Alassane Plea sorgte mit seinem Treffer für einen Punkt bei Union Berlin. Archivfoto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach bleibt im Jahr 2021 ungeschlagen, musste sich aber im sechsten Ligaspiel des Jahres mit einem Punkt zufrieden geben. Bei Union Berlin lagen die Fohlen nach einem Freistoßtor zur Halbzeit zurück, ehe Alassane Plea nach der Pause ausglich. Mit Blick auf die Tabelle hätte ein Sieg sicherlich mehr als gutgetan und wäre wichtig gewesen, doch dafür waren die Borussen an diesem Tag gerade offensiv nicht gut genug.

Borussias Trainer Marco Rose musste in Berlin weiterhin auf Valentino Lazaro ( Aufbautraining nach strukturelle Verletzung), Rocco Reitz und Joe Scally (beide Aufbautraining) verzichten und nahm im Vergleich zum Sieg gegen den BVB zwei Änderungen in der Startelf vor: Hannes Wolf spielte für Florian Neuhaus und Marcus Thuram bekam in der Offensive den Vorzug vor Kapitän Lars Stindl.

Die Fohlenelf begann entschlossen und hätte gleich früh in Führung gehen können. Nach Ballgewinn ging es direkt mit Tempo über Wolf, Kramer und Hofmann nach vorne. Der Nationalspieler zog dann ab, scheiterte aber am hellwachen Luthe (3.). Auf der Gegenseite versuchte es dann Ingvartsen auf Höhe der Strafraumkante, verfehlte das Ziel aber um einige Meter (7.). Von diesen beiden Abschlüssen abgesehen war es eine eher ruhige Anfangsviertelstunde, weil beide Mannschaften in der Defensive konzentriert arbeiteten und wenig zuließen. Dann gab’s die erste Ecke für die Borussen, nach der Ginter aber zu hoch ansetzte und über den Balken köpfte (16.).

Union führt wie aus dem Nichts

Beide Mannschaften begegneten sich mit Respekt und vermieden großes Risiko, um nicht ins offene Messer zu laufen. Die Fohlenelf tat sich bei ihren Offensivversuchen noch schwer und fand noch keine probaten Mittel, um gefällig spielenden ‚Die Eisernen‘ „weich zu schmelzen“. Es gab wenig Anlass um zu vermuten, dass es bald irgendwo klingeln könnte. Doch genau das passierte dann. Plötzlich lag Union in Front. Bezeichnend, dass die Gastgeber nach einer Standardsituation trafen. Im Anschuss an einem Freistoß aus dem linken Halbfeld kam Knoche zum Kopfball und beförderte die Kugel irgendwie ins linke untere Ecke zum 1:0 für Köpenicker. Der VAR schaute sich die Szene zwar nochmal an, sah aber nichts, was Zweifel hätte aufkommen lassen (31.).

Ein Gegentor wie aus dem Nichts für die Borussen, die aus dem Spiel nichts zugelassen hatten und weiterhin Schwierigkeiten hatten, die Hausherren zu knacken. Und weil das auch bis zum Pausentee so blieb, ging es mit einem knappen Rückstand in die Kabinen. Zwar gab die Fohlenelf mehr Torschüsse ab als Union, doch die waren bis auf den Konter in Minute drei zu ungefährlich, Auf der Gegenseite machte Union eben aus wenig (ein Schluss aufs Tor) viel.

Plea gleicht sehenswert aus

Die Fohlenelf musste nach dem Seitenwechsel natürlich deutlich mehr tun und vor allem auch in der Offensive kreativer werden und die Angreifer mehr und vor allem besser füttern und in Szene setzen. Rose verzichtete dazu erstmal auf Wechsel. Kurz nach der Pause gab Thuram nach Vorlage von Wolf den ersten Torschuss ab, traf die Kugel aber nicht richtig und setzte sie neben den langen Pfosten (52.). auf der Gegenseite verpasste Teuchert das Ziel nur knapp (56.). Zwei Minuten später nahm Rose den ersten Wechsel vor und brachte Neuhaus für den verwarnten Kramer (58.). Eine Minute später kam die Fohlenelf dann zum Ausgleich. Hofmann und Plea spielten Doppelpass. Plea visierte dann das lange Eck an und versenkte die Kugel aus achtzehn Metern zum 1:1-Augleich in den Maschen (59.).

Der Lucky Punch blieb aus

Die Fohlenelf war also wieder zurück im Spiel. Dann gab’s eine längere Unterbrechung, nach dem Thuram unglücklich mit Union-Keeper Luthe zusammengeprallt war. Der Schlussmann musste darauf hin raus, Karies trat zwischen die Pfosten. Es lief die Schlussviertelstunde und Rose hatte Kapitän Stindl ins Rennen geschickt.

Großartig tun sollte sich nichts mehr. Zwar versuchten die Borussen nochmal alles, doch der Lucky Punch sollte nicht mehr gelingen, so dass es am Ende bei der Punkteteilung blieb, die unter dem Strich auch in Ordnung ging. Für die Borussen wäre mit Blick auf die Tabelle ein Sieg, den man auch anvisiert hatte, sicherlich besser gewesen, aber mit dem Auswärtspunkt muss man sich dann begnügen – weil es im Offensivspiel an diesem Tag zu oft hakte und es zu wenige klare Torchancen gab. Immerhin bleibt man neuen Jahr ungeschlagen und hat als derzeitiger Tabellensiebter nur einen Punkt Rückstand auf Platz drei – was einiges über die Dichte im oberen Drittel aussagt. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Union Berlin: Luthe (69. Karius) – Friedrich,  Knoche, Schlotterbeck (79. Bülter) – Ryerson, Gentner (66. Griesbeck), Andrich, Gießelmann – Teuchert (85. Dajaku), Ingvartsen – Awoniyi (79. Pohjapalo)

Weiter im Kader: Bruns, Endo, Gogia, Maciejewski

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer (58. Neuhaus), Zakaria – Hofmann (75. Stindl), Wolf, Thuram – Plea

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Jantschke, Wendt, Bénes, Embolo, Herrmann

Tore: 1:0 Knoche (31.), 1:1 Plea (59.).

Gelbe Karten: Schlotterbeck / Rose, Kramer, Zakaria, Neuhaus

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Zuschauer: Keine (Stadion An der Alten Försterei)