Lars Stindl traf zur Führung, am Ende hieß es 1:2 für den VfB. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach hat im Kampf um die Qualifikation zur Conference League einen Rückschlag erlitten. Im letzten Heimspiel der Saison unterlagen die Borussen trotz Führung dem VfB Stuttgart mit 1:2 und haben Platz sieben nun nicht mehr in der eigenen Hand. Lars Stindl hatte die Fohlenelf mit dem Pausenpfiff in Führung gebracht, der VfB drehte die Partie nach dem Seitenwechsel binnen fünf Minuten. 

Borussias Trainer Marco Rose hatte im letzten Heimspiel nahezu alle Mann an Bord. Lediglich Mamadou Doucouré (Operation nach Achillessehnenriss), Torben Müsel und Julio Villalba (beide im Aufbautraining) standen nach wie vor nicht zur Verfügung. Im Vergleich zur 0:6-Klatschei in München nahm Rose drei Änderungen in der Startelf vor: Christoph Kramer, Lars Stindl und Alassane Plea begannen an Stelle von Denis Zakaria, Valentino Lazaro und Breel Embolo.

Beide Mannschaften gingen engagiert in die Partie und suchten gleich den Weg nach vorne. Erstmals gelang das vielversprechend dem VfB, für den Anton nach einer Flanke aber genau in die Arme von Sommer köpfte (3.). Auf der Gegenseite wartete man bei den Borussen auch nach zehn Minuten noch auf die erste Torchance – weil die Gäste aus dem Schwabenland gut zustellten und die Fohlenelf nicht in die Gefahrenzone durchstarten ließ.

Borussia hat den Ball, der VfB passt auf

Dennoch hatten die in den neuen Heimtrikots spielenden Fohlen mehr Ballbesitz und zeigten sich zudem aktiver. Plea zog dann nach einem ordentlichen Spielzug aus spitzem Winkel ab, traf aber lediglich das Außennetz (10.) An der Rollenverteilung änderte sich auch im weiteren Verlauf nichts. Die Fohlenelf hatte mehrheitlich die Kugel und ergriff die Initiative, der VfB hielt dagegen und ließ kaum etwas zu. Torchancen gab es somit weiterhin nicht zu notieren. Bis zur 18. Minute, als Anton in höchster Not die scharfe Hereingabe von Hofmann entschärfte. Sechs Minuten später hatte Plea nach einem Konter die Gelegenheit, scheiterte aber an Kobel (24.).

Thurams Treffer zählt zu Recht nicht

Die bis dahin beste Möglichkeit für die Borussen, die im Spiel nach vorne aber noch ordentlich Sand im Getriebe hatten. Es mangelte vor allem an Tempo und Ideenreichtum aus dem Mittelfeld heraus. Wenn mal etwas ging, dann über rechts und Hofmann, aber das verpuffe dann recht schnell. Dann zappelte die Kugel zwar erstmals in den Maschen – es wäre die Führung für den VfL gewesen – aber der Treffer von Thuram fand aufgrund von Abseits richtigerweise keine Anerkennung (34.).

Plötzlich führt Borussia…

Eigentlich sprach zur Pause vieles für ein 0:0 auf der Anzeigetafel. Und das wäre auch in Ordnung gewesen, weil beide Teams offensiv kaum etwas zu bieten hatten. Doch buchstäblich in letzter Sekunde brachte Stindl seine Mannschaft in Front. Kramer gab die Kugel von rechts in die Mitte, wo der Kapitän aus kurzer Distanz direkt abzog und rechts in die Ecke zum 1:0 traf (45.). Eine vor allem zum psychologisch richtige Führung, die aber keineswegs in der Luft gelegen hatte. Unverdient war die aber nicht, weil die Fohlen dann doch das aktivere Team war.

Und während Robert Lewandowski für die Bayern sein 40. Saisontor erzielt und so den. Rekord von Gerd Müller eingestellt hatte, so führte Leverkusen zur Pause mit 1:0 gegen Union Berlin. Die Borussen lagen also einen Platz und drei Punkte vor den „Eisernen“, die mit den Fohlen um dem Platz in der neu geschaffenen Conference League streiten.

Marco Rose trat die Festigung des Platzes im zweiten Durchgang zunächst mit identischem Personal an. Und das lauerte nun seinerseits zunächst auf Fehler des VfB, der nun natürlich mehr machen musste, über Ansätze aber nicht hinaus kam. Dafür gehörte den Fohlen die erste Möglichkeit nach Wiederanpfiff. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld von Hofmann war es Elvedi, dessen Kopfball VfB-Keeper Kobel unter Kontrolle bringen konnte (51.).

Stuttgart dreht in fünf Minuten die Partie

In der Folgezeit spielte sich das Geschehen eher im Mittelfeld ab. Die Borussen lauerten, der VfB hatte kaum etwas zu bieten, weshalb die Zeit ereignislos herunterlief. Mittlerweile liefen die letzten zwanzig Minuten im Borussia-Park der laufenden Spielzeit. Und in diesen kam der VfB dann zum Ausgleich. Endo holte aus zwanzig Metern den Hammer raus und versenkte die Kugel für Sommer unhaltbar im rechten oberen Eck (72.). Ein Gegentreffer, den sich die Borussen selbst zuzuschreiben hatten. Weil sie in dieser Phase zu wenig gemacht hatten.

Aber es kam noch bitter. Fünf Minuten später führte der VfB plötzlich. Stenzel bekam das Leder halbrechts vor dem Strafraum und schoss, Kalajdžić fälschte es flach ins lange Eck zum 1:2 ab (77.). Wiedermal hatten die Fohlen eine Führung verspielt und rannten einem Rückstand hinterher. Sie bemühten sich, aber am Ende reichte das nicht.

Unter dem Strich stand eine Niederlage, die sich die Borussen selbst zuzuschreiben haben und mit der sogar Platz sieben in weite Ferne rückt…

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer (84. Wolf), Neuhaus (78. Zakaria) – Hofmann (65. Lazaro), Stindl, Thuram – Plea (78. Embolo)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Jantschke, Wendt, Herrmann

VfB Stuttgart: Kobel – Mavropanos (34. Stenzel), Anton, Kempf – Endo, Sosa (63. Castro) – Massimo, Karazor – Förster (83. Didavi), Thommy (63. Churlinov) – Kalajdžić (83. Al Ghaddioui)

Weiter im Kader: Bredlow (ETW), Klement, Mack, Sankoh

Tore: 1:0 Stindl (45.), 1:1 Endo (72.), 1:2 Kalajdžić (77.)

Gelbe Karten: Bensebaini, Zakaria / Förster, Massimo, Castro, Endo

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel) 

Zuschauer: Keine (Borussia-Park)