Gerardo Seoane will flexibel sein und »muss noch viele kleine Fehlerquellen korrigieren«

Da geht’s lang – Gerardo Seoane zeigt sich am Tegernsee engagiert und mit klaren Ansprachen. Foto: Dirk Päffgen.

Seit Sonntag befindet sich Borussia Mönchengladbach im Trainingslager am Tegernsee. In Rottach-Egern wird tagtäglich intensiv daran gearbeitet, optimal in die neue Spielzeit zu starten. Gerardo Seoane zeigte sich am Montag mit den bisherigen Einheiten zufrieden. Dass dennoch viel zu tun ist, weiß Borussias Coach. In Bezug auf Nico Elvedi ließ der 44-Jährige durch die Blume durchblicken, dass es einen Wechsel geben könnte. 

Dass die Borussen im Althoff Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern bestens aufgehoben sind und den Spielern und Verantwortlichen keine Wünsche offen lässt, ist bekannt. Schließlich arbeitet man nun schon zum zehnten Mal zusammen. Gleiches gilt für den ortsansässigen Klub FC Rottach-Egern. Auch hier kennt man sich lange genug und ist zudem erfahren mit dem Besuch von nationalen und internationalen Klubs. Das Geläuf ist bestens präpariert. »Die Bedingungen sind insgesamt gut«, sagte Gerardo Seoane nach der Einheit am Montagnachmittag.

Wie jedes Jahr sind wieder zahlreiche Fans in Rottach-Egern, um ihren Lieblingen bei der Arbeit zuzusehen, sich Autogramme und Selfies abzuholen. Auch damit haben die Borussen alles, nur kein Problem. Stichwort: familienfreundlichster Klub. »Es ist Wahnsinn, hier so eine Unterstützung zu spüren. Wir leben die Nähe zu den Fans. Täglich sind die Spieler bereit, Autogramme zu geben. Es herrscht eine gute Kommunikation. Die Jungs spüren die Erwartungshaltung aber auch den gegenseitigen Respekt«, so Seoane.

»Wenn du alle auf die gleiche Spur bringst, kannst du erfolgreich sein«

Und die Fans konnten dann in den bisherigen Einheiten beobachten, dass es zur Sache ging und Seoane vor allem auch sehr kommunikativ und erklärend zu Werke ging. Sowieso überzeugt der 44-Jährige mit klaren Ansprachen, wie es Julian Weigl bereits sagte. »Eine natürliche Autorität ist wünschenswert als Trainer. Es ist immer eine schwierige Aufgabe. Wie viele Worte braucht man, damit die Spieler einen verstehen«, erklärte Seoane. »Da haben wir verschiedene Hilfsmittel von der Theorie bis zu Einzelgesprächen. Egal welches System oder welche Spielweise – wenn du alle auf die gleiche Spur bringst, kannst du erfolgreich sein.«

Damit dem in der neuen Spielzeit auch so ist, ging es in den bisherigen Einheiten vor allem um die Verinnerlichung der Spielidee, dem Abwehrverhalten und dem Pressing. Auch das wechseln von Dreier- auf Fünferkette und umgekehrt, stand auf dem Programm.  »Diese Flexibilität muss sein«, meinte Seoane und erläuterte: »Es kann sein, dass es immer mal einen räumlichen Wechsel geben kann im Spiel. Immer mit der Idee, einen besseren Zugriff in der Verteidigung zu haben, aber auch offensiv anzulaufen.«

»Wir müssen noch viele kleine Fehlerquellen korrigieren«

Weiter Inhalte waren bisher verschiedene Spielformen mit schnellem Passspiel. Dazu standen auch Standardsituationen, Flanken und Kopfballspiel auf dem Plan. Auch das richtige Timing und die entsprechend richtige Bewegung sind Inhalte, mit denen sich die Fohlen am Tegernsee beschäftigen.

»Es ist das Ziel des Trainerstabes, in die Einheiten viele Inhalte reinzupacken mit Qualität und Intensität gepaart mit physischem aber auch taktischen Inhalten. Die Mannschaft ist konzentriert und fokussiert bei der Arbeit«, freute sich Borussias Trainer. »Es stellt den Trainer sehr zufrieden, dass die Mannschaft engagiert ist. Wir müssen noch viele kleine Fehlerquellen korrigieren, aber das ist ein Prozess. Wir haben eine junge Mannschaft und wir versuchen, alle Spieler auf diesem Weg mitzunehmen.«

Seoane äußerst sich zu Elvedi vielsagend

Ob Nico Elvedi den eingeschlagenen Weg weiter mitgehen wird, bleibt abzuwarten und erscheint fraglich. Der 26-Jährige hat dem Klub offenbar mitgeteilt, dass er sich eine neue Herausforderung vorstellen kann und demnach seinen im Sommer 2024 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Für diesen Fall haben Geschäftsführer Stephan Schippers und Sportdirektor klargestellt, eine Lösung für diesen Sommer zu finden, um einen ablösefreien Abgang zu vermeiden. Diese Lösung könnte Wolverhampton Wanderers heißen. Die Engländer buhlen um den Schweizer. Wenn sich beide Klubs Eingien können, dürfte Elvedi die Borussen verlassen.

Gerardo Seoane sagte zur Personalie Elvedi: »Sie können mir tausend Fragen zu Fußballinhalten stellen. Hier sind auch vier Leute von uns vor Ort, die in diesem Bereich tätig sind«, so der Coach und ergänzte vielsagend: »Sie wissen, wie das Geschäft ist. Es kann immer eine Entwicklung stattfinden. Nico ist hier im Trainingslager. Er arbeitet gut mit, wir arbeiten weiter mit ihm, er könnte auch zum Spielen kommen. Mal schauen, was passieren wird.«

Wöber heißer Kandidat für Elvedi-Nachfolge

Sollte in diesem Zusammenhang was passieren, dann soll der Österreicher Maximilian Wöber von Leeds United losgeeist und der Nachfolger werden. Sinnig wäre es, den 25-Jährigen mit Kaufoption auszuleihen und die Ablöse von Elvedi zunächst in Fabian Rieder zu investieren, damit dieser nicht schneller vom Markt ist, als den Borussen lieb ist.

Das alles ist noch Zukunftsmusik. In der Gegenwart steht für die Borussen am Mittwoch die nächste Leistungsüberprüfung  in Form eines Testspiel an – wenn es denn die Witterungsverhältnisse zulassen. Denn für den Dienstag und Mittwoch ist die Wetterprognose derart schlecht, dass sogar das für den Dienstag geplante Seefest buchstäblich ins Wasser fällt. Für den Dienstag überlegt man bei den Borussen indes bereits, die für den Vormittag geplante Einheit auf den Nachmittag zu verlegen.

Sollte es der Wettergott gut meinen, kündigte Seoane an, gegen den FC Ingolstadt wahrscheinlich erneut zwei Mannschaften auflaufen zu lassen. »Die Spieler haben sehr viel gemacht in diesen Tagen«, begründete Seoane. Und das können sie hoffentlich auch in den kommenden Tagen tun…

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