach Pass von Sancho nahm Haaland fahrt auf, schaute sich Sommer aus und setzte die Kugle über die Schweizer hinweg zum 3:0 in die Maschen (77.).

Damit war der Drops gelutscht. Der BVB spielte die Uhr locker runter, die Fohlenelf zog gegen die Namenscousine wieder mal den Kürzeren. Ausschlaggebend dafür war die individuelle Qualität des BVB in der Offensive, die bei der Fohlenelf eben nicht vertreten beziehungsweise ohne Durchschlagskraft war. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Dortmund: Bürki – Can, Hummels, Akanji – Meunier, Witsel, Hazard (19. Passlack) – Reyna (79. Brandt), Bellingham (67. Delaney) – Sancho (79. Reus), Haaland

Weiter im Kader: Hitz (ETW), Dahoud, Reinier, Wolf

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Elvedi, Ginter, Bensebaini – Lainer, Kramer, Neuhaus, Wendt (69. Herrmann) – Hofmann, Stindl (57. Plea), Wolf (57. Thuram) 

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Lang, Müsel, Reitz, Traoré

Tore: 1:0 Reyna (35.), 0:2 Haaland (54., Foulelfmeter), 0:3 Haaland (77.).

Gelbe Karten: Akanji / Stindl

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 9.300 (Signal-Iduna-Park)