4:4-Wahnsinn in Augsburg: Borussia holt einen Punkt durch Elfmeter in der Nachspielzeit 

Ko Itakura sorgte für den ersten Treffer des Spiels. Foto: picture alliance / DeFodi Images | Roland Krivec

Spektakulärer hätte für Borussia die neue Bundesliga-Saison kaum beginnen können. Durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit sicherte Tomas Cvancara den Fohlen noch das 4:4 und damit einen Punkt. Zuvor gaben die Borussen eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand. Neben dem Doppelpacker Cvancara erzielten Ko Itakura sowie Nathan Ngoumou die weiteren Treffer. 

Im Vergleich zur ersten Runde im DFB-Pokal beim TuS Bersenbrück wechselte Borussias Trainer Gerardo Seoane nur einmal. Marvin Friedrich nahm zunächst auf der Bank Platz, für ihn stand Florian Neuhaus zu Beginn auf dem Feld. Der 26-jährige Neuhaus agierte neben Julian Weigl auf der Sechser-Position, Itakura rückte wieder in die Innenverteidigung. Nico Elvedi stand nicht im Kader. Der Schweizer könnte die Fohlen nach acht Jahren in Kürze verlassen, die Verantwortlichen gingen für einem möglichen Transfer also kein Risiko ein. Die Langzeitverletzten Christoph Kramer (Reha nach Innenbandanriss im Knie) sowie Manu Koné (Reha nach Knieverletzung) fehlten ebenfalls. 

Borussia geht nach Ecke in Führung

Am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 2023/24 begann die Partie in Augsburg relativ munter. Beide Teams zeigten sich in der ersten Minute gleich Mal im gegnerischen Sechzehner, die Aktionen blieben jedoch ohne Folgen. Im Anschluss suchten die Protagonisten ihre Spielanteile, wobei sich die Fohlenelf eher etwas defensiver verhielt und auf schnelle Umschaltmomente wartete. Die erste Ecke des Spiels ging zwar an die Gastgeber, diese blieb jedoch erfolglos (9.). 

Deutlich besser machten es die Fohlen bei ihrem ersten Eckstoß: Franck Honorat servierte perfekt und fand in der Mitte Itakura. Der Japaner stieg auf und sicherte mit seinem Kopfball seiner Mannschaft die Führung und den ersten Treffer der neuen Saison (13.). Kurz danach wurde es in der Augsburger-Hintermannschaft richtig wild: Uduokhai schoss seinen Mitspieler Pedersen an und Dahmen eilte bereits aus seinem Tor heraus. Doch Augsburgs Schlussmann konnte gerade noch den Versuch von Cvancara, der mitgelaufen war, vor der Linie stoppen (15.). 

Fohlen präsentierten sich als sehr effektiv

Nach dem kurzen Schock für die Hausherren wurden diese etwas mutiger, ohne allerdings allzu gefährlich zu sein. Der FCA verzeichnete nach einer Ecke durch den Kopfball von Vargas die erste richtige Chance (17.), der allerdings deutlich drüber ging. Auch der Freistoß von Berisha landete deutlich über dem Kasten von Jonas Omlin (22.). Borussia ließ sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen und zog seinen Stiefel durch. Nach einem Ballgewinn am Augsburger Strafraum steckte Julian Weigl mustergültig auf Tomas Cvanraca durch. Der Tscheche blieb cool und schoss mit seinem ersten Bundesliga-Treffer das zwischenzeitlich 2:0 für die Borussen (27.). 

Augsburg hatte allerdings prompt die Antwort parat: Elvis Rexhbecaj bekam das Spielgerät kurz vor dem Gladbacher Strafraum sorgte mit seinem Linksschuss ins kurze Ecke für den ersten Gegentreffer der Fohlen (29.) Die Fuggerstädter verbuchten zwar mehr Spielanteile, die Tore machte allerdings Borussia. Omlin schickte Ngoumou mit einem langen Abschlag auf die Reise. Der Franzose nutzte seine Schnelligkeit, lief auf das Tor zu und netzte zum 3:1 für die Fohlenelf ein (37.). 

Augsburg gleich nach fragwürdigen VAR-Eingriff aus 

Doch wie schon nach dem zweiten Treffer der Elf vom Niederrhein ließ die Antwort des FCA leider wieder nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball war die Hintermannschaft nicht ganz so gut sortiert, sodass Bauer aus kurzer Distanz und ohne große Gegenwehr den Rückstand wieder auf ein Tor verkürzen konnte und das 2:3 erzielte (41.). In der sechsten Minute der Nachspielzeit wurde es nochmal richtig aufregend und das Theater um den VAR ging auch in der neuen Saison direkt wieder los. Netz spielte im Sechzehner den Ball, berühre anschließend minimal Engels. Der Augsburger ging fast schon theatralisch zu Fall und hatte eher noch Glück, keine Gelbe Karte wegen einer Schwalbe zu sehen. Zunächst ließ Schiedsrichter Schlager weiterlaufen, entschied dann, nachdem er sich die Szene selber ansah, auf Strafstoß. Eine mehr als harte Entscheidung gegen die Fohlenelf die überhaupt nicht nachzuvollziehen war. Michel verwandelte den unberechtigten Elfmeter und glich nach einer verrückten Halbzeit zum 3:3 aus (45.+7)

Aus drei Torschüssen machten die Gladbacher drei Tore und zeigten sich sehr effektiv. Allerdings sah die Abwehr bei den Gegentoren nicht ganz glücklich aus und muss sich in dieser Konstellation sicherlich erstmal finden. Der Video-Schiedsrichter darf nach dieser Entscheidung erneut Hinterfragt werden. 

Ngoumou vergibt Chance auf erneute Führung 

Beide Trainer schickten ihr Personal zu Beginn der zweiten Halbzeit unverändert zurück auf den Rasen. Und es ging gleich wieder spektakulär weiter: Nach einem schnellen Gegenangriff bediente Alassane Plea den mitgelaufenen Ngoumou. Der Torschütze zum 1:3 scheiterte in aussichtsreicher Position allerdings an Dahmen und vergab somit die erneute Führung für Borussia (49.). Es schien, als hätten die Fohlen aufgrund der VAR-Entscheidung etwas Wut im Bauch, dann zwei Minute später sorgte Honorat nach einer Flanke für die nächste Ecke. Diese fand allerdings keinen Abnehmer. 

Danach wieder ein ähnliches Bild: Wie schon in Halbzeit eins war die Kugel meistens in den Reihen des FCA, während Borussia lauerte und auf schnelle Umschaltmomente hoffte. Allen voran Ngoumou wurde immer wieder von seinen Kollegen in Szene gesetzt, jedoch war meistens noch ein Augsburger dazwischen, ehe es richtig gefährlich wurde (61.). Auf der anderen Seite musste Omlin einen Hereingabe von Pedersen im Fünfmeterraum entschärfen (63.). In der Folge änderte die Fohlenelf die Herangehensweise und nahm zunehmend das Heft in die Hand. Dahmen klärte einen Schuss von Neuhaus zur Ecke (66.). Auch der Kopfball von Cvancara war nicht zwingend genug und landete deutlich über dem Tor (68.). 

Vargas sorgte für die Entscheidung 

Nachdem die Partie durch den Wechsel beider Mannschaften etwas den Rhythmus verlor, drückte Augsburg auf die Tube. Die Fohlen bekamen am eigenen Sechzehner die Kugel nicht geklärt, sodass der FCA in Ballbesitz blieb. Dorsch spielte auf den völlig freistehenden Ruben Vargas auf die rechte Seite, der mit einem satten Schuss zur ersten Führung für die Augsburger traf (76.) Damit gaben die Borussen eine zwischenzeitliche 3:1-Führung aus der Hand und liefen nun mit dem 4:3 für Augsburg dem Rückstand hinterher. Omlin verhinderte mit einer starken Parade nach dem Schuss von Beljo den nächsten Rückschlag (80.). 

Den Borussen fiel keine Antwort mehr ein und sie brachten in der Folge keinen richtigen Angriff mehr zu Ende. Auch die Wechsel von Seoana erzielten nicht die richtige Wirkung und den Fohlen ging der komplette Spielfluss verloren. Augsburg konzentrierte sich logischerweise darauf, den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten. Das gelang allerdings nicht, denn erneut schrieb die Nachspielzeit und der VAR die Schlagzeilen. Schlager zeigte nach einem Foul an Borges Sanches auf den Punkt, Cvancara nahm sich der Sache an. Der 23-Jährige blieb eiskalt und sicherte mit dem 4:4 den Borussen noch einen Punkt (90.+7). 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC Augsburg: Dahmen – Engels, Bauer, Uduokhai, Pedersen – Rexhbecaj, Dorsch (90. Breithaupt) – Vargas, Demirovic (71. Jensen) – Berisha (58. Beljo), Michel (72. Tietz)

Weiter im Kader: Koubek (ETW), Colina, Winther, Kömur, Beljo, Mbuku

Borussia Mönchengladbach: Omlin – Netz (86. Borges Sanches), Wöber, Itakura (75. Friedrich), Scally – Neuhaus (90. Reitz), Weigl – Ngoumou (86. Ranos), Plea (75. Hack), Honorat, Cvancara

Weiter im Kader: Nicolas (ETW), Chiarodia, Jantschke, Herrmann

Tore: 0:1 Itakura (13.), 0:2 Cvancara (27.), 1:2 Rexhbecaj (29.), 1:3 Ngoumou (37.), 2:3 Bauer (41.), 3:3 Michel (45.+7), 4:3 Vargas (76.), 4:4 Cvancara (90.+7)

Gelbe Karten: Dorsch – Cvancara, Neuhaus 

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Zuschauer: 30.000 (WWK-Arena, Augsburg)

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