Shio Fukuda »hat sich einiges vorgenommen« und will es Vorbild und ‚Helfer‘ Ko Itakura gleichtun 

Shio Fukuda ist bei Borussia schon recht gut angekommen und zeigt seine Qualitäten.. Foto: Alexander Plum

Seit nunmehr drei Monaten ist Shio Fukuda in Diensten von Borussia Mönchengladbach. Die Borussen lockten das Sturm-Talent aus Japan nach Europa und an den linken Niederrhein. Und hier hat der 19-Jährige bereits seine Qualitäten unter Beweis gestellt und hat zudem einen großen Wunsch.

Es war letztes Jahr im Herbst, als Borussia Mönchengladbach die Verpflichtung von Shio Fukuda bekanntgab. Shio, wer? Viele werden seinerzeit die Stirn zumindest etwas gerunzelt und sich gefragt haben, wer denn hinter diesem Namen steckt. Wohl lediglich die absoluten Experten wussten, welches Juwel sich die Borussen da an Land gezogen hatten.

Beim ‚All Japan Tournament‘ nahm der damals 17-Jährige mit der ‚Kamimura Gaukeln High School‘ teil. Scouts der Borussen hatten sich im Zuge einer Japan-Reise das Turnier angeschaut und sich Fukuda auf den Zettel geschrieben. Und dann haben sie relativ flott Nägel mit Köpfen gemacht, um das Juwel nicht vor der Nase weggeschnappt zum bekommen. Im August erfuhr der Angreifer dann vom Interesse der Borussia, im Oktober reiste er nach Gladbach, um sich alles anzuschauen und dann den Vertrag zu unterzeichnen. Mitte Januar 2023 ging es dann mit Sack und Pack endgültig an den linken Niederrhein.

»Mich hat auch das Familiäre überzeugt«

Lange überlegen musste Fukuda generell nicht. »Borussia ist ein großer und traditionsreicher Klub, der bis heute viele Erfolge feiern konnte und auch über die Grenzen Europas hinaus eine große Beliebtheit genießt. Auch in Japan gibt es seit Jahren viele Fans. Und auch das Familiäre hat mich überzeugt«, erläutert Fukuda, der auch Angebote aus seinem Land hatte, im Gespräch mit unserer Redaktion seine Entscheidung.

Apropos Familie. Die hat der 19-Jährige zunächst mitgebracht, damit die Eingewöhnung etwas leichter fällt. Später, so Fukuda, ist die Familie dann wieder nach Hause geflogen und er war auf sich alleine gestellt. Ganz alleine war er dann aber doch nicht. Schließlich gibt es im Borussen-Internat, dem FohlenStall, so etwas wie Ersatz-Eltern. Birgit uns Wolfgang Lintjens, eine Intuition bei Borussia, kümmern sich Tag und Nacht um die Talente der Fohlen. Somit auch um Fukuda.

Und auch die anderen ‚Bewohner‘ des FohlenStalls sind für den Japaner da. »Die Spieler aus den anderen Mannschaften, die dort wohnen, aber auch meine Teamkameraden unterstützen mich im Alltag«, sagt Fukuda und versichert: »Ich habe mich hier sehr früh gut zurechtfinden können aufgrund der Unterstützung des Vereins. Ich wurde von allen herzlichst aufgenommen«.

»Ich bin sehr ehrgeizig und habe mir einiges vorgenommen«

Wenn man sich wohl fühlt, dann funktioniert auch alles andere. Bei Borussias U19 hat Fukuda schon gezeigt, warum die Borussen ihn aus Japan nach Deutschland geholt haben. In sieben Pflichtspielen netzte Fukuda fünfmal ein und gab zwei Vorlagen. »Bei uns hat er es bisher super gemacht, weil er einfach eine super Einstellung und Qualitäten hat. Zudem hat er schon viele Tore gemacht, was sicherlich nicht das Schlechteste ist«, sagt sein derzeitiger Trainer Alexander Ende.

»Aber da darf man jetzt auch nicht zu viel von ihm verlangen. Er lebt im Internat und hat dort erste Freundschaften geschlossen. Er ist seit drei Monaten bei uns dabei, um in Deutschland Fuß zu fassen«, so Ende. »Das verläuft bisher ganz gut. Ich glaube, er hat in vielen Spielen gezeigt, dass er ein sehr talentierter Spieler ist. Aber man muss bei ihm auch Geduld haben, um ihn Step by Step an höhere Aufgaben heranzuführen.«

Schließlich war es für Fukuda auch eine Umstellung vom High School-Fußball. »Das Spiel an sich ist in der Junioren-Bundesliga schneller, es geht hin und her und auch robuster zur Sache«, hat der Japaner Unterschiede festgestellt.

Und er arbeitet täglich, um sich weiterzuentwickeln. »Es gibt noch einige Sachen, die ich verbessern kann und an denen ich arbeiten muss. Ein Punkt ist das „taktische Spielverständnis“. An dem muss ich unter anderem noch arbeiten«, sagt der 19-Jährige. »Ich bin sehr ehrgeizig und habe mir dahingehend einiges vorgenommen.«

Ko Itakura unterstützt Fukuda

In der kommenden Saison wird Fukuda dann seine Qualitäten in Borussias U23 unter Trainer Eugen Polanski unter Beweis stellen. Der Ex-Profi schaut, wenn es sein Spielplan zulässt, bei den Spielen der U19 vorbei und nimmt dann auch seinen zukünftigen Schützling unter die Lupe. Wenn es die Zeit zulässt, schaut auch Ko Itakura bei den Spielen seines Landsmanns zu.

Zuletzt schaute Itakura am Tag nach dem Remis in Frankfurt bei Fukuda vorbei. Am vergangenen Sonntag spielte die U19 in der Sonderrunde auf dem FohlenPlatz gegen Bayer Leverkusen. Beim 4:4-Remis spielte Fukuda 90 Minuten durch, traf aber mal nicht. »Wenn er es zeitlich schafft, ist er immer für mich da und versucht mich zu unterstützen, so gut es geht. Auch zu den Heimspielen, ist er da, um uns zu zuschauen«, verrät Fukuda über den Profi Itakura und sagt: »Ich kannte ihn vorher nicht. Aber er ist in jedem Fall ein Vorbild von mir.«

Fukuda besucht die „International School Düsseldorf“

Eines hat Itakura seinem Landsmann dann schon mal voraus: Er kann durch seine Zeit auf Schalke und jetzt bei den Borussen zumindest etwas schon die deutsche Sprache. Fukuda versteht zwar schon recht ordentlich, hat es aber nachvollziehbar noch schwer. Damit das zumindest vernünftig klappt, haben die Borussen um Alexander Ende eine japanische App, die Fukuda dann via Knopf im Ohr übersetzt. »Mit der Verständigung ist es zwar immer noch schwierig. Meine Teamkollegen helfen mir aber auf dem Platz dabei, dass es so gut wie möglich funktioniert. „Bitte“, „Danke“, „Hallo“ klappt schon ganz gut.«, sagt er.

»Den Rest«, so Fukuda, »muss ich dann im Unterricht noch lernen«. Das macht er fleißig und besucht dazu die „International School Düsseldorf“. Bekanntlich die Landeshauptstadt des Landes NRW, wo viele Japaner beheimatet sind. Hier kann sich dann Fukuda mit seinen Landsleuten austauschen und lernen. »Ansonsten sind aber alle hier bei Borussia sehr hilfsbereit, damit ich mich hier sehr schnell einleben kann«, ist Fukuda glücklich.

Glücklich und schon gut angekommen in Deutschland und vor allem bei Borussia. Fukuda ist interessantes, hochveranlagtes Talent, das bei den Fohlen durchstarten soll. Die Zeit, sich zu entwickeln, bekommt er dazu vom Klub. Und bei der Frage was er sich denn für seine Zeit in Europa und bei der Borussia vorgenommen hat, muss der 19-Jährige nicht lange überlegen. Er will es seinem Landsmann bei Borussia gleichtun. »Mein Wunsch ist es, zukünftig zusammen mit Itakura bei den Profis in der Bundesliga zu spielen.« Und wer weiß, vielleicht spielen beide dann auch in der Nationalmannschaft zusammen…

Aber soweit ist Fukuda noch lange nicht. Zunächst darf man gespannt sein, ob sein Wunsch in Erfüllung gehen wird. Jedenfalls könnte Fukuda zu den Spielern gehören, die beim viel zitierten ‚Borussia-Weg‘ die ‚Säule‘ “Spieler aus dem FohlenStall” bedienen…

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