Bezeichnende Mimik – Mit dem Remis gegen den VfB waren die Borussen nicht zufrieden. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach musste sich im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart mit einem 1:1-Remis zufrieden geben. Konstantinos Macropanos hatte die Schwaben nach einer Viertelstunde plötzlich in Führung gebäht, die Jonas Hofmann noch vor der Pause mit einem sehenswerten Treffer ausglich. Die Fohlenelf war über die gesamte Spielzeit das Team mit dem Zepter in der Hand, doch die Schwaben wehrten sich mit vereinten Kräften und nahm am Ende verdient einen Punkt mit. Die Borussen hingegen haben zwei Punkte liegen lassen. 

Borussias Trainer Adi Hütter standen gegen die Schwaben Stefan Lainer (Reha nach Knöchelbruch), Marcus Thuram (Reha nach Innenbandriss im Knie), Mamadou Doucouré (Reha nach Achillessehenriss), Ramy Bensebaini (Schlag) und Christoph Kramer (Muskelverletzung) nicht zur Verfügung. Unterdessen verzichtete Hütter auf personelle Änderungen und schickte also exakt die Startelf ins Rennen, die vor der Länderspielpause   gegen Wolfsburg gewonnen hatte.

Fohlenelf macht das Spiel, aber der VfB führt

Die Partie begann umkämpft. Beide Teams bearbeiteten sich vor allem im Mittelfeld und ließen kaum einen Angriff mit Tempo zu. Dann aber gab es so einen schnellen Angriff der Borussen über Ginter und Hofmann. In letzter Instanz gab es dann Ecke, die aber nichts einbrachte (6.). Kurze Zeit später flog Beyers Kopfball dann weit neben das Tor (7.).

Generell hatte die Fohlenelf mehr vom Spiel und verlagerte immer wieder gekonnt. Und gerade auch die Außen um Scally und Netz waren immer wieder in den Bemühungen eingebunden. Die Borussen machten es wirklich gut und hätten eine frühe Führung auch verdient gehabt. Die hätte beinah Koné erzielt, doch der Franzose setzte die Kugel aus 16 Metern knapp über die Querlatte (12.). Dann wär es Scally, der aus kurzer Distanz abzog und mit seinem Schuss an VfB-Keeper Bredlow scheiterte (13.).

Doch dann führten plötzlich die Gäste aus dem Schwabenland. Auf einmal kam Mavropanos am Strafraum völlig frei an die Kugel. Der Grieche fackelte nicht lange und versenkte die Kugel für Sommer unhaltbar in den Maschen (15.). Es war der erste Torschuss der Schwaben, den sie auch gleich nutzten. Von diesem Schock mussten sich die Borussen dann erstmal erholen. Ginter fasste sich dann ein Herz, herzig aber deutlich (19.).

Fohlenelf hat eine Nuss zu knacken

Für die Fohlenelf würde es in der Folgezeit ein Geduldspiel, denn der VfB konnte nun natürlich aus einer kompakten Defensive heraus auf Konter lauern. Auf der Gegenseite hatten die Borussen weiterhin mehr Ballbesitz, zeigen sich sehr passsicher und versuchten den schnellen Ausgleich. Empore gelang der nicht, weil er seinen Kopfball nicht kontrollieren konnte (27.). Vier Minuten später hatten die Borussen Glück, dass Zakaria Zuspielfehler keine Konsequenzen hatte. Coulibaly schnappte sich den schwachen Pass von Koné, setzte die Kugel dann aber freistehend von Sommer überhastet über das Gehäuse (31.).

Hofmann trifft sehenswert zum Ausgleich

Die Borussen hatten weiterhin das Zepter in der Hand und suchten den Ausgleich, doch spätestens im letzten Drittel war dann Endstation gegen einen VfB, der die Räume eng machte und kein Durchkommen erlaubte. Dass der Ausgleich dann im Anschluss an eine Ecke fiel, beschrieb die Situation ganz gut. Hofmann brache eine Ecke von rechts ins Spiel und lief dann selbst in die Gefahrenzone. Auf Höhe des 16ers kam der Nationalspieler sann an die Kugel, nahm sie volle y und zimmerte sie gekonnt ins rechte uinswere Eck zum 1:1-Ausgleich (42.). Drei Minuten vor der Pause war der gleichermaßen psychologisch wichtig und völlig verdient. Es mit einem 1:1 in die Kabinen, das sich die Borussen auch verdient hatten. Sie blieben auch nach dem Rückstand die spielbestimmende Mannschaft und arbeiteten sich zum Ausgleich. Dass Coulibaly nicht die Vorlage von Koné zu nutzen wusste, war dann aus Sicht der Fohlenelf auch das nötige Glück des Tüchtigen.

Borussen übernehmen auch nach der Pause das Kommando

Die Borussen kam mit Rückenwind des Ausgleichs kurz vor der Pause entschlossen aus der Kabine und übernahmen auch gleich wieder das Kommando. Genau wie zu Beginn der Partie legten die Borussen los und erarbeiteten sich Möglichkeiten. So wie Ginter, dessen Schuss gerade noch geblockt wurde (46.), oder Stindl, der nach Vorlage von Ginter etwas zu weit rechts ansetzte (51.). Die Hütter-Truppe war am Drücker und machte deutlich, die drei Punkte bei sich behalten zu drüber. Koné hatte dann die Möglichkeit zur Führung, setzte seinen Schuss aber über den Querbalken (54.). Sechs Minuten später dann mal der VfB. Coulibaly schnappte sich die Kugel und lief los – sein Schuss landete aber deutlich über dem Tor (60.).

Eine halbe Stunde blieb den Borussen also noch, um den dritten Sieg in Folge einzufahren. Einfach war dieses Vorhaben aber nicht, weil der VfB gut dagegenhielt und wenig zuließ. Hütter versuchte es dann mit zwei frischen Kräften und brachte Plea und Herrmann für Netz und Stindl (66.). Und Joker Plea hätte sich auch beinah gleich auf die Anzeigetafel getragen, doch Mavropanos hielt so gerade noch den Schlappen dazwischen und verhinderte einen möglichen Rückstand (69.). Wenige Minuten später hatte es den Franzosen nach einem Kopfballduell buchstäblich umgehauen, aber er konnte Gott sei Dank weitermachen (72.).

Borussia versucht alles, der VfB wehrt sich

Eine Viertelstunde blieb dem VfL noch, um dem VfB eine Niederlage beizubringen. Die Borussen hatten nach wie vor mehr vom Spiel und versuchten alles, doch der VfB wehrte sich mit vereinten Kräften und rackerte. Am Ende hielten beide Torhüter ihren Kasten sauber, so dass es beim 1:1-Remis blieb. Der VfB wird damit gut leben können und zufrieden sein. Die Borussen hatten sich sicherlich mehr versprochen und haben – um sich in der Tabelle entscheidend nach oben zu tanken – zwei Punkte verloren.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Ginter, Elvedi, Beyer – Scally (81. Bennetts), Zakaria, Koné (86. Neuhaus), Netz (66. Netz) – Hofmann, Stindl (66. Plea) – Embolo

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Bénes, Müsel, Wolf

VfB Stuttgart: Bredlow – Mavropanos, Ito, Kempf – Karazor (89. Didavi), Sosa – Coulibaly (74. P. Förster), Nartey, W. Endo – Führich – Marmoush (74. Faghir)

Weiter im Kader: Schock (ETW), Stenzel, Ahamada, Klimowicz, Mola, Al Ghaddioui

Tore: 0:1 Mavropanos (15.), 1:1 Hofmann (42.)

Gelbe Karten: Koné, Herrmann / Karazor, Führich, Kempf

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 41.608 (Borussia-Park)