Marcus Thuram erzielte beide Tore beim Sieg gegen Freiburg. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach ist mit einem Sieg aus der Länderspielpause gekommen. Gegen den SC Freiburg gewannen die Borussen nach Rückstand durch den Doppelpack von Marcus Thuram am Ende verdient mit 2:1. Verantwortlich dafür war eine Leistungssteigerung nach der Pause. Da zeigte sich die Fohlenelf nach Systemumstellung deutlich präsenter, hinten stabiler und schlug  dann zweimal eiskalt zu.

Borussias Trainer Marco Rose musste im ersten Pflichtspiel nach der letzten Länderspielpause der Saison auf Mamadou Doucouré, Torben Müsel und Julio Villalba (alle Aufbautraining), Ramy Bensebaini (Gelbsperre), Jonas Hofmann (Covid-19) und auch auf Nico Elvedi verzichten (Schlag auf die Wade) verzichten und nahm im Vergleich zum Sieg auf Schalke drei Änderungen in der Startelf vor: Oscar Wendt und Jordan Beyer ersetzten Bensebaini und Elvedi, während Hannes Wolf für Hofmann auf der rechten Außenbahn begann.

Frühe kalte Dusche für die Fohlenelf

Die Fohlenelf startete ordentlich in die Partie und hatte gleich zu Beginn einen Torschuss. Stindl setzte zum Schlenzer an, Müller wehrte zur Seite ab (2.). Derweil war die Rollenverteilung in der Anfangsphase recht deutlich: Der Sportclub stand zunächst einmal defensiv und lauerte auf Kontermöglichkeiten, die Borussen hatten mehrheitlich die Kugel und suchten die Offensive.

Das Tor aber machten dann die Gäste aus dem Breisgau. Günter nahm über links Fahrt auf und passte dann scharf vor das Tor, wo Sallai den Fuß hinhielt und Sommer keine Abwehrchance bot (10.). Eine eiskalte Dusche von eiskalten Freiburgern, die ihre erste Chance gleich nutzten. Die Borussen waren um eine schnelle Antwort bemüht. Nach einem schnellen Angriff blieben Plea und Lainer aber an der Gäste-Defensive hängen (12.). Kurze Zeit später wieder der SC, als Höler die Kugel nach einem Konter nicht im Tor versenken konnte (15.).

Freiburg stellt harmlose Fohlenelf zu

Freiburg war nach Ballverlusten der Borussen direkt da und sorgte für Arbeit in der Hintermannschaft. Freiburg führte verdient nach zwanzig Minuten gegen die Fohlen, die sich gegen gut organisierte Gäste sehr schwer taten und kaum Lösungen hatten. Dann bewahrte Sommer seine Mannschaft mit einer starken Parade gegen Sallai (22.). Freiburg machte es taktisch clever, in dem sie die Räume dicht hielten und bei Konter  mit Tempo immer wieder gefährlich nach vorne kamen. Auf der Gegenseite war von den Borussen offensiv gar nichts zu sehen. Bis auf die ersten Minuten war das nichts von der Rose-Truppe. Dafür war Sommer hellwach, als er auch einer Ecke mit einem starken Reflex gegen Demirovic klärte (35.). Kurz vor der Pause war Sommer dann mit einer Fußabwehr genau auf der Linie gegen Höler zur Stelle und verhinderte das 2:0 (45.+1).

Dass der Sportclub dann ‚nur‘ mit einer 1:0-Führung in die Kabinen ging, lag dann eben auch an Sommer. Dessen Vorderleute, allen voran die Offensivabteilung hatten indes wenig zu bieten, um Sommers Gegenüber Müller vor Aufgaben zu stellen. Nach dem Seitenwechsel musste das deutlich besser werden, wollte man gegen die cleveren etwas holen. Marco Rose wird sich dazu in de Kabine seine Gedanken gemacht haben. Einer davon war Zakaria zu bringen, der unauffällige Wolf blieb in der Kabine

Thuram sorgt für den Ausgleich und legt gleich noch einen nach

Wie schon zu Beginn gehörte auch diesmal die erste Möglichkeit den Fohlen. Plea setzte zum Kopfball an, aber zu harmlos für Keeper Müller (47.). Dann kam Schlotterbeck dem durchstartenden Thuram zuvor (51.), ehe Lainer Schuss den Pfosten streifte (52.). Dafür saß dann aber der nächste Angriff. Nach Flanke von Ginter versenkte Thuram seinen abgefälschten Drehschuss am verdutzten Müller vorbei zum 1:1 in den Maschen (53.). Ein verdienter Ausgleich für die Fohlen, die nach Wiederanpfiff richtig präsent waren und auch offensiv etwas zu bieten hatten. So wie nach einer Stunde, als Kramer einen klasse Pass genau in den Lauf von Thuram spielte. Dann zündete der Franzose den Turbo, umkurte Müller im Strafraum und schob zum 2:1 ins leere Tor ein (60.). Ein klasse Spielzug und ein klasse Tor, das die erstmalige Führung für die Fohlen in diesem Spiel brachte. Die Borussen hatten das Spiel mit einer tollen Moral gedreht und hätte beinahe den Deckel drauf gemacht, doch das vermeintliche 3:1 galt zunächst aufgrund eines Fouls von Lainer im Mittelfeld nicht (69.).

Vermeintlicher Ausgleich zählt nicht

Es lief die Schlussviertelstunde im leeren Borussia-Park und Embolo war für Doppeltorschütze Thuram im Spiel. Ein dritter Treffer hätte natürlich mehr Ruhe ins Spiel gemacht, doch die Borussen waren da, gingen in die Zweikämpfe und ließen Freiburg nicht in die Gefahrenzone. In der 5. Minute der Nachspielzeit dann fast der Tiefschlag für die Fohlen, als Freiburg zum vermeintlichen Ausgleich kam. Doch der zählte aufgrund von Abseits von Höler Gott sei Dank nicht. So durften sich die Borussen über den zweiten Sieg in Folge freuen. Und der war aufgrund der zweiten Hälfte verdient, weil man nach der Pause mit der Systemumstellung, Einsatz und zwei eiskalt verwandelten Torchancen das Spiel drehte. Nach dem zweiten Sieg in Folge rücken die Borussen auf den 7. Tabellenplatz vor.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Beyer, Wendt (82. Lazaro) – Kramer, Neuhaus – Wolf (46. Zakaria), Stindl (90. Herrmann), Thuram (75. Embolo) – Plea

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Lang, Traoré

SC Freiburg: Müller – Lienhart (68. Heintz), Schlotterbeck, Gulde – Schmid, Santamaria, Keitel (89. Haberer), Günter – Sallai (76. Burkart), Höler – Demirovic (89. Petersen)

Weiter im Kader: Uphoff (ETW), Kübler, C.-H. Kwon, Tempelmann, Til

Tore: 0:1 Saillai (10.), 1:1 Thuram (53.), 2:1 Thuram (60.)

Gelbe Karten: Kramer / Demirovic, Höler, Günter

Bes. Vorkommnis: Keine

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)

Zuschauer: Keine (Borussia-Park)