Stefan Lainer sorgte mit seinem Kopfballtor für den Sieg in München. Foto: Ulrich Hufnagel / Hufnagel PR

Borussia Mönchengladbach ist mit einem Sieg in das Jahr 2022 und die Rückrunde gestartet. Zum Auftakt des 17. Spieltags gewann die Fohlenelf mit 2:1 beim FC Bayern München. Florian Neuhaus und Stefan Lainer trafen für die Borussen, die erste Schwierigkeiten hatten, dann aber innerhalb von vier Minuten das Spiel drehten und sich am Ende die wichtigen drei Punkte verdienten.

Borussias Trainer Adi Hütter musste im ersten Spiel des neuen Jahres auf eine Reihe seiner Spieler verzichten. Denis Zakaria, Joe Scally, Mamadou Doucouré und Keanan Bennetts befinden sich in Quarantäne, Ramy Bensebaini beim Afrika-Cup, Jonas Hofmann im Aufbautraining nach Knie-OP. Dafür konnten Manu Koné nach seiner abgesessenen Gelbsperre) und Nico Elvedi wieder mitwirken.

Im Vergleich zum Remis gegen Hoffenheim vor der Winterpause nahm Hütter fünf Änderungen vor: Nico Elvedi, Tony Jantschke, Luca Netz, Manu Koné und Florian Neuhaus begannen für Ramy Bensebaini, Denis Zakaria, Joe Scally, Patrick Herrmann und Marcus Thuram.

Bayern bestimmt die Anfangsphase und geht in Front

Bei winterlichen Temperaturen und Schneetreiben nahm der FC Bayern von Beginn an das Heft in die Hand und suchte den Weg nach vorne. Ein erster Angriff führte aber nicht zum Erfolg, weil Lewandowski im Abseits stand (2.). Zwei Minuten später klärte Elvedi zur Ecke (4.). Auch die nächste Möglichkeit gehörte dem FCB. Ein Freistoß ging zunächst in die Mauer. Den leicht verdeckten Nachschuss von Gnabry konnte Sommer mit einem guten Reflex klären (8.). Wenige Minuten später kam Lewandowski im Strafraum an die Kugel, scheiterte aber am herausgeeilten Sommer (13.).

Die nächste Chance nutze der Goalgetter dann aber. Mit einer tollen Ballannahme drehte sich der Pole um Elvedi herum und betonierte die Kugel aus 15 Metern zum 1:0 ins rechte Eck (18.). Eine verdiente Führung für die Bayern, die klar die spielbestimmende Mannschaft waren und die Borussen kaum zum Zuge kommen ließen. Auch nach 25 Minuten hatten die Fohlen noch keinen Torschuss abgegeben. Offensiv war das viel zu wenig und viel zu harmlos. Es war einfach nichts.

Plötzlich steht es 1:1 und dann 1:2

Doch dann nutzten die Borussen gleich ihren ersten Torschuss und kamen zum Ausgleich! Nach Flanke von Lainer kam Embolo nicht richtig an die Kugel. Stattdessen nahm Neuhaus die Kugel Volley und versenkte sie aus sieben Metern zum 1:1 in den Maschen (27.). So etwas nennt man dann Effizienz pur. Der nicht zu erwartende Ausgleich tat den Borussen gut. Fortan warnt sie ihn Spiel und machten mit.

Und dann belohnten sich die Fohlen für diese gute Phase und drehten das Spiel. Nach einer Netz-Ecke von der rechten Ecke setzte sich Lainer im Luftkampf gegen Pavard durch und köpfte zum 2:1 für den VfL (31.). Innerhalb von vier Minuten hatten die Borussen das Spiel gedreht und präsentierten sich auch besser und selbstbewusster. Sie spielten mit und liefen konsequenter an. Auf der Gegenseite kam vom FCB, der sich von diesem Doppelschlag erstmal erholen musste, nicht allzu viel.

Dafür hatte Embolo kurz vor der Pause die große Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen, doch Ulreich klärte mit einem starken Reflex (45.). Im Gegenzug hätte Lewandowski für den Ausgleich sorgen können, traf zum Glück aber nur Aluminium, den Rebound von Müller entschärfte Ginter vor der Torlinie (45.+2). So blieb es zur Pause bei der 2:1-Führung für die Borussen. Und die war keineswegs unverdient. Sie kamen schwer in die Partie und lagen verdient hinten. Doch spätestens nach dem Ausgleich durch Neuhaus waren sie da, zeigten Zähne und nutzen dann eine weiter Chance zur Führung.

Bayern erhöht den Druck

Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine. Und wieder waren es die Bayern, die gleich das Zepter in die Hand nahmen. Der erste Abschluss nach Wiederanpfiff hatten aber die Borussen. Koné versuchte es aus der Distanz, schoss aber weit drüber (50.). Dann meldete sich der FC Bayern mit Abschlüssen von Gnabry (52,), Kimmich, dessen Schuss zur Ecke geblockt wurde (53.), und Roca, dessen Volleyschuss neben das Tor flog (55.).

Bayern war da und versuchte zum Ausgleich zu kommen. Die Borussen hatten natürlich was dagegen und gingen gut drauf. Dann kam Müller an die Kugel und köpfte aufs Tor, scheiterte aber an Sommer (58.). Die Bayern drückten in dieser Phase und erhöhten das Pensum. Nach etwas über einer Stunde traf Lewandowski nur den Querbalken (62.).

Kurze Zwist später gab es die ersten Wechsel bei den Borussen. Plea und Beyer kamen in die Partie, Neuhaus und Jantschke verließen selbige (67.). Drei Minuten später war wieder Sommer zur Stelle, als er nach einem langen Ball vor Lewandowski klärte (70.). Zwanzig Minuten fehlten den Borussen noch, um dem großen FC Bayern die dritte Saisonniederlage beizubringen.

Und die Borussen gaben alles dafür. Dann war erneut Sommer da und klärte gegen Lewandowski (78.). Bayern drückte und versuchte alles. Aber die Fohlenelf hielt dagegen, kämpfte und hielt den Laden dicht. Am Ende blieb es beim 2:1-Sieg für die Fohlenelf, die sich diesen wichtigen Sieg redlich verdient und erarbeitet hat. Für die Borussen ein Befreiungsschlag, der frisches Selbstvertrauen und Auftrieb zugleich geben muss, um dann in der kommenden Woche gegen Leverkusen nachzulegen. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC Bayern München: Ulreich – Kimmich, Pavard, Süle, Sabitzer – Roca (75. Wanner), Musiala – Gnabry, Müller, Tillmann (75. Copado) – Lewandowski

Weiter im Kader: Früchtl (ETW), Arrey-Mbi, Feldhahn, Lawrence, Ibrahimovic, T. Kern, Motika

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Ginter, Elvedi, Jantschke (67. Beyer) – Lainer (79. Herrmann), Kramer (79. Bénes), Koné, Netz – Neuhaus (67. Plea) – Embolo, Stindl (90. Thuram)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Müsel, Noß, Wolf

Tore: 1:0 Lewandowski (18.), 1:1 Neuhaus (27), 1:2 Lainer (31.)

Gelbe Karten: – / Stindl

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Zuschauer: Keine (Olympiastation)