Baustelle Borussia: Nach der Derby-Pleite: »In allen Belangen zu wenig von uns«

Niedergeschlagene Borussen nach der Pleite in Köln. Foto: Dirk Päffgen

Mit einem erfolgreichen Derby hätte sich Borussia Mönchengladbach in der Tabelle ins obere Mittelfeld vorschieben können. Doch die Borussen vergeigten das Derby derart, dass man in der Domstadt nichts holen konnte. Da waren sich alle im VfL-Lager hinterher einig. Unsere aktuelle Baustelle Borussia, präsentiert von der Schotes Firmengruppe.

Am Ende eines Sonntags gab es lange Gesichter bei Borussia Mönchengladbach. Das rheinische Derby in Köln verloren, zudem sah Manu Koné die Rote Karte und wird womöglich zwei Spiele fehlen. Die Rote Karte ist vertretbar. Den Borussen hat sie den Stecker gezogen.

Zudem gab es diskutierübare Situationen wie zum Beispiel die Wiederholung des zweiten Strafstoßes. Moritz Nicolas hatte zu früh die Torlinie verlassen, weshalb er wiederholt werden musste. Ob diese Regel nun Sinn macht oder nicht, sie ist eben da. Sowieso wollte Gerardo Seoane da keine Ausreden zulassen. Denn unter dem Strich war das einfach zu wenig, um im Derby bestehen und etwas holen zu können.

»Wir fahren mit einem schlechten Gefühl nach Hause und müssen diese verdiente Niederlage klar aufarbeiten. Mit so einer Leistung können wir keine Siege einfahren, da wird sich der Trainerstab Gedanken machen, wie wir der Mannschaft neue Impulse geben können für die beiden anstehenden Spiele gegen Heidenheim«, suchte Gerardo Seoane keine Ausreden.

»Eine schreckliche erste Hälfte

Gerade die erste Hälfte war erschreckend schwach von den Borussen. »Wir wissen, dass wir den Derby-Charakter annehmen müssen und sind uns bewusst, welche Bedeutung das Spiel auf emotionaler Ebene für unsere Fans hat. Wir wollen sowohl unsere kämpferischen Tugenden als auch unsere spielerische Qualität auf den Platz bringen«, hatte Seoane vor der Partie eingefordert.

Nichts davon ist eingetroffen – vor allem in der ersten Hälfte ließ seine Mannschaft alles von dem vermissen was nötig ist, um in einem Derby bestehen zu können. Der FC hingegen gab von Beginn an Gas, verwandelte einen Elfmeter und hatte auch darüber hinaus noch Möglichkeiten, während die Borussen maximal körperlich anwendend waren.

»Wir haben eine schreckliche erste Halbzeit gespielt, die ich mir noch nicht erklären kann, weil wir eigentlich gut vorbereitet waren. Das Beste zur Pause war noch das Ergebnis«, gab Julian Weigl unumwunden zu und fügte an: »Unter dem Strich war das heute aber in allen Belangen zu wenig von uns. Wir müssen uns auch bei den Fans entschuldigen, die hier richtig Stimmung gemacht und hinter uns gestanden haben. Wir wussten, wie wichtig ihnen dieses Spiel ist und hätten ihnen mehr geboten.«

»In der ersten Hälfte haben wir nichts von dem auf den Platz bekommen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir waren gar nicht drin im Spiel, hatten zu große Abstände und viele einfache Ballverluste«, haderte Nico Elvedi und Roland Virkus sah es ähnlich: »Wir haben in der ersten Hälfte überhaupt keinen Zugriff gefunden, haben die persönlichen Zweikämpfe nicht gewonnen und hatten keine Spielruhe, um den Ball auch mal über längere Distanzen zu halten. Somit hat der FC zur Pause völlig verdient mit 1:0 geführt.«

»In der ersten Halbzeit sind wir gar nicht ins Spiel gekommen, hatten keinen Zugriff und haben uns nicht entfalten können. Das war eine ganz schwache Vorstellung von uns. Wir hatten Schwierigkeiten mit den Positionswechseln im Kölner Mittelfeld, uns fehlte die Kompaktheit, wir hatten viel zu große Abstände zwischen den Linien«, so Seoane.

»Wir müssen die Niederlage aufarbeiten«

Nach der Pause wurde es zwar etwas besser, doch richtig in die Gänge kamen die Fohlen auch da nicht. Dennoch gelang der Ausgleich durch Elvedi im Anschluss an eine Ecke. Das war ein schönes Tor, das dann durch die Rote Karte von Manu Koné mehr oder weniger insofern „kassiert wurde“, als dass die Borussen durch die Unterzahl erneut völlig neben der Spur liefen. Als dann die Kölner erneut führten, war der Drops quasi gelutscht. »Für eine kurze Zeit schien es so, als würde die Partie kippen, doch dann hat Manu Koné die Rote Karte gesehen. Danach war das Spiel mehr oder weniger durch«, wusste Virkus.

So war es dann auch. In Schlussminute räumte Köln dann letzte Zweifel aus dem Weg und erhöhte auf 3:1. So schlichen die Borussen bedröppelt vom Platz und stehen im kommenden Heimspiel gegen Heidenheim gehörig unter Zugzwang. Bis dahin gilt es, diese Niederlage knallhart zu analysieren und dann anders aufzutreten, als über weite Stecken in der Domstadt.

Dementsprechend gaben Elvedi und Weigl die Marschrichtung vor: »Wir müssen die Niederlage aufarbeiten und dann nächstes Wochenende gegen Heidenheim wieder ein anderes Gesicht zeigen«, so der Torschütze. Und der Kapitän: »Wir müssen jetzt die Köpfe hochnehmen, weil wir eine sehr wichtige Partie gegen Heidenheim vor der Brust haben, in der wir den ersten Heimsieg einfahren wollen.«

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