Lars Stindl traf einmal und gab eine Vorlage beim 2:2 in Stuttgart. Archivfoto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia Mönchengladbach war drauf und dann, die Patzer der Konkurrenz des Nachmittags auszunutzen, doch in der 6. Minute der Nachspielzeit glich der VfB Stuttgart durch einen unberechtigten Handelfmeter zum 2:2-Unentschieden aus. Bitter für die Fohlenelf, die den Sieg so geklaut bekam und es verpasst hat, bis auf einen Punkt an Platz drei heranzukommen.

Borussias Trainer Marco Rose hatte im Schwabenland nahezu alle Mann an Bord. Lediglich Thuram (Rotsperre) und Valentino Lazaro (strukturelle Verletzung) standen nicht zur Verfügung. Dafür aber auch wieder Alassane Plea. Der Franzose musste gegen den FC Bayern aufgrund von Adduktorenproblemen passen und hatte nun grünes Licht gegeben. Unterdessen lief beim VfB zunächst exakt die Elf auf, die den Rekordmeister besiegt hatte.

Die in Schwarz gekleideten Borussen unterstrichen gleich von Beginn an, dass mir ihnen nicht gut Kirschen essen sein wird. Sie liefen den VfL früh und hoch an, um die Gastgeber so direkt zu Fehlern zu zwingen. Auf der Gegenseite versteckten sich die Schwaben aber auch nicht, sondern machten mit und suchten ihre Chance. Viel Torraumszenen gab es in den ersten zehn Minuten bis auf eine Ecke der Borussen nicht zu notieren, weil beide Defensivreihen aufmerksam agierten.

Abschlüsse auf beiden Seiten

Dann aber versuchte es Managua aus der Distanz, Sommer klärte ohne Probleme (13.) Fast im Gegenzug setzte Embolo den ersten Warnschuss ab, ebenso kein Problem für Landsmann Kobel (15.). Fünf Minuten später suchte Lainer Bensebaini in der Mitte, Stenzel kam so gerade noch dazwischen und verhinderte die mögliche Führung der Borussen. Zwei Minuten später fasste sich Stindl ein Herz und setzte die Kugel um wenige Meter am linken Pfosten vorbei (21.). Die Fohlenelf hatte in dieser Phase den Fuß aufm Gas, doch so richtig durch kam sie nicht.

Gonzalez erst drüber, dann trifft Stindl

Nach einer halben Stunde hatte dann Gonzales die Führung nach Flanke von Sosa auf dem Kopf, konnte die Kugel aber nicht entscheidend runterdrücken (30.). Fünf Minuten später zappelte die Kugel dann erstmals in den Maschen – in denen vom VfB! Stindl steckte durch zu Lainer in den Strafraum. Sosa attackierte den Österreicher zunächst und holte ihn dann mit einer Grätsche von den Beinen. Schiedsrichter Brych zeigte sofort auf den Punkt. Stindl übernahm die Aufgabe und verwandelte souverän zum 1:0 für den VfL (35.).

Bis zum Pausenpfiff blieb es eine intensive Partie, offensiv passierte aber nicht mehr viel. So ging es aus Sicht der Borussen mit einem 1:0 in die Kabine in einer Partie, die sich ausgeglichen gestaltete, Sind aber bis dahin den Unterschied gemacht hatte.

Stuttgart beginnt forsch – und belohnt sich mit dem Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel gehörten dem Aufsteiger die ersten Nadelstiche. Castro brachte die Kugel von Außen in die Mitte, wo Elvedi abfälschte, doch Sommer war zur Stelle (49.). Fünf Minuten später Anton fasst mit dem Ausgleich, doch Ginter hielt rechtzeitig vor der Linie den Schlappen hin (54.). Vier Minuten später war es dann aber passiert. Über Joker Kalajdzic und Gonzalez kam die Kugel zu Sosa, dessen Flanke Gonzalez aus zwölf Metern per Kopfball zum 1:1-Ausgleich nutzte (58.).

Fohlenelf antwortet umgehend, VfB kommt zum Ausgleich

Der VfB hatte sich den Ausgleich mit dem starken Beginn nach Wiederanpfiff verdient. Allzu lange freuen konnte er auch aber nicht, weil die Borussen nur zwei Minuten später wieder in Führung lagen. Stindl spielte Zakaria mit einem starken Pass in den Lauf. Der Schweizer warf den Turbo an, ließ Landmann Kobel keine Chance und vollendete zum 2:1 ins lange Eck (61.).

Die Borussen lagen also nach einem klasse Spielzug wieder in Front und hatten gute Chancen, den dritten Sieg im dritten Spiel nach der Winterpause einzufahren. Sicher war der aber gewiss noch nicht, denn der VfB wollte den Ausgleich. Die Fohlenelf schaute sich das mehr oder weniger an und lauerte auf Konter. So wie zehn Minuten vor Schuss, als Neuhaus an Kobel scheiterte (80.).

Stuttgart legte nochmal alles in die Waagschale, doch die Borussen hielten zunächst dagegen und waren drauf und dran, den dritten Sieg nach der Winterpause einzufahren und sich so näher anzupirschen an die Champions League-Plätze. Doch der „Kölner Keller“ und Schiedsrichter Brych gaben dem VfL in der Nachspielzeit, den es hätte gar nicht geben dürfen. Bensebaini umklammerte seinen Gegenspieler Kalajdzic kurz, der VAR um Video-Assistentin Bibiana Steinhaus griff ein, Referee Felix Brych zeigte nach eigener Sicht der Bilder auf den Punkt – und Wamangituka verwandelte sicher zum 2:2-Punktgewinn (90.+6). Vorausgegangen war eine Situation, in der der VAR gar nicht eingreifen hätte müssen. Es war keine klare Fehlentscheidung, der VAR hätte also gar nicht eingreifen dürfen!

So wurden den Borussen am Ende zwei Punkte geklaut, daran gibt es nichts zu rütteln. Zumal die Nachspielzeit eigentlich schon rum war. Bitter und ärgerlich zugleich für die Borussen, die so mit drei Siegen aus der Winterpause gekommen und bis auf einen Punkt an Platz drei  rangekommen wären. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

VfB Stuttgart: Kobel – Stenzel (82. Didavi), Anton, Kempf, Sosa – Endo, Mangala – Wamangituka, Castro (74. Klement), Klimowicz (57. Kalajdzic) – Gonzalez (82. Coulibaly)

Weiter im Kader: Bredlow (ETW), Karazor, Mavropanos, Förster, Massimo

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer (72. Herrmann), Zakaria, Neuhaus – Hofmann, Stindl (72. Wolf), Embolo (61. Plea)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Jantschke, Wendt, Bénes, Traoré

Tore: 0:1 Stindl (35. Foulelfmeter), 1:1 Gonzalez (58.), 1:2 Zakaria (61.), 2:2 Wamangituka (90.+6, Handelfmeter)

Gelbe Karten:  Gonzalez, Wamangituka / Zakaria, Stindl, Hofmann

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: Keine (Mercedes-Benz-Arena)