Yann Sommer musste in Leipzig drei Gegentreffer ‘fressen’. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

Borussia Mönchengladbach bleibt auch im fünften Ligaspiel in Serie ohne Sieg und kassiert die zweite Niederlage in Folge. Bei RB Leipzig mussten sich die Borussen im ‚Top-Spiel’ am Samstagabend mit trotz 2:0-Führung am Ende mit 2:3 geschlagen geben. Jonas Hofmann und Marcus Thuram erzielten die Tore für die Fohlenelf, die nach dem Seitenwechsel viel zu wenig dafür getan hatte, um die drei Punkte mit an den linken Niederrhein nehmen zu können. Sørloth bestrafte dann die Passivität und traf in der Nachspielzeit zum Siegtreffer. Der internationale Zug fährt nach der neuerlichen Niederlage immer mehr ab…

Die Fohlenelf trat am Spieltag die Flug-Reise nach Sachsen Gott sei Dank nicht mit den befürchteten personellen Problemen an. Lediglich Stefan Lainer und Tony Jantschke mussten aufgrund von muskulären Problemen passen und blieben zuhause. Christoph Kramer, Jonas Hofmann und Ramy Bensebaini hingegen gaben grünes Licht. Von dem Trio nahmen Bensebaini und Kramer aber zunächst auf der Bank Platz.

Im Vergleich zur Königsklasse nahm Rose sechs Änderungen vor: Joran Beyer, der auf rechts zu seinem Startelfdebüt kam, Oscar Wendt, Hannes Wolf, Valentino Lazaro, Marcus Thuram und Breel Embolo begannen anstelle von Lainer, Ramy Bensebaini, Christoph Kramer, Florian Neuhaus, Alassane Plea und Lars Stindl.

Hofmann sorgt für die frühe Führung! 

Die Vorzeichen für diese Partie waren klar: Die Borussen mussten aufgrund der Ergebnisse vom Samstagnachmittag (Siege vom BVB und Wolfsburg) gewinnen, um nicht langsamer aber sicher ganz abschreiben zum müssen. Und die Fohlenelf begann engagiert und brachte sich wenige Minuten nach Anpfiff in Front. Embolo schob sich links im Strafraum an Upamecano vorbei, der Franzose checkte den Schweizer, der dann zu Boden fiel. Schiedsrichter Gräfe zeigte dann zurecht auf den Punkt. Hofmann übernahm die Aufgabe und versenkte die Kugel mit Glück zum 1:0 in den Maschen (6.).

Ein Auftakt nach maß für die in Schwarz spielenden Borussen, die aber beinah postwendend den Ausgleich ‚gefressen‘ hätten. Zunächst entschärfte Ginter den Schuss von Halstenberg kurz vor der Linie, ehe Olmo mit seinem Nachschuss an Sommer scheiterte (8.). Zwei Minuten später war erneut Ginter zur Stelle und klärte per Kopf vor Nkunku (10.). RP hatte der Rückstrand wenig zugesetzt. Die Hausherren hatten die Kugel, während die Borussen diese viel zu schnell wieder hergaben und so kaum in den ‚Flow‘ kamen.

Auch der zweite Abschluss sitzt!

Doch dann durften die Borussen erneut jubeln, weil auch der zweite richtige Angriff saß. Hofmann spielte Lazaro auf der rechten Seite an, der wiederum den langen Pfosten anvisierte. Dort lauerte Embolo auf die Möglichkeit – und nutzt sie. Der Schweizer hatte Glück, dass Thuram den Ball noch entscheidend mit der Brust Richtung Leipziger Tor in die Maschen lenkte – 2:0 für den VfL (19.)! Zwar wurde die Szene noch mal im ‚Kölner Keller‘ überprüft, doch der Treffer zählte.

Eine Doppel-Führung, die so keinesfalls zu erwarten war – weil RB eben mehr Ballbesitz hatte und das Spiel machte. Doch die Borussen waren eben brutal effektiv und nutzten ihre beiden Torschüsse im Gegensatz zu den Leipzigern, die von fünf keinen nutzten.  Die Nagelsmann-Truppe machte weiter Druck und drängte auf den Anschlusstreffer, konnten die Fohlen aber nicht überlisten. Sommer rettete acht Minuten vor der Pause stark, als er nach einem langen Ball Kluivert abfing (37.).

Drei Minuten später vergaben die Borussen die erste Möglichkeit, als Hofmann die Kugel aus spitzem Winkel neben das Gehäuse setzte (40.). In der Nachspielzeit hatte dann Hofmann Pech, dass Orban bei seinem Schuss noch den Schlappen hinhielt und zur Ecke abfälschte, die im Anschluss nichts einbrachte (45.+3). So ging es für die Fohlenelf mit einem 2:0-Vorsprung in die Kabinen. Und das verdient, weil man eben zwei Möglichkeiten diesmal eiskalt verwandelt hatte, auch in der Defensive dicht hielt und nicht viel zugelassen hatte.

Vermeintlicher Anschlusstreffer zählt erst nicht, dann trifft Nkunku

Es war logisch, dass RB entschlossen aus der Kabine kommen und Druck machen würde. Nagelsmann hatte in  Sørloth auch noch die Offensive verstärkt. Die unveränderten Borussen mussten also weiter hellwach sein und am besten schnell zum dritten Mal nachlegen. Beinah wäre genau das Gegenteil passiert, doch der vermeintliche Anschlusstreffer durch Joker Sørloth zählte nicht, weil die Hand im Spiel war (50.).

Sieben Minuten später gab es am Anschlusstreffer aber nichts zu diskutieren. Hofmann bekam im Mittelfeld die Kugel nicht unter Kontrolle und verlor sie an Olmo, der auf Halsternberg spielte. Der passte in die Mitte um völlig blank stehenden Nkunku, der trocken zum 1:2 vollstreckte (57.). Wenige Minuten später wechselte Rose gleich dreimal (62.).

Poulsen trifft zum Ausgleich

Noch eine halbe Stunde war zu spielen und das Spiel stand auf Messers Schneide. ‚Die Roten Bullen waren‘ dran – und kamen dann auch zum Ausgleich. Poulsen versenkte die Kugel mit einem sehenswerten Distanzschuss über den linken Innenpfosten in den Maschen (66.). Für die Borussen war es die Quittung für eine in dieser Phase zu defensive Herangehensweise, die RB eiskalt bestrafte. Und RB war jetzt besser und wollte mehr, um dem FC Bayern auf den Fersen zu bleiben. Die Borussen mussten aufpassen, hier nicht noch mit leeren Händen nach Hause reisen zu müssen.

Die Hausherren drückten weiter und schnürten die Borussen in ihrer Hälfte ein. Dann wehrte Sommer zunächst eine Direktabnahme von Olmo mit dem Fuß ab, ehe Kluivert seinen Schlenzer neben das Tor setzte (72.). Fünf Minuten später lenkte Sommer einen Freistoß von Forsberg mit einer starken Flugeinlage noch ans Kreuzeck (77.).

‚Die Roten Bullen‘ erlegen die Fohlen in der Nachspielzeit

Auch in der Schlussphase machten ‚Die Roten Bullen‘ deutlich, noch zwei Punkte mehr entführen zu wollen. Und das klang RB dann auch – in der dritten Minute der Nachspielzeit traf Sørloth zum 3:2-Siegtreffer. Die Fohlenelf schlich bedröppelt vom Platz und musste sich gefallen lassen, dass man nach dem Seitenwechsel überhaupt nichts mehr gemacht hat (0 Torschüssen) und nicht in der Lage war. Wenigstens einen Punkt mit an den linken Niederrhein zu nehmen. Dass dem nicht so ist, ist im Kampf um Europa ein weiterer Tiefschlag, der kaum gerade zu bügeln sein wird. Der internationale Zug fährt immer mehr ab…

Die Kurzstatistik zum Spiel:

RB Leipzig: Gulácsi – Halstenberg, Upamecano, Orban – Mukiele, Sabitzer (46. Sørloth), Adams, Kluivert )76. Forsberg) – Dani Olmo, Nkunku (90.+6 Klostermann) – Poulsen

Weiter im Kader: Martinez (ETW), Konaté, Haidara, Kampl, Samardžić, H.-C. Hwang

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Beyer, Ginter, Elvedi (62. Bensebaini), Wendt (80. Plea) – Lazaro, Zakaria (80. Stindl) – Hofmann (61. Neuhaus), Wolf, Thuram (62. Kramer) – Embolo

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Reitz, Herrmann, Traoré

Tore: 0:1 Hofmann (6., Foulelfmeter), 0:2 Thuram (19.), 1:2 Nkunku (57.), 2:2 Poulsen (66.), 3:2 Sørloth (90.+3)

Gelbe Karten: Sabitzer, Upamecano / Elvedi, Bensebaini

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zuschauer: Keine (Red Bull Arena)