Freiburg zwang am Freitagabend die Fohlen in die Knie. Foto: Poolfoto/Dirk Päffgen

Zum Auftakt des 30. Spieltags schlug Freiburg die Fohlen mit 1:0. Die Niederlage war bitter und unnötig zugleich, denn Borussia dominierte bis zum Gegentreffer die Partie. Joker Nils Petersen und ein Platzverweis von Alassane Pléa brachten die Gäste aber völlig aus der Spur. Im Kampf um die Champions League ist das ein herber Rückschlag. 


Keine Änderung 

Die Aufstellung von Borussia Mönchengladbach beim SC Freiburg war schon ein wenig überraschend. Nicht etwa, weil es sehr viele Wechsel gab, es wurde eben gar nicht rotiert. Das ist für Marco Rose ungewöhnlich, denn normalerweise rotiert der 43-Jährige immer auf ein, zwei Positionen. Doch einen Grund zum Wechsel gab es eben nicht, denn die gleiche Anfangself war in der vergangenen Woche gegen Union mit 4:1 siegreich. Lediglich auf der Bank ergab sich ein Wechsel: Tony Jantschke kehrte nach seiner Gelbsperre wieder zurück in den Kader, für ihn machte Kaan Kurt platz. 

Borussia machte mächtig Druck 

So ging Borussia also mit Rückenwind in die Partie und das brachten die Fohlen auch von der ersten Minute an auf den Rasen. Die Gäste vom Niederrhein nahmen direkt das Heft in die Hand und zwangen die Freiburger in die eigene Hälfte, ohne allerdings noch zwingend gefährlich zu sein. Ramy Bensebaini versuchte es ein ums andere Mal über die Außen, fand aber im Sechzehner keinen Abnehmer. Auf der anderen Seite gab Waldschmidt den ersten Warnschuss für den Sportclub ab (8.). 

Auf Seiten der Hausherren bleib es bei diesem einen Versuch, Borussia spielte sich im Mittelfeld munter die Bälle zu und drückte den SCF weiter tief in die eigene Hälfte. Nach rund einer Viertelstunde wurden die Fohlen dann beim Spiel in die Spitze deutlich zielstrebiger, als Alassane Pléa von der rechten Strafraumgrenze einfach mal abzog. Schwolow wehrte die Kugel noch mit dem Fuß ab, auch den Nachschuss von Stindl konnte der Freiburger Schlussmann parieren (16.). 

Tor von Neuhaus zählt nicht 

In den ersten 20 Minuten verbuchten die Fohlen mehr als 70 Prozent Ballbesitz, ein beeindruckender Wert und bis dato eine noch beeindruckendere Leistung auf fremden Platz. Dass die großen Chancen ausblieben lag einzig und allein daran, dass sich die Freiburger immer weit in der eigenen Hälfte befanden und sich mit allen Mitteln gegen die Dominanz stemmten. 

Plötzlich zappelte der Ball dann auch im Netz der Freiburger, allerdings stand Florian Neuhaus bei seinem Schuss drei Meter vor dem Tor im Abseits (26.). Zuvor kombinierten sich die Fohlen mit Lars Stindl und eben Florian Neuhaus bärenstark durch die Freiburger-Abwehr, ein regulärer Treffer für die Gladbacher wäre jetzt mehr als überfällig gewesen. 

Borussia ließ beste Chancen liegen 

Auf der Gegenseite sorgte der SCF mit einem Schuss für etwas Entlastung, Sommer wehrte die Kugel aber sicher ab. Die anschließende Ecke blieb erfolglos (29.). Doch das Bild änderte sich nicht, denn die Fohlen machten weiter fleißig Druck. Lars Stindl zog mal aus rund 20 Metern ab, aber die Kugel landete deutlich über dem Tor (34.). Borussias Pressing war weiterhin effektiv und gnadenlos, lediglich mit einem Treffer belohnte sich die Elf von Marco Rose nicht. Denn auch den nächsten Hochkaräter ließen die Gäste liegen: Stindl legte am Sechzehner per Kopf auf Neuhaus ab, der plötzlich frei vor Schwolow steht. Doch auch er schaffte es nicht den Ball im Kasten zu versenken, der Ball landete nach einem Chip noch über dem Tor (37.). 

Auch ein Freistoß in aussichtsreicher Position half den Fohlen nicht, der Versuch von Borussias Kapitän Stindl landete in der Mauer (41.). Bis zur Pause war das auf Seiten der Fohlen die letzte Chance, vielmehr hatten die Hausherren noch eine riesige Gelegenheit. Höler marschierte an der Strafraumgrenze und hämmerte einfach mal aufs Tor. Yann Sommer war schon fast auf den Weg in die andere Ecke, konnte den Schuss aber doch noch zur Seite abwehren (45.). So ging es torlos in die Kabine, das dürfte Marco Rose nicht ganz geschmeckt haben. Zwar sah er einen bärenstarken Auftritt seiner Mannschaft, doch seine Spieler ließen einfach zu viele Chancen liegen. 

Freiburg schockt Borussia 

Nach der Pause meldeten sich die Freiburger zuerst in der zweiten Halbzeit an. Aus der Distanz zog Koch einfach mal ab, der Aufsetzer landete nur knapp neben dem Gehäuse von Yann Sommer (49.). Da fehlte tatsächlich nicht viel zur Freiburger Führung, Borussias Keeper hatte den Ball wohl noch am Tor vorbei geguckt. Der Schuss beeindruckte Borussia aber wenig, sodass sie weiterhin ihr Spiel durchziehen konnten und immer wieder zu kleineren Chancen kamen, wie durch einen Kopfball von Patrick Herrmann (50.). 

Dennoch war der Sportclub in den ersten Minuten schon deutlich mutiger als im ersten Spielabschnitt. Zudem sendete Christian Streich ein Signal von außen und brachte mit Nils Petersen einen weiteren Offensivspieler. Für Borussia sollte es durch den ersten Ballkontakt des Nationalspieler richtig bitter werden: Grifo schlug aus dem Halbfeld einen Freistoß in den Strafraum, Petersen war genau im richtigen Moment reingelaufen und köpfte zur Führung für Freiburg (58.). Die Fohlen mussten sich bei diesem Gegentreffer selbst an die eigene Nase packen, denn Borussia hätte schon längst in Führung liegen müssen. So bekam man leider die ‚Quittung‘ und lief einem Rückstand hinterher. 

Pléa sieht gelb-rot, Eberl glatt rot

Borussia war durch den Gegentreffer jetzt etwas neben der Spur und hatte die Partie bei weitem nicht mehr so im Griff wie in den 60 Minuten zuvor. Es kam sogar noch schlimmer, denn die Fohlen beendeten die Partie zu zehnt. Alassane Pléa trat Koch im Mittelfeld auf den Fuß und erhielt völlig zu Recht die gelbe Karte (68.). Auf der Bank bekam sich währenddessen Max Eberl überhaupt nicht mehr ein und sah anschließend auch noch von Schiedsrichter Markus Schmidt die rote Karte (69.). De Fohlen wirkten sichtlich angeschlagen und vor allem angefressen. 

Marco Rose versuchte nun von der Bank aus zu korrigieren und brachte Oscar Wendt für Patrick Herrmann (72.). Der Schwede, der unter der Woche seinen Vertrag verlängert hat, reihte sich ins Mittelfeld ein, denn die Fohlen spielten ab sofort mit einer Dreierkette in der Abwehr. Vom Gegentreffer und dem Platzverweis konnten sich die Fohlen nicht wirklich erholen, denn nach vorne war irgendwie die Luft raus. Stattdessen versuchten die Hausherren immer wieder ihr Glück, wie bei einem Schuss von Koch (77.). 

Keine Antwort der Fohlen

Borussia kam einfach nicht mehr richtig ins Spiel zurück, zudem unterbrachen jetzt mehrere Wechsel den Spielfluss. Sicherlich hatten die Gladbacher einen Spieler weniger, aber nach solch einer überzeugenden Vorstellung in den ersten 60 Minuten musste da einfach noch mehr kommen. Die Gäste konnten sich sogar noch bei Sommer bedanken, dass die Freiburger Führung nicht noch höher ausfiel. Der Schweizer reagierte nach einem Kopfball von Höler glänzend und parierte gerade noch mit dem Fuß (84.).

Und so blieb es beim 1:0 für Freiburg, die damit die Fohlen zum Auftakt des 30. Spieltags bezwangen. In der zweiten Halbzeit war Borussia nicht mehr zielstrebig genug, spätestens der in der Summe unnötige Platzverweis von Alassane Pléa zog den Stecker komplett. Im Kampf um die Königsklasse ist das ein herber Rückschlag, die Fohlen müssen nun auf Schützenhilfe der Konkurrenz am Wochenende hoffen.. 

Die Kurzstatistik zum Spiel: 

SC Freiburg: Schwolow – Kübler (57. Schmid), Lienhart, Heintz, Günter – R. Koch, Höfler – Sallai (57. Petersen), Grifo (88. C.-H. Kwon) – Höler (88. Frantz), Waldschmidt (83. Haberer)

Weiter im Kader: Flekken (ETW), Schlotterbeck, Abrashi, Keitel

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Bensebaini, Ginter, Elvedi (81. Traoré), Lainer – Neuhaus, Hofmann (81. Bénes) – Stindl (81. Raffael)- Thuram, Pléa, Herrmann (72. Wendt)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Doucouré, Kramer, Jantschke, Quizera

Tore: 1:0 Petersen (58.)

Gelbe Karten: Waldschmidt, Kübler, Koch, Höfler – Pléa, Lainer

Bes. Vorkomnisse: Gelb-Rot für Pléa (68.), rote Karte für Max Eberl (69.)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart) 

Zuschauer: – (Schwarzwald-Stadion, Freiburg)