Umbruch bei der U23 – Mirko Sandmöller will »ein paar Sachen auf den Weg bringen«

Mirko Sandmöller ist Nachwuchs-Chef bei Borussia. Foto: Heiko van der Velden/amafuma.de

Mirko Sandmöller ist nun seit etwas mehr als einem Jahr Direktor des Nachwuchs-Leistungszentrums. Der Nachfolger von Roland Virkus hat einiges zu tun. Gerade auch in dieser Phase der Saison, wo auch im Nachwuchsbereich die Planungen auf Hochtouren laufen. Auch bei der U23 wird es erneut einen Umbruch geben. Der 40-Jährige will beim Nachwuchs »ein paar Sachen auf den Weg bringen.«

Mirko Sandmöller hatte am vergangenen Osterwochenende einen wichtigen Termin. Er schaute bei der 59. Auflage der U19 Champions Trophy in Düsseldorf vorbei. Einerseits, um den Nachwuchsfohlen zuzuschauen und um andererseits die anderen Talente unter die Lupe zu nehmen. »Auch ein solches Turnier ist immer wieder dafür da, sich über nationale und internationale Mannschaften einen Überblick zu verschaffen und auf die Talente zu schauen«, sagt Sandmöller.

Und wer weiß. Vielleicht findet ja eines Tages den Weg über Düsseldorf nach Gladbach. Das ist Zukunftsmusik. In der Gegenwart belegten die jungen Talente der Fohlen am Ende einen ordentlichen vierten Platz. »Wir haben uns gefreut, dass wir an dem Turnier teilnehmen können. Die Rahmenbedingungen waren mit den ganzen verletzten Spielern nicht die einfachsten. Die Jungs haben es ganz gut gemacht. In Summe haben sie ein gutes Turnier gespielt«, zeigte sich der Nachwuchs-Chef zufrieden.

»Das ist dann unnötiger Druck für den oder die Spieler«

Das konnte er auch ebenso sein wie Trainer Alexander Ende, der eben mit exorbitanten Personalproblemen zu kämpfen hatte. Davon ab konnte Sandmöller beobachten, dass  das Turnier ein mehr als ordentliches Niveau hatte. Ein Niveau, bei dem die jungen Borussen lernen, sich mit anderen Teams, auch aus Europa, messen konnten.

Zahlreiche Scouts dürften das Turnier dazu genutzt haben, um Namen zu beobachten und um sich Notizen zu machen. Bei den Borussen wusste am ersten Turniertag vor allem abermals Shio Fukuda zu überzeugen. Der 18-Jährige, im Januar aus Japan nach Gladbach gewechselt, weiß vor allem, wo das Tor steht. Dazu Tony Reitz, Bruder von Rocco, Ibrahim Digberekou, und auch Torhüter Tiago Pereira Cardoso zeigten mit ihren Leistungen, was sie drauf haben. Bei Reitz läuft der Vertrag aus. Der 18-Jährige ist einem Verbleib nicht abgeneigt.

Jedenfalls sind es alles Spieler, die zu denjenigen gehören könnten, die später einmal im Profi-Fußball – im besten Fall bei den Borussen – auftauchen können. Am linken Niederrhein bekommen die Talente dazu eh die Zeit, sich zu entwicklen. In Bezug auf eventuelle Namen, die den Sprung schaffen könnten, will sich Sandmöller dann nicht festlegen. Zumindest öffentlich nicht.

»Sehen ein paar Jungs, die eine gute Entwicklung genommen haben«

»Ich bin kein Freund davon, Namen rauszupicken. Das ist dann unnötiger Druck für den oder die Spieler. Wir schauen ganz genau hin bei den Spielern, bei denen wir das Potenzial für höhere Aufgaben sehen. Dann werden wir die richtige Entscheidung für den Spieler treffen«, sagt der 40-Jährige und erklärt: »Grundsätzlich sehe ich auch in der U19 Spieler, die eine gute Rolle spielen werden und bei denen ich die Perspektive in Richtung Lizenzbereich sehe.«

Und die wird man in der nahen und fernen genauestens beobachten – damit man auch mal wieder die dritte Säule des ‚Borussia-Weg’ bedienen kann. Alles aber nach dem Motto ‚Eile mit Weile‘. »Am Ende des Tages ist beim Nachwuchs auch Geduld gefragt. Die Spieler sind nicht von heute auf morgen irgendwie anders«, mahnt Sandmöller. »Aber es gibt ein paar spannende Talente, die ihren Weg machen werden, davon bin ich überzeugt.«

»In den meisten Fällen haben die Nachwuchsteams als Mannschaft eine ordentliche Saison gespielt. Trotzdem schauen wir dennoch auf das einzelne Talente«., sagt der Nachwuchs-Chef »Wir sehen ein paar Jungs, die eine gute Entwicklung genommen haben und denen wir auch zutrauen, die nächsten Schritte zu gehen.«

Bei der U23 »wird es einen kleinen Schnitt geben«

Apropos nächste Schritte. Da wird es auch in der U23 Spieler geben, die das ab Sommer tun und eine neue Herausforderung annehmen werden. Teilweise, weil sie es wollen, teilweise weil sie eben aus der U23-Regelung rausfallen. Gleich 15 Verträge laufen bei der Truppe von Trainer Eugen Polanski aus. Darunter auch Kann Kurt, Mika Schroers, Steffen Meuer, Per Lockl und auch Phil Beckhoff. Zumindest Beckhoff wird seinen Vertrag nach Informationen unserer Redaktion nicht verlängern und eine neue Herausforderung in der 3. Liga suchen.

Auch hier kommentiert Sandmöller nachvollziehbar keine Namen. »Wir sind mit den Spielern in Gesprächen. Es wird zu neuen Saison sicherlich einen kleinen Schnitt geben«, verrät Borussias Nachwuchschef. »Da gibt es Spieler, die den nächsten Schritt machen wollen, wo entweder die Verträge auslaufen oder die vom Alter her aus der U23-Regelung rausfallen. Das ist auch völlig in Ordnung.«

»Die letzten Entscheidungen werden in den nächsten Wochen fallen«

Und weiter. »Nichtsdestotrotz muss man auch sagen, dass wir gerade eine richtig gute Saison spielen. Es funktioniert in allen Belangen«, lobt der 40-Jährige. »Wir haben eine Mannschaft, die in der Regionalliga eine gewisse Erfahrung gesammelt hat mit Spielern, die in Bezug auf die Altersstruktur an der Grenze sind.«

»Wir freuen uns, dass die Jungs den nächsten Schritt in ihrer Karriere in der 3. oder auch 2. Liga gehen können. Wenn wir das aus der U23 heraus hinbekommen, dann haben wir sie dieses Jahr auf ein Niveau gebracht, wo jeder nochmal genau hingeschaut und gesagt hat, den Jungs trauen wir es zu, auch höher zu spielen. Das ist in der U23 auch unsere Aufgabe. Dieser sind wir richtig gut nachgekommen«, befindet Sandmöller. »Unabhängig von Namen wird es den einen oder anderen geben, der den nächsten Schritt in seiner Karriere geht. Dann ist es für uns dann der Zeit zu sagen, dass die Spieler, die bisher etwas hintendrin waren, den nächsten Schritt gehen. Die Gespräche laufen noch. Die letzten Entscheidungen werden in den nächsten Wochen fallen.«

»Wir wollen ein paar Sachen auf den Weg bringen«

Entscheidungen, die Sandmöller seit etwas mehr als einem Jahr als Naschwuchs-Chef mit seinem Team trifft. Und der 40-Jährige ist stets ‚hungrig‘ und akribisch, seine Ideen umzusetzen. Getreu dem Motto Stillstand ist Rückschritt. »Ich bin jetzt ein knappes Jahr in Verantwortung und versuche weiterhin, den bestmöglichen Job zu machen. Wir wollen ein paar Sachen auf den Weg bringen, um an der Durchlässigkeit und auch an Strukturen zu arbeiten«, sagt Sandmöller und fügt an: »Wir beginnen gerade mit der einen und anderen Strukturveränderung Richtung kommender Saison. Ich glaube, dass wird der Entwicklung der einzelnen Spieler und auch der Mannschaft als solcher guttun.«

»Der Antrieb ist ständig da, kontinuierlich besser zu werden und immer wieder Dinge zu optimieren. Ich bin zufrieden, wenn wir die Dinge, die wir im Kopf haben, umsetzen können und die dann am Ende des Tages auch erfolgreich sind. Dann bin ich zufrieden mit der Entscheidung«, so der 40-Jährige. »Was aber nicht heißt, dass ich dann zufrieden bin und mich zurücklehne.« Schließlich gibt es im Nachwuchsbereich auch genug zu tun…

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