Resümee vom Tegernsee: Virkus über das Trainingslager, den Kader, Neuhaus, Elvedi, Wöber und Rieder

Roland Virkus sprach am Freitag mit den Medienvertretern am Tegernsee über diverse Themen. Foto: Dirk Päffgen

Am Freitagmorgen absolvierte Borussia Mönchengladbach die letzte Trainingseinheit am Tegernsee, ehe es Samstag zum Turnier nach Heimstetten und im Anschluss wieder zurück an den linken Niederrhein geht. Zuvor bezog Roland Virkus in einem Mediengespräch Stellung zum Trainingslager und bestätige unter anderem das Interesse an Maximilian Weber. 

Roland Virkus über:

… die Verletzung von Florian Neuhaus:

Es ist eine Zerrung. Wenn es schnell geht, ist er Anfang nächster Woche wieder dabei.

… die Verlängerung von Florian Neuhaus:

Flo sieht, dass sich etwas bewegt. Er sieht, dass wir unseren alten Weg gehen. Auf diesem Weg will er mitgehen und Verantwortung übernehmen. Das zeichnet ihn aus. Flo ist ein talentierter Fußballer gewesen, als er zu uns gekommen ist. Er passt zum Stil von Borussia, er ist ein guter Zocker und intelligent. Flo weiß, was er kann und wir wissen, was er kann. Es ist immer eine Frage des Konstruktes. Er merkt das ist gut, es könnte hinhauen, deswegen geht er diesen Weg mit.

… eine eventuell Rolle von Neuhaus im Mannschaftsrat:

Der Trainer entscheidet über den Kapitän und den Mannschaftsrat. Wir haben viele erfahrene Spieler verloren. Sowas entwickelt sich. Flo gehört zu den erfahreneren Spielern. Führung wird sich auch entwickeln. Er wird selber lauter auf dem Platz. Das gefällt uns. Der Rest wird sich dann zeigen.

… das Trainingslager am Tegernsee:

Erstmal hatten wir hier super Bedingungen. Du hast innerhalb der Mannschaft viel Energie gespürt Aber auch bei den Fans hast du die ‚Vibes’ gespürt. Da bewegt sich was. Die Jungs haben an ein paar Abläufen gearbeitet. Wichtig war auch die Integration der neuen Spieler. Das Testspiel gegen Ingolstadt war sehr ordentlich. Man kann natürlich nicht davon ausgehen, dass alles perfekt funktioniert. Aber die Ansätze waren gut. Manu Koné haben wir trotz seiner Verletzung mitgenommen. Auch er konnte hier gut arbeiten.

… die aktuelle Kaderzusammenstellung:

Es sollten jetzt nicht noch mehr Verletzte hinzukommen. Das wäre schlecht. Grundsätzlich ist es so, dass wir zufrieden sind, mit dem was wir machen konnten. Es ist ein sehr junger Kader. Wir brauchen Führung und Erfahrung. Wir schauen, ob wir den einen oder anderen erfahrenen Spieler noch dazu holen. Spieler, die führen können und Verantwortung übernehmen können. Da schauen wir drauf. Vorne sind wir eigentlich gut aufgestellt, aber man muss natürlich auch damit rechnen, dass ein Stürmer keine 34 Spiele spielen wird. So schauen wir auch nochmal, was ist vorne noch möglich. Wir beobachten den Transfermarkt und schauen, was da passiert. Der ist jetzt erst so richtig dynamisch in Gang gekommen. Wir schauen, wo wir noch die eine oder andere Kosmetik anbringen müssen.

… die Gerüchte um Maximilian Wöber:

Max Wöber ist ein total interessanter Spieler. Er ist österreichischer Nationalspieler. Er hat dort Verantwortung übernommen. Er war der teuerste österreichische Spieler, der in die Premier League gewechselt ist. Wir haben Interesse. Es ist immer so, dass du alle Parteien zusammenbringen musst. Wir sind in guten Gesprächen und natürlich forcieren wir das Thema. Wir glauben, dass er mit seiner Erfahrung der jungen Truppe guttun würde. Er ist ein Linksfuß, den wir lange nicht mehr in der Innenverteidigung hatten.

… die Gerüchte um Fabian Rieder:

Fabian Rieder ist ein guter Spieler. Er kostet aber über zehn Millionen Euro. Das ist ein Brett, das wir nicht stemmen können. Dass der Spieler gut und interessant ist, dass wir uns mit ihm beschäftigt haben – ganz klar. Aber momentan ist an Fabian Rieder nicht zu denken.

… einen möglichen Abgang von Nico Elvedi zu Wolverhampton:

Ich möchte, dass Spieler hier spielen wollen und sich zu Borussia Mönchengladbach bekennen. Im Fall Nico ist es so, dass  acht Jahre hier hervorragend performant hat. Es ist völlig normal, dass ein Spieler vielleicht sagt, dass er eine neue Herausforderung braucht. Das finde ich nicht verwerflich. In diesen Gesprächen sind wir. Dann schauen wir, was dabei herauskommt. Nico hat uns ganz offen gesagt, dass er gerne was Neues machen würde. Das verstehen wir. Auch da ist es so, dass alle Parteien zusammenkommen müssen. Wir wollen da so schnell wie möglich Klarheit schaffen. Damit das gelingt, muss noch einiges passieren.

… die schlimme Krankheit von Stefan Lainer und einen eventuellen Transfer auf dieser Position:

Bei Stevie Lainer hat man gesehen, dass Fußball da nur noch Nebensache sein kann. Das hat die Familie, ihn selber und Borussia Mönchengladbach hart getroffen. Das Wichtigste ist, dass er in guter medizinischer Behandlung ist und wieder gesund wird. Wir werden auf dieser Position nichts machen, weil wir wissen, dass er ein Optimist und ein Kämpfer ist. Er wird alles dafür tun, gesund zu werden. Da helfen wir ihm alle. Dann hoffen wir, dass er so schnell wie möglich zurückkommt.

… Gerardo Seoane:

Er ist ein sehr offener Trainer, der sehr viel diskutiert und reflektiert. Er spricht viel mit den Jungs und ist sehr kommunikativ. Der Trainer spricht fünf Sprachen. Es ist optimal, dass er mit den Franzosen sprechen kann. Das schafft ein ganz anderes Verhältnis, denn Emotionen kannst du nur über Sprache kommunizieren. Das macht er bei allen Spielern und im Umfeld. Er nimmt jeden mit seiner Ansprache mit. Er schätzt jeden und das kommt im Umfeld und in der Mannschaft gut an.

… Neuzugang Robin Hack:

Bei Robin Hack wussten wir, dass er ein guter Fußballer ist. Das haben wir in Bielefeld gesehen. Er blüht hier noch mal auf. Die ersten Spiele waren sehr vielversprechend. Er fühlt sich wohl und die Integration ist bis jetzt gut gelungen.

… Nathan Ngoumou:

Wir wussten ja, welche Stärken Nathan hat. Seine Stärken hat er in den ersten beiden Spielen hervorragend genutzt. Für mich ist er aufgeblüht. Das Potenzial haben wir alle gesehen. Momentan ruft er das ab und ich würde mich freuen, wenn er das stabil in der Saison hinbekommt. Wenn du einen Spieler mit so einer Schnelligkeit hast, dann ist das eine Waffe, dass muss man klar sagen. Er musste sich im ersten Jahr erstmal integrieren. Die Abstimmung hat nicht so funktioniert. Da geht es auch um, wann du los läufst und wie du los läufst. Spieler müssen das erkennen. Er ist kein Spieler, der Bälle in den Fuß haben will sondern eher ein Spieler, der die Bälle in den Raum rein braucht. Die Prozesse laufen jetzt besser. Das ist für ihn sehr wichtig. Wir müssen ihn in seine Stärken bringen. Das haben wir im ersten Jahr nicht geschafft. Er ist enorm jung. In Toulouse hatte er im ersten Jahr auch zunächst Probleme. Erst im zweiten Jahr ist er explodiert. Genau das könnte auch in diesem Jahr passieren. Gladbach war immer eine Umschaltmannschaft. Im Umschalten, kannst du solche Spieler hervorragend gebrauchen.

… über seinen Wunschspieler als Typ „Reparierer“:

Der Fußball wird letztendlich auch durch Zweikämpfe entschieden. Das Herz des Fußballs findet im Mittelfeld statt. Da ist es letztendlich so, dass du Spieler brauchst, die aktive Zweikämpfer sind, die Zweikämpfe suchen und gewinnen und Fehler der anderen reparieren. So ein Spieler hat jeder gerne im Kader. Die wachsen aber nicht auf den Bäumen. Finanziell ist das auch ein Brett, wenn du einen solchen Spieler suchst, der all diese Kriterien erfüllen. Manu Koné ist so ein Spieler. Wir schauen natürlich, gar keine Frage, aber der Markt gibt das momentan nicht her. 

… die Reihenfolge bei den Torhütern hinter Jonas Omlin

Die Leistung ist entscheidend. Momentan ist esnicht der Plan, dass wir an der Reihenfolge der Torhüter etwas ändern. Jonas war am Ende der Saison angeschlagen. Das muss man beobachten. Wir sind froh, vier Torhüter zu haben, die alle gut sind. Das muss man sagen. Alle sind unterschiedlich, aber alles entscheidet sich immer mit Verletzungen etc. Geplant ist aber, das Olschowsky die Nummer Zwei ist.

… Hannes Wolf:

Hannes Wolf müssen wir wieder an die Truppe ranführen. Er hat das Trainingslager verpasst, dass ist schon ein Brett. Er war verletzt und krank. Jetzt müssen wir schauen, dass er wieder gesund wird und wieder an die Mannschaft herangeführt wird. Es ist ja auch logisch, dass er auch mehr spielen will. Da muss man eine Lösung finden. Wir sind mit dem Spieler im Gespräch. Trotzdem ist er ein vollwertiges Mitglied unseres Kaders. Wir versuchen ihn wieder ran zu führen und zu integrieren.

… seine zukünftigen Platz auf der Tribüne:

Wenn du ein bisschen Abstand zum Feld hast, siehst du die Sache vielleicht ein bisschen sachlicher. Unten spielen mehr Emotionen eine Rolle. Für mich ist das entspannter. Natürlich werde ich vor dem Spiel oder auch in der Halbzeit in der Kabine sein, gar keine Frage. Vielleicht kann ich so von oben zusätzlichen Input geben.

… die Änderungen im sportlichen Bereich:

Philipp Schützendorf ist für die Talente zuständig. Es ist viel passiert. Wer sind die richtigen Spieler, welche Positionen müssen wir besetzen. Es geht um die individuelle Entwicklung. Es geht um Talente in Zusammenarbeit mit Guido Streichsbier. Nils Schmadtke kümmert sich um die Prozesse in der Mannschaft. Steffen Korell ist für die Kaderplanung mit Mario Vossen zuständig. Die Prozesse sind wir am Definieren und die leben sich gerade ein. Im Trainingslager konnte man das super besprechen. Das funktioniert sehr gut. Mario bereitet Dinge vor, so dass wir schnellere Entscheidungen treffen und schneller zum Ziel kommen können. Es ist sehr wichtig, sehr schnell entscheiden zu können, oder schnell eine Lösung zu haben, wenn nicht alle Dinge klappen. Da muss man schauen, wo gibt es Alternativen. Das alles bereitet Mario vor. Die Entscheidung, dass er noch näher an der Profimannschaft ist, ist vollkommen richtig.

… seine generell Rolle:

Ich möchte so wenig wie möglich zur Mannschaft sprechen. Dafür gibt es den Trainer, dafür gibt es aber auch den Nils. Ich möchte ehrlichen Fußball sehen und dass die Spieler Ihre Seele und ihr Herz auf dem Platz lassen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Ich möchte, dass wir an unseren Schwächen arbeiten. Ich möchte, dass die Jungs besser werden. Es geht nicht um das Verwalten von Top-Spielern. Auch der ältere Spieler kann sich noch entwickeln und hat Potenziale. Darauf sollten wir uns konzentrieren. Dann schauen wir, was dabei herauskommt.

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