Florian Neuhaus brachte den VfL in Front, am Ende reichte es nur zu einem Punkt. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia Mönchengladbach hat sich am 8. Spieltag mit 1:1 vom FC Augsburg getrennt. Und das, obwohl man durch Florian Neuhaus früh in Führung gegangen war, zahlreiche weitere Torchancen hatte und zudem noch mit einem Mann mehr auf dem Platz stand.

Borussias Trainer Marco Rose musste gegen die Fuggerstädter auf Alassane Plea und Ramy Bensebaini (beide positiver Covid-19-Test), Andreas Poulsen (Schulter-OP), Mamadou Doucouré und Jonas Hofmann (Muskelbündelriss) verzichten. Dafür stand Denis Zakaria nach langer Verletzungszeit wieder zur Verfügung. Der Schweizer nahm zunächst auf der Bank Platz.

Im Vergleich zur Niederlage in Leverkusen nahm Rose drei personelle Änderungen vor: Oscar Wendt vertrat Bensebaini auf links, Herrmann den verletzten Hofmann auf der rechten Außenbahn und Hannes Wolf bekam den Vorzug vor Marcus Thuram. Auf der Gegenseite stand in Tobias Strobl ein Ex-Borusse von Beginn an auf dem Platz. Mit Reece Oxford und André Hahn saßen zwei weitere auf der Auswechselbank.

Finnboagson scheitert an Sommer, dann trifft Neuhaus

Und von dort aus sah das FCA-Duo, wie Teamkollege Finnboagson nach 18 Sekunden den ersten guten Abschluss hatte. Nach Zuspiel von Vargas zog der Angreifer im Strafraum flach ab, scheiterte aber an Sommers Fußabwehr (1.). Generell begann der FCA mutig und suchte den Weg nach vorne.

Auf der Gegenseite nutzten die Fohlen gleich ihren ersten guten Angriff und brachten sich in Front. Lainer setzte Embolo mit einem schönen Pass in Szene. Der Angreifer scheiterte zunächst ebenso wie im Anschluss Stindl an Gikiewicz, dann zog Neuhaus aus dem Rückraum ab und versenkte die Kugel in den Maschen zum 1:0 (5.). Ein Traumstart für die Borussen, die erstmals in dieser Saison so früh in Führung lagen.

Herrmann mit der Chance zum 2:0

In der Folgezeit war es eine umkämpfte  und temporeiche Partie, in der sowohl die Borussen als auch die Fuggerstädter nicht nachließen und die Offensive suchten. Hochkaräter gab es aber nicht, weil beide Defensivreihen aufpassten. In Minute 17 gab es die erste ecke für die Borussen, die aber nicht zum Erfolg führte. Vier Minuten muss Herrmann eigentlich nachlegen, verzog aber und drosch das Spielgerät aus fünfzehn Metern deutlich über das Tor (21.).

Zu diesem Zeitpunkt war es eine ausgeglichene Partie, was auch die Spiel-Daten unterstrichen. 50 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 85 Prozent stand da auf beiden Seiten. Allerdings gewannen die Fohlen die Mehrzahl der Zweikämpfe (58 Prozent). Bis zum Pausenpfiff passierte bis auf die Kopfballmöglichkeit von Embolo (36.) und den ausgeführten Freistoß von Stindl (44.) nicht mehr viel, weil sich beide Teams aufeinander eingestellt hatten.

So ging es nach 45 Minuten, in denen das frühe Tor von Neuhaus den Unterschied gemacht hatte, mit einer 1:0-Führung für die Fohlen in die Kabine. Und die war durchaus verdient, weil die Borussen mehr Tormöglichkeiten hatte und gut und gerne hätte die Führung ausbauen können. 

Aus dieser kamen die Fohlen unverändert. Auch für Ginter ging es also weiter, der zum Ende der ersten Halbzeit von Khedira abgeräumt wurde und kurz behandelt werden musste. Den ersten guten Abschluss nach Wiederanpfiff hatte die Fohlenelf. Nach einem tollen Angriff über den starken Kramer und Lainer war es schlussendlich Wolf, der zum Kopfball ansetzte, Gikiewicz da mit aber vor keine großen Probleme stellte (50.).

Embolo an den Pfosten!

Die Fohlenelf gab weiterhin den Ton an und suchte die Vorentscheidung, während der FCA auf der Gegenseite zwar gut mitspielte, aber wenig gefährliche Akzente setzen konnte. Anders die Borussen. Nach ballverkäst von schalteten die Borussen direkt um. Herrmann ergatterte sich die Kugle und passte genau in die Schnittstelle zu Embolo, der sofort abzog und die Kugel, an den rechten Pfosten setzte (60.).

Fohlenelf in Überzahl

Die Borussen hätten längst den zweiten Treffer markieren müssen. Doch weil das nach einer Stunde immer noch nicht geschehen war, bleib es weiter spannend. Wobei der FCA nach vorne hin nach wie vor zu ungefährlich agierte. Wenige Minuten später agierten die Borussen mit einem Mann mehr, weil  der bereits verwarnte Framberger nach einen taktischen Foulspiel an Embolo vorzeitig duschen gehen musste (66.).

Mittlerweile liefen die letzten zwanzig Minuten im Borussia-Park und Rose hatte den ersten Wechsel vorgenommen. Lazaro stand für Herrmann auf dem Platz. Plötzlich aber eine Möglichkeit für die Gäste, doch Sommer war beim Schuss gegen Khedira mit einer Fußabwehr zur Stelle (73.).

Es kam, wie es kommen musste…

Eine wichtige Rettungstat von Sommer die zeigt, wie es mitunter gehen kann, wenn man vorne seine Möglichkeiten nicht unterbringt. Es blieb eine Partie, die noch nicht entschieden war. In der Schlussphase brachte Rose noch Thuram für Stindl. Augsburg hatte sich nie aufgegeben und kam so noch zum Ausgleich. Die Fohlenelf Gladbach konnte lange nicht klären, Ginter und Lainer waren sich im Fünfer nicht einig. Der Ball flog in hohem Bogen zu Caligiuri, der die Kugel volley nahm und für Sommer unhaltbar zum 1:1-Ausgleich in den Maschen versenkte (88.).

Das war die Quittung für die Borussen, die in den Minuten zuvor eine Menge Chancen liegen ließ und es mehrfach versäumte, den Sack zuzumachen und sich so am Ende mit einem Punkt begnügen musste.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer, Neuhaus – Herrmann (67. Lazaro), Stindl (78. Thuram), Wolf – Embolo

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Lang, Bénes, Reitz Traoré

FC Augsburg: Gikiewicz – Gumny (54. Framberger), Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Khedira, Strobl – Caligiuri, Vargas (82. Richter) – Finnboagson (65. Gregoritsch), Niederlechner (65. Hahn)

Weiter im Kader: Koubek (ETW), Oxford, Suche, Petrov

Tore: 1:0 Neuhaus (5.), 1:1 Caligiuri (88.)

Gelbe Karten: Thuram / Khedira, Framberger, Gouweleeuw

Gelb-Rote Karte: Framberger (66. wiederholtes Foulspiel)

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: Fehlanzeige (Borussia-Park)