Mirko Sandmöller: »Polanski? Er ist eine gute Mischung aus Förderer und Trainer«

Eugen Polanski überzeugte in seinem ersten Jahr als Trainer der U23. Foto: Dirk Päffgen

Zwei Wochen ist es her, als die Amateure von Borussia Mönchengladbach ihr letztes Ligaspiel absolvierten. Unter dem Strich erlangte die Truppe von Trainer Eugen Polanski einen geteilten zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga West. Ein starkes Ergebnis, mit dem sich auch Mirko Sandmöller sehr zufrieden zeigt. Borussias Nachwuchs-Chef zieht im Gespräch mit unserer Redaktion ein insgesamt positives Saisonfazit des gesamten Fohlen-Nachwuchses, spricht auch über Eugen Polanski und blickt auf die neue Spielzeit.

Auch die Spielzeit 2022/2023 ist im Unterbau von Borussia Mönchengladbach Geschichte. Borussias U23 hat unter Trainer Eugen Polanski die beste Platzierung seit der Saison 2016/17 erreicht. Seinerzeit wurden die Nachwuchsfohlen Dritter mit 62 Punkten. Nach Abschluss der abgelaufenen Spielzeit sind es 66 Punkte und ein geteilter dritter Platz. Lediglich die um vier Tore schlechte Tordifferenz trennt die höchste Nachwuchsmannschaft von Platz zwei.

»Man erkennt seine Handschrift«

Durchaus ein Erfolg, der vor allem auch Eugen Polanski zuzuschreiben ist. Der 37-Jährige hat in seinem ersten Seniorenjahr als Trainer eine Truppe geformt, die zumindest in Sachen Aufstieg recht lange ein Wörtchen mitgesprochen hat. Es war eine gute Mischung, die fußballerisch überzeugt hat, bei der eine Spielidee zu erkennen war und die vor allem auch das Zeug hatte, mit Rückschlägen umzugehen. Am Ende haben die Borussen also alles richtig gemacht, ihrem ‚Trainer-Talent‘ die Nachfolge von Heiko Vogel anzuvertrauen. »Die U23 hat in der Regionalliga West eine sehr gute Rolle gespielt und am Ende den dritten Platz belegt. Rückblickend können wir sehr zufrieden mit der Leistung sein – sowohl mit der individuellen Entwicklung der Spieler als auch des Trainerteams. Das neue Trainerteam hat sich schnell gut zurechtgefunden«, sagt Mirko Sandmöller.

»Dieses Gefühl, das Lust darauf haben, miteinander gut zu arbeiten, hat sich auf die Mannschaft übertragen. Das lebt diese Gruppe tagtäglich vor, dementsprechend bin ich mit der Zusammenarbeit im Team sehr zufrieden und auch mit der Leistung von Eugen in seinem ersten Jahr im Seniorenbereich. Man erkennt seine Handschrift«, befindet der 40-Jährige.

»…müssen die richtigen Spieler identifizieren«

In der Tat. Denn nicht von ungefähr kommt es, dass beispielsweise Per Lockl in die 3. Liga zum SV Waldhof Mannheim wechselt. Polanski hat Spieler entwickelt und für höhere Aufgaben geformt. Allerdings hat es zuletzt erneut kein Spieler in den Profikader geschafft – zumindest nachhaltig nicht. »Die Qualität der ersten Mannschaft war in den letzten Jahren so hoch, dass die Chance für junge Spieler etwas geringer gewesen ist. Es ist nicht so einfach, sich an dieser Qualität vorbeizuschieben«, gibt Sandmöller zu bedenken. »Dazu gehört zum einen die Leistung der Jugendspieler und zum andern auch das Vertrauen, und die Möglichkeit, sich oben zeigen und sich durchzusetzen zu können. Wir müssen die richtigen Spieler identifizieren, die zum richtigen Zeitpunkt oben angeboten werden können.«

Welche das in der nahen Zukunft sein können, verrät der 40-Jährige nachvollziehbar nicht. Nur so viel: »Wir werden sicher noch den einen oder anderen Neuzugang dazu holen, um den Kader sinnvoll zu verstärken. Aber eher punktuell, denn die Mannschaft ist von der Qualität gut aufgestellt.«

»Es kommen ein paar spannende Jungs aus der U19 hoch«

Die U23 wird in der neuen Spielzeit abermals personell ein neues Gesicht bekommen. Neben den externen Neuzugängen gehören auch solche, die aus der U19 nach oben kommen. »Wir haben einen Ausbildungsauftrag und wollen ein paar Jungs auf die nächste Stufe bringen. Es kommen ein paar spannende Jungs aus der U19 hoch, diese gilt es in den Seniorenbereich zu integrieren, auch mit der Erwartungshaltung, dass sie dort unmittelbar eine gute Rolle spielen können«, sagt Borussias Nachwuchs-Chef. »Ich bin sehr gespannt, wer von ihnen, in der nächsten Saison den nächsten Schritt machen wird.«

Neben Tony Reitz, der jüngst seinen auslaufenden Vertrag bei den Fohlen verlängerte, werden »Leo Arndt, Moustafa Moustafa, Selim Turping, Shio Fukuda und wahrscheinlich auch Dimitrie Deumi-Nappi hochkommen«, zählt Sandmöller auf und fügt an: »Als Torhüter wird Linus Wirth in die U23 hochrücken.«

Und wie geht es personell sonst bei den Amateuren weiter? Jedenfalls ist es nicht auszuschließen, dass von den bisher verabschiedeten Spielern der eine oder andere doch noch bleibt. »Wir haben für den Moment acht Spieler verabschiedet. Ob es bei denen bleibt oder noch einer dazukommt, das ist noch nicht endgültig klar«, verrät Sandmöller. »Nicht jeder Spieler bekommt die Chance auf einen Profivertrag in unserer ersten Mannschaft. Deshalb freuen wir uns, wenn Spieler von uns woanders hingehen und den für sich nächsten Schritt in den Profifußball gehen wie jetzt zum Beispiel Per Lockl, der zu Waldhof Mannheim wechselt.«

»Bei den anderen steht noch nicht fest, wohin ihre Reise geht. Bei Steffen Meuer, Kaan Kurt, Mika Schroers Joshua Holtby, Tom Gaal, Leon Schütz und Enrique Lofolomo gibt es aktuell noch keinen neuen Stand.« Nach unseren Informationen strebt indes Leon Schütz dennoch einen Wechsel an, um auf höchstmöglichem Niveau die Chance auf Einsatzzeiten zu bekomme. Das Ziel ist noch offen. Weiterhin zum Kader gehört allerdings Luca Barata. Der 20-Jährige besitzt noch einen Vertrag bis 2025 und wird diesen, Stand jetzt, auch erfüllen. 

»Eugen ist sehr akribisch als Trainer, er hat einen hohen Anspruch«

Das trifft auch auf Eugen Polanski zu. Der 37-Jährige gilt derzeit als einer der Kandidaten für die Nachfolge von Daniel Farke, sollte dieser die Borussen verlassen. Polanski hat in seinem ersten Trainerjahr überzeugt. »Zugetraut haben wir es ihm, deswegen haben wir damals die Entscheidung bewusst so getroffen«, so Sandmöller.

»Eugen ist sehr akribisch als Trainer, er hat einen hohen Anspruch und eine hohe Erwartungshaltung an die Jungs. Er ist eine gute Mischung aus Förderer und Trainer, der das Maximale aus den Spielern herausholen will«, lobt Sandmöller. »Die Arbeit bei der U23 ist aufgrund der Fluktuation nicht immer einfach. Er wusste mit den Veränderungen von Spieltag zu Spieltag umzugehen und hat trotzdem eine Art und Weise des Spielens entwickelt, die bei den Jungs angekommen ist und die sie verstanden haben.«

»Natürlich kann eine eigene Spielerkarriere definitiv helfen. Es ist kein Muss, aber es hilft dabei, verschiedene Perspektiven einnehmen zu können. Dadurch, dass er viele Dinge auch selbst als junger Spieler durchlebt, kann er sich an gewissen Stellen besser in die Spieler hineinversetzen«, weiß der 40-Jährige. »Er kann den Jungs auch berichten, welchen Weg er auf dem Weg zum Profi selbst gehen musste – mit allen Höhen und Tiefen.«

»Einige interessante Talente« in Borussias U17

Apropos. In Bezug auf den Nachwuchs der Fohlen gab es in der gerade beendeten Spielzeit mehr Höhen. »Rückblickend können wir zufrieden mit der Saison sein. Unser Dank gilt allen Trainern und Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben«, sagt Sandmöller.

»Die U19 hat die Saison gut zu Ende gebracht und den Niederrheinpokal gewonnen, wodurch sie sich für den DFB-Pokal qualifiziert hat. Wir sind darüber hinaus sehr zufrieden mit der Entwicklung einzelner Spieler. Die U17 hat bis zum letzten Spieltag darum gekämpft, in die Endrunde der deutschen Meisterschaft einzuziehen. Leider haben die Jungs zu Beginn der Saison paar Punkte liegen gelassen. In diesem Team gibt es einige interessante Talente, die sich dort hervorgetan haben und auf längere Sicht wichtig werden können.

»Die Erfolge der Leistungsmannschaften sind immer auch Produkt aus einer guten Arbeit im Basis- und Aufbaubereich. Hier haben wir auch in dieser Saison wieder mit den Mannschaften positive Ergebnisse erzielt.«, zeigt sich der Nachwuchs-Chef zufrieden. »Die U16 ist in der U17-Niederrheinliga Platz Vizemeister geworden, die U15 hat die Westdeutsche Meisterschaft errungen und hat noch die Chance aufs Double. Die U14 und U13 sind im Nachwuchs-Cup jeweils Zweiter geworden.«

»Werden wir keine Tabellenstände ausgeben«

Rundum also ordentliche Ergebnisse, die es in der neuen Spielzeit zu bestätigen und im besten Fall zu toppen gilt. Zumindest nach außen heraus lässt sich Sandmöller da keinen Tabellenplatz entlocken. »Bei der Zielvorgabe für die neue Saison werden wir keine Tabellenstände ausgeben. Wir wollen immer zu den fünf besten Vereinen in Westdeutschland zählen. Das sollte der Anspruch sein«, gibt Sandmöller die Parole aus.

»Es geht aber immer auch darum, die Talente weiterzuentwickeln und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, die auf die Entwicklung dieser Spieler einzahlt«, erklärt Sandmöller und ergänzt: »Natürlich wollen wir als Mannschaft einen guten Job machen und erfolgreich Fußball spielen. Ich freue mich auf die Besetzung in der kommenden Saison und wie die Trainer in ihren neuen Aufgaben ankommen.« Und dann darf man gespannt sein, wie gut sie am Ende bewältigt wurden…

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