Baustelle Borussia: Der Prozess schreitet voran 

Alassane Plea und Co. machen Lust auf die ‘neue’ Borussia. Foto: Dirk Päffgen

Der Neuanfang bei Borussia ist in vollem Gange und nach sieben Spieltagen bei weitem noch nicht abgeschlossen. Die Auftritte vor der Länderspielpause machen Mut und stimmen für die Zukunft optimistisch. Allerdings muss die Fohlenelf in einigen Teilen noch zulegen. Unsere aktuelle Baustelle Borussia, präsentiert von der Schotes Firmengruppe. 

Sieben Spiele sind in der Bundesliga bereits absolviert, also ist ein Fünftel der Saison schon wieder vorbei. In der Länderspielpause werden die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach unter anderem die Zeit nutzen, um ein erstes Fazit zu ziehen. Die Spieltagslpaner der Liga meinten es mit dem straffen Auftaktprogramm mit Spielen gegen Bayer Leverkusen, Bayern München und Leipzig nicht gut mit der Fohlenelf. Dennoch überstand die Elf vom Niederrhein, wenn auch mit Niederlagen verbunden, diese Phase und wird die richtigen Lehren daraus ziehen. 

Gerardo Seoane besitzt ein feines Gespür 

Äußerst positiv ist die Tatsache, dass von den sieben Punkten bislang sechs auswärts geholt wurden. Vor allem in Darmstadt stellte Borussia unter Beweis, dass sie in der Lage ist, gegen Widerstände anzukämpfen. Sicherlich wurde die Partie auch aufgrund des Platzverweises begünstigt, dennoch stemmten sich die Borussen gegen die drohenden Niederlage und egalisierten einen Drei-Tore-Rückstand. Genau hier zeigt sich eine Stärke von Gerardo Seoane: Während sein Vorgänger Daniel Farke von Interview zu Interview über die notwendige Resilienz sprach und es nicht schaffte, diese der Mannschaft zu implementieren, macht es Seoane deutlich besser. Mittlerweile hat man als Fan und Beobachter bei bestem Willen nicht mehr das Gefühl, dass die Fohlenelf sich von einem Gegentreffer oder Rückstand allzu beeindruckt zeigt. Auch gegen Mainz drehten die Borussen nach einem (ziemlich unnötigen) Rückstand das Ruder wieder herum. 

Gegen die Rheinhessen bewies Borussias Trainer einmal mehr das richtige Gespür für die Situation und schaffte es, durch Einwechslungen eine neue Energie auf den Platz zu bringen. Der 44-Jährige ist sich nicht zu stolz wie in Darmstadt auch mal vier Wechsel zur Halbzeit vorzunehmen. Ein Szenario, welches es in der Vorsaison sicherlich nicht gegeben hätte. Dazu kommt, dass Seoane knallhart nach Leistung aufstellt. Zwar ist Manu Koné nach seiner Verletzung wieder einsatzbereit, doch Rocco Reitz spielte sich mittlerweile durch starke Auftritte im Mittelfeld fest. Seoane sah bislang völlig zurecht keine Veranlassung, den Youngster aus der Mannschaft zu nehmen. Damit sendet der Übungsleiter nicht nur an Reitz, sondern auch an den Rest der Mannschaft ein wichtiges Signal: Im Verein zählt derzeit nur noch das Leistungsprinzip, Namen und Auftritte aus vergangenen Spielzeiten sind kein Thema mehr. Auch wer im Training nicht vollgas gibt, hat nur bedingte Chancen auf einen Einsatz. Zudem schenkt Seoane auch den jungen Spielern das vollste Vertrauen und gibt ihnen Zeit für die Entwicklung. Vor allem aber räumt er Raum für Fehler ein, diese werden mit einkalkuliert. 

Defensive und Chancenverwertung bereiten noch etwas Kopfschmerzen 

Die Neuzugänge um Max Wöber und Franck Honorat wissen auch zu überzeugen und kommen immer besser zurecht. Honorat trägt mit seiner Schnelligkeit maßgeblich dazu bei, dass die Fohlen bereits 80 Flanken aus dem Spiel schlugen (drittbester Wert der Bundesliga). Auch die Standards wirken gefährlich, sodass der Abgang von Jonas Hofmann zumindest in diesen beiden Punkten nicht stark ins Gewicht fällt. 

Verbessern müssen sich die Fohlen allerdings noch beim Torabschluss: Mit 110 Torschüssen in den ersten sieben Spielen stehen sie unter den Top-Drei der Liga. Heraus sprangen bislang 13 Treffer, damit liegen die Borussen im Mittelfeld. Die Defensive zählt angesichts von 16 Gegentoren jedoch eher zu den schwächeren der Liga. Seitdem Seoane allerdings auf Dreierkette umstellte, wirkt das Konstrukt schon etwas sattelfester. 

Bei Borussia wächst wieder was zusammen 

Fast noch am wichtigsten: Die Fans haben wieder Lust auf Borussia! Die Stimmung und Atmosphäre im Borussia-Park verbesserte sich seit Saisonbeginn deutlich und die Nordkurve hat ein gutes Gespür dafür, wann die Mannschaft verstärkt Anfeuerungsrufe braucht. Vermehrt nimmt der ‚harte Kern‘ sogar auch das ganze Stadion mit. Dadurch, dass die Spieler auf dem Platz großen Kampfgeist beweisen, verzeihen die Fans auch mal den ein oder anderen Fehler. Nach holprigen zwei Jahren ist der Schulterschluss zwischen Fans und der Mannschaft mehr als geglückt. Die Vorkommnisse in Bochum klammern wird an dieser Stelle mal aus. 

Grund für große Euphorie besteht noch nicht, vielmehr sollte man die Geschehnisse aufgrund der letzten zwei Jahre immer mit einer gesunden Portion Skepsis beobachten. Trotzdem wächst gerade ein zartes Pflänzchen am linken Niederrhein und es scheint, als haben die Verantwortlichen in den letzten Wochen und Monaten ein gutes Gespür dafür, was der Verein nun braucht. Und das ist in erster Linie viel Ruhe und bedingungslose Unterstützung. Alle müssen weiterhin an einem Strang ziehen, damit das Pflänzchen schon ziemlich bald Wurzeln schlagen kann… 

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