Nach Führung reichte es nur für ein 1:1 Remis – Foto: Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat den ersten Dreier der noch jungen Saison verpasst. Am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga trennten sich die Borussen im Borussia.-Park von Union Berlin mit 1:1-Unentschieden. Marcus Thuram hatte die Fohlenelf zunächst in Front gebracht, zehn Minuten vor Schluss glich Nico Schlotterbeck für Unions aus.

Borussias Trainer Marco Rose musste auch gegen Union Berlin weiterhin auf Breel Embolo (Aufbautraining nach Sprunggelenksverletzung), Valentino Lazaro (muskuläre Verletzung in der Wade), László Bénes (Bandverletzung im Sprunggelenk), Andreas Poulsen (Schulter-OP) und Julio Villalba (muskuläre Probleme) verzichten. Im Vergleich zur Niederlage beim BVB nahm Rose zwei Änderungen vor: Marcus Thuram und Alassane Plea stürmten von Beginn an und verdrängten Oscar Wendt und Hannes Wolf auf die Bank. Dazu ließ Rose wieder mit einer Viererkette agieren. Das Top-Duo stand erstmals seit dem 30. Spieltag der Vorsaison wieder gemeinsam in der Startelf.

Fohlenelf mit mehr Ballbesitz, Union passt auf

Und die in Weiß spielende Fohlenelf hatte von Beginn an die Kugel und suchte den Weg nach vorne. Da hatte Union natürlich etwas gegen und unterband die Bemühungen mit frühem Stören. Die „Eisernen“ gingen sofort auf den ballführenden Borussen, um Angriffsversuche gleich im Keim zu ersticken. Die Borussen nahmen weiterhin das Zepter in die Hand und zeigten deutlich, dass sie an diesem Nachmittag keine die Punkte an die Spree abgeben wollten.

Plea mit der ersten Großchance

Die „Eisernen“ hatten weiterhin etwas dagegen und verteidigten aufmerksam gegen die Borussen, die auch nach einer Viertelstunde noch keinen Torschuss abgegeben hatten. Dann aber die erste Chance für die Fohlen der Kategorie Hochkaräter: Stindl schickte Plea auf die Reise, der Franzose  ließ Knoche im Lauf stehen und zog dann von links ab, doch Luthe klärte mit einer starken Parade (17.). Eine tolle Aktion der Borussen, die bis dahin in allen Belangen die bessere Mannschaft waren. Nur auf der Anzeigetafel spiegelte sich das noch nicht wider. 

Borussia blieb dran und versuchte es weiter, aber so richtig Gefahr kam nicht auf. Hofmann startete zum Eins-gegen-eins, aber die Unionen waren rechtzeitig zurück, so dass es kein Durchkommen gab (23.). Wenige Minuten kam der Kopfball von Thuram nicht aufs Tor (27.).

Auf der Gegenseite versetzte sich Union aber auch nicht. Erst setzte Becker die Kugel ans Außennetz (27.), ehe es Becker vier Minuten später erneut versuchte, aber nur das Aluminium traf (31.). Die Borussen hatten nach wie vor zwar deutlich mehr vom Spiel, aber sie mussten auf er Hut sein gegen Union, das die besseren Chancen und mehr Torschüsse zu verbuchen hatte. Neun Minuten vor der Pause war es dann Plea, der die Führung auf dem Kopf hatte, nach einer Ecke aber erneut am hellwachen Union-Keeper Luthe scheiterte (37.).

Es ging torlos in die Kabine. Die Rose-Truppe war zwar die spielbestimmende Mannschaft mit deutlich mehr Ballbesitz. Aber Union machte es sehr clever und verteidigte aufmerksam. Dazu hatten sie in Luthe einen glänzend aufgelegten Keeper. Und wenn die „Eisernen“ vorne mal durchbrachen, dann zeigten sie sich nicht ungefährlich.

Thuram knackt die Nuss

Zum zweiten Durchgang kamen beide Teams unverändert auf den Rasen. Unverändert bleib auch das Spielgeschehen. Die Fohlenelf übernahm das Kommando, Union verteidigte weiter aufmerksam und machte die Räume eng. Dann aber kam Stindl zum Abschluss, der Schuss wurde geblockt zur Ecke, die im Anschluss nichts einbrachte (51.).

Es gab nach wie vor kaum ein Durchkommen für die Borussen, die immer wieder an der dichten Union-Abwehr hingen blieben. So blieben oftmals nur Distanzschüsse wie der von Ginter, dessen Schuss genau in den Armen von Luthe landete (55.). Einem Minute später war der bis dahin stärke Union-Schlussmann dann aber endlich geschlagen – nach einer Standardsituation… Nach einer Ecke von Hofmann setzte sich Thuram im Luftkampf gleich gegen zwei Berliner durch und versenkte die Kugel mit dem Kopf zum erlösenden 1:0 für die Borussen (56.).

Den Borussen kam die Führung natürlich recht, denn so musste Union in der Folgezeit mehr riskieren, was den Hausherren Gelegenheit zum Kontern gab. Zwanzig Minuten vor Schluss nahm Rose den Torschützen vom Platz und brachte Wendt (70.). Thuram war anzumerken, dass noch nicht bei 100 Prozent war. Gleiches hagelt für Plea, der fünf Minuten später den Platz verließ, Wolf kam in die Partie (75.).

Union kommt zum Ausgleich

Allerdings war es zu wenig, was die Borussen nach der Führung auf den Rasen brachten. Die Quittung dafür folgte dann auf dem Fuße. Nach einer Ecke von rechts stand Schlotterbeck im Strafraum völlig frei und konnte unbedrängt zum Kopfball hochsteigen. Stindl wollte am Pfosten zwar noch retten, aber der Ball schlug voll zum 1:1-Ausgleich ein (80.).

Zwar versuchten es die Borussen in der Schlussphase nochmal, den Siegtreffer zu erzielen, doch gelingen sollte der nicht mehr. So blieb es am Ende beim 1:1-Remis, über das die Berliner zufriedener sein dürften als die Borussen, die aber gerade nach der Führung zu wenig getan hatten und sich an die eigene Nase fassen müssen, nicht den ersten Sieg eingefahren zu haben. Es fehlen noch einige Prozentpunkte bei der Rose-Truppe, um bei den Gegnern für richtig Gefahr und Trubel zu sorgen.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer, Neuhaus (85. Herrmann) – Hofmann, Stindl, Thuram (70. Wendt) – Plea (75. Wolf)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Lang, Reitz, Traoré

1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Koche, Schlotterbeck – Trimmel (74. Ryerson), Aldrich, Prömel, Lenz – Becker (57. Ingvartsen), Bülter (74. Teuchert) – Awoniyi (57. Kruse)

Weiter im Kader: Moser (ETW), Gießelmann, Hübner, Griesbeck, Mees

Tore: 1:0 Thuram (56.), 1:1 Schlotterbeck (80.).

Gelbe Karten: Bensebaini / Trimmel, Andrich

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Obertshausen)

Zuschauer: 10.383  (Borussia-Park)