Patrick Herrmann und die Borussen zeigten Bayern Paroli. Foto: picture alliance/Peter Schatz/ Pool via  Eibner

Borussia Mönchengladbach musste sich am Samstagabend dem FC Bayern München geschlagen geben. Mit 1:2 unterlagen die Borussen an der Isar. Leon Goretzka hatte erst vier Minuten vor Schluss den Sieg unter Dach und Fach gebracht. Ein später und bitterer Nackenschlag für die Fohlenelf, die in der Allianz-Arena eine starke Leistung gezeigt hatte und durchaus einen Punkt verdient gehabt hätte.  

Borussias Trainer Marco Rose musste bei den Bayern weiterhin auf Fabian Johnson (muskuläre Probleme), Denis Zakaria (Knieoperation) und Tobias Strobl (Muskelfaserriss) verzichten. Dazu konnten auch Raffael (Fußprobleme) und Alassane Plea aufgrund einer Gelb-Rot-Sperre die Reise an die Isar nicht mitmachen. Für den Franzosen rückte Christoph Kramer in die Partie, der an der Seite von Florian Neuhaus im defensiven Mittelfeld agierte. Hofmann rückte dafür eins nach vorne auf die linke Seite, während Patrick Herrmann rechts spielte und Lars Stindl auf der Zehn. Vorne agierte Marcus Thuram als einzige Spitze. Auf der Bank nahm auch Breel Embolo nach seiner überstandenen starken Wadenprellung Platz. Auf der Gegenseite kam Ex-Borusse Michael Cuisance zu seinem ersten Startelfeinsatz für die Bayern.

Thuram muss früh runter, Embolo kommt

Die in Weiß spielenden Borussen machten von Beginn an gut mit und versteckten sich nicht. Nach knapp über zwei Minuten gab’s die erste Ecke für die Fohlenelf. Zuständig dafür war Hofmann, der sein 100. Bundesligaspiel für die Fohlenelf absolvierte. Die hereingebe des Jubilar klärte allerdings Perišić (03.).

Drei Minuten später eine Schrecksekunde für die Borussen, als Thuram ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängen geblieben war und sowohl auf als auch außerhalb des Platzes behandelt werden musste. Doch der Franzose biss auf die Zähne und konnte zunächst mit einem getapten Knöchel weitermachen. Aber der Angreifer lief unrund über den Platz und musste schlussendlich runter, Breel Embolo kam in die Partie (10.). Kurze Zeit später der erste Abschluss der Bayern. Perišić bediente Cuisance, dessen Volleyschuss aber weit am Tor vorbei flog (12.).

Hofmann trifft, stand aber im Abseits

Drei Minuten später hätte Jonas Hofmann beinah sein Jubiläum gekrönt, doch der Mittelfeldmann stand nach einem klasse Pass von Embolo einen halben Fuß im Abseits, so dass der vermeintliche Führungstreffer nach Videobeweis keine Anerkennung fand (15.). generell machten es die Borussen gut bis dahin. Sie versteckten sich nicht, sondern zeigten sich mutig und spielten mit.

Sommer klärt erst stark und patzt dann

Auf der Gegenseite hatte Hernandez die Riesenchance für den FCB, nachdem Ginter die Kugel gen au in den Lauf des Spaniers gespielt hatte. Doch Sommer war aus kurzer Distanz mit einer herausragenden Parade zur Stelle (23.). Zwei Minuten später hatte Embolo die Führung auf dem Fuß, köpfte die Kugel aber genau auf Keeper Neuer und setzte den Rebound neben das Tor (25.).

Zwei Minuten später zappelte die Kugel dann in den Maschen – allerdings in den von Yann Sommer. Der Schweizer spielte einen kapitalen Fehlpass genau in die Füße von Zirkzee, der sich das Geschenk nicht angehen ließ und die Kugel aus achtzehn Metern in die Maschen schob – 1:0 für den FC Bayern (27.).

Borussia belohnt sich für eine gute Vorstellung

Bitter für die Fohlenelf, die bis dahin eine mehr als ordentliche Partie abgeliefert und den Bayern durchaus Paroli geboten hatte. Doch die Borussen steckten nicht auf, sondern versuchten schnell zu antworten. Erst versuchte es Embolo, wurde aber von Boateng geblockt (32.). Dann war Herrmann in einer guten Position, verpasste aber den Abschluss (35.).

Doch zwei Minuten später folgte die Belohnung für die Borussen. Nach einem tollen Angriff über den rechten Flügel spielte Herrmann die Kugel in Richtung kurzen Pfosten und Hofmann. Pavard grätschte in die Flanke und versenkte die Kugel zum 1:1 in den eigenen Maschen (37.)

Ein verdienter Ausgleich für die Fohlenelf, die dem Rekordmeister auf Augenhöhe begegnete und gut mitspielte. Kurz vor dem Pausenpfiff sah Bensebaini dann die Gelbe Karte. Es war die fünfte für die Franzosen, der somit am kommenden Dienstag gegen Wolfsburg zuschauen muss. Unterdessen ging es mit einem geruhten 1:1 in die Kabinen. Die Borussen hatten sogar mehr Ballbesitz, zeigten sich mutig und kombinierten gut.

Neuer rettet die Führung gegen Embolo und Herrmann

Zum zweiten Durchgang musste Marco Rose den zweiten verletzungsbedingte Wechsel vornehme. Für Elvedi ging es nicht mehr weiter, Jantschke kam (46.). Unterdessen kamen die Borussen gleich mutig aus der Kabine und spielten mit Tempo nach vorne. So wie in Minute 48, als Bensebaini die Kugel nach vorne trieb und Embolo im Strafraum an Neuer scheiterte. Kurze Zeit später wieder der Nationaltorhüter, der stark gegen Herrmann parierte (54.).

In dieser Phase war es einfach klasse, was die Borussen auf die ‚Platte‘ brachten. Man spielte mit Ruhe und Geduld, zeigte sich ballsicher und setzte zudem den einen und anderen Konter. Und die waren durchaus gefährlich und hätten zur Führung führen können.

Die Borussen blieben die bessere Mannschaft und ließen Bayern kaum ihr gefürchtetes Spiel aufziehen. Auch ließen sie sich nicht aus der Reserve locken von den Bayern, die versuchten, den Druck auf die Fohlenelf zu erhöhen. Beinah hätte Gnabry nach einem von Kramer abgefälschten Schuss getroffen, doch Sommer war rechtzeitig abgebraucht und entschärfte die Kugel (67.).

Später Nackenschlag für gute Borussen

Es liefen die letzten zwanzig Minuten in der Allianz-Arena. Marco Rose stellte um und brachte Wendt für Herrmann (70.). Damit verbunden war eine Dreierkette, die gegen den Ball zu einer Fünferkette wurde. Und mit dieser hielt die Fohlenelf die Bayern in Schach. Der Rekordmeister hatte keine zündelnden Ideen gegen die Fohlenelf, die mutig und konzentriert verteidigten. 

Doch dann schliefen die Borussen einmal, was die Bayern sofort bestraften. Wendt wollte einen Diagonalball von Davies ins Aus lassen, hatte aber Pavard nicht auf der Rechnung. Der Franzose erlief den Ball im Rücken des schläfrigen Schweden und passte in die Mitte, wo Goretzka lauerte und die Kugel völlig frei zum 2:1 ins lange Eck verlängert (86.).

Ein später und bitterer Nackenschlag für die Borussen, die ein so gutes Auswärtsspiel gemacht und auf Augenhöhe agiert hatten. Doch am Ende war es ein Fehler, den die Bayern eiskalt ausnutzten und die Biorussen am Ende mit leeren Händen dastehen ließen. Eine bittere Niederlage, die es aber nun schnell zu verdauen und abzuhaken gilt, um dann am Dienstag im Heimspiel gegen Wolfsburg mit einer ähnlichen Leistung den Dreier einzufahren. Im Kampf um die Königsklasse muss man nun auf einen Ausrutscher von Bayer Leverkusen auf Schalke hoffen. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC Bayern München: Neuer – Pavard, Boateng, Alaba, Hernández (62. Davies) – Kimmich, Goretzka – Gnabry, Cuisance (62. Coman), Perišić – Zirkzee (77. Wriedt)

Weiter im Kader: Ulreich (ETW), Odriozola, Martinez, Musical, Singh, Batista, Meier

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi (46. Elvedi), Bensebaini – Neuhaus, Kramer – Hofmann, Stindl, Herrmann (70. Wendt) – Thuram (10. Embolo, 83. Bénes)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Doucouré, Müsel, Traoré, Quizera

Tore: 1:0 Zirkzee (27.), 1:1 Pavard (37./Eigentor), 2:1 Goretzka (86.)

Gelbe Karten: – / Bensebaini, Lainer

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin) 

Zuschauer: Keine (Allianz-Arena, München)