3:2! Borussia schlägt den FC Bayern verdient

Lars Stindl traf gegen die Bayern zum 1:0, am Ende siegten die Fohlen 3:1. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach bleibt der Angstgegner des FC Bayern München. Die Fohlen blieben auch im fünften Pflichtspiel in Folge gegen den Rekordmeister ungeschlagen und stellten damit einen neuen Rekord auf. Gegen die Bayern gewannen die Borussen am 21. Spieltag durch die Tore von Lars Stindl, Jonas Hofmann und Joker Marcus Thuram am Ende verdient mit 3:2. Die Fohlen spielten nach der Notbremse von Dayot Upamecano lange Zeit in Überzahl.

Daniel Farke hatte gegen den Rekordmeister fast alle Mann an Bord und nahm im Vergleich zur Pleite in Berlin drei Änderungen in der Startelf vor: Stefan Lainer, Ramy Bensebaini und Alassane Plea begannen für die unter der Woche angeschlagenen Luca Netz, Joe Scally und Marcus Thuram. Scally und Thuram saßen auf der Bank, Netz musste ganz passen.

Der Rekordmeister drückt gleich aufs Gaspedal

Ehe der ‚ewige Klassiker‘ angepfiffen wurde, bekam Yann Sommer noch seine offizielle Verabschiedung von den Borussen. Dabei wurde dem langjährigen Schlussmann eine Foto-Collage überreicht. Danach sah der Ex-Borusse, wie seine Mannschaftskollegen gleich von Beginn an das Heft in die Hand nahmen und den Vorwärtsgang einschalteten. Dabei spielte Davies zunächst einen zu steilen Pass in die Mitte (2.), ehe Elvedi Gravenberch zuvor kam und Müller anschließend per Seitfallzieher verpasste (3.).

Upamecano muss früh runter, dann trifft Stindl

Doch auch die Fohlenelf versteckte sich nicht. Nach einem tollen Pass von Hofmann kam Itakura am zweiten Pfosten zum Kopfball, konnte die Kugel aber nicht im Tor unterbringen (7.). Zwei Minuten später wurde Plea mit einem Sahnepass von Bensebaini aus der eigenen Hälfte auf die Reise geschickt. Der Franzose hatte dann nur Upamecano vor sich und wurde von selbigen zu Fall gebracht. Schiedsrichter Welz zögerte nicht lange und stellte den Verteidiger vom Platz. Auch der ‚Kölner Keller‘ bestätige nach Sichtung der Bilder den Platzverweis (9.).

Es dauerte dann nicht lange, bis die Fohlenelf die Überzahl nutzte und in Führung ging. Nach Freistoß von Hofmann an die Strafraumgrenze war es Stindl, der nicht lange zögerte und die Kugel unhaltbar für Sommer in den Maschen versenkte (13.). Keine unverdiente Führung für die Fohlen, die sich eben nicht versteckte und sich nach einem tollen Pass die Überzahl verdiente und dann eiskalt zuschlug.

Stindl verpasst das 2:0

Nun waren natürlich die Bayern gefordert. In Unterzahl versuchten sie, die tief und kompakt verteidigenden Borussen zu knacken. Auf der anderen hatte Stindl das 2:0 auf dem Fuß, setzte die Kugel aber nach einem tollen Angriff und Querpass von Koné nur um Zentimeter neben den rechten Pfosten (24.). Das hätte eigentlich die Doppel-Führung sein müssen.

Auf der anderen Seite hatte der Rekordmeister zwar mehr Ballbesitz und suchte die Offensive, gefährlich werden konnten sie den Borussen aber nicht. Die Borussen ihrerseits lauerten immer wieder auf Konter und schalteten dann nach Balleroberung blitzschnell um. So wie in Minute 33, als Hofmann Plea mit einem tollen Pass schickte. Pavard konnte den Franzosen so gerade noch am Torschuss hindern (34.).

Bayern gleicht aus, Borussia bleibt dran

Fast im Gegenzug kam der FCB zum Ausgleich. Davies machte Tempo und ließ Lainer auf links stehen und spielte dann flach auf Choupo-Moting, der nur den Fuß hinhalten musste – 1:1 (35.). Die Fohlenelf steckte aber nicht auf, im Gegenteil. Erst zog Hofmann aus der Distanz ab, zwei Meter vorbei (37.). Dann versuchte es Plea, ohne Erfolg (38.). Dann wieder Hofmann, der von Blind gestoppt wurde. Nach der fälligen Ecke setzte Itakura die Kugel auf das Tornetz (40.). Eine Minute später hatte Koné die erneute Führung auf dem Fuß, scheiterte am exzellent reagierenden Sommer (41.).

So ging es mit einem 1:1 in die Kabine. Spätestens nach dem Platzverweis legten die Borussen die anfängliche Unsicherheit ab und zeigten tollen Umschaltfußball. Allerdings hätte es gut und gerne mit einer Führung in die Kabine gehen können, wenn nicht müssen.

Bayern mit Schwung aus der Kabine, aber Borussia trifft

Während Farke zum zweiten Durchgang auf Wechsel verzichtete, so brachte Nagelsmann in Musiala und Leroy Sané gleich zwei frische Kräfte. Wie zu Beginn der Partie übernahmen die Bayern auch mit einem Mann weniger das Kommando. Den ersten Torschuss gab dann Kimmich ab, der aber weit über den Kasten zielte (49.). Vier Minuten später der erste Abschuss der Fohlen. Stindl versuchte es aus der Distanz, keine Gefahr für Sommer (53.).

Dafür schlug es zwei Minuten später hinter Sommer zum zweiten Mal ein!  Nach Ballgewinn schalteten die Borussen blitzschnell um. Hofmann schickte Plea nach rechts. Der Angreifer spielte zurück ins Zentrum, wo Hofmann mit links das 2:1 besorgte (55.).

Abermals ein toller Angriff der Fohlenelf, die kurze Zeit später beinah das dritte Tor nachgelegt hätte. Erst wurde Wolfs Schuss geblockt, ehe Bensebaini den Nachschuss mit voller Wucht an die Querlatte knallte (57.). Der Borussia-Park bebte und gab den Fohlen die nötige Sicherheit. Die Bayern versuchten es zwar, an den Borussen kamen sie aber nicht vorbei.

Hofmann mit der Chance zur Entscheidung, Thuram macht den Deckel drauf

Es liefen die letzten zwanzig Minuten im Borussia-Park und die Uhr lief weiter gegen den noch dazu in Unterzahl spielenden FC Bayern. Die Borussen standen in dieser Phase etwas tiefer, verschoben diszipliniert und machten die Räume eng. Farke nahm dann zwei Wechsel vor und brachte Neuhaus und Thuram (74.). Zwei Minuten später versuchte es der starke Hofmann, verfehlte das Ziel aber knapp (76.).

Ein paar Minuten später machte dann Thuram den Deckel auf die Partie. Gegen aufgerückte Bayern machte Hofmann das Spiel erneut schnell, legte von rechts quer auf Thuram, der im Zentrum leichtes Spiel hatte und die Partie vermeintlich entschied (84.). Doch es wurde nochmal etwas spannend, weil Tel in der Nachspielzeit nochmal traf.

Am Sieg der Fohlen ändern, sollte dieser Treffer nichts mehr. Unter dem Strich gewannen die Biorussen verdient mit 3:2 und bleiben der Niederlage des VfL Wolfsburg sei Dank dran am 7. Tabellenplatz. Der Sieg gegen Bayern hat sie wieder gezeigt, die „zweie“ Borussias…

Die Kurzstatistik zum Spiel: 

Borussia Mönchengladbach: Omlin – Lainer, Itakura, Elvedi, Bernsebaini – Koné, Kramer (56. Weigl, 90. Jantschke) – Wolf (90. Herrmann), Stindl (74. Thuram), Hofmann – Plea (74. Neuhaus)

Weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Friedrich, Scally, Ngoumou

FC Bayern München: Sommer – Pavard, Upamecano, Blind – Gnabry (46. Sané), Kimmich, Goretzka (62. de Ligt), Davies – Müller (16. João Cancelo), Gravenberch (46. Musiala) – Choupo-Moting (62. Tel)

Weiter im Kader: Ulreich (ETW), Sarr, Stanišić, Ibrahimović

Tore: 1:0 Stindl (13.), Choupo-Moting (35.), 2:1 Hofmann (55.), 3:1 Thuram (84.), 3:2 Tel (90+3)

Gelbe Karten: – / Goretzka

Rote Karte: Upamecano (9., Notbremse)

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: 54.042 (Borussia-Park, ausverkauft)

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