Die Fohlenelf unterlag in Hoffenheim trotz 2:0-Pausenführung mit 2:3. Foto: Brastic/Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat im Kampf um ein Ticket für Europa einen herben Dämpfer erlitten. Bei der TSG Hoffenheim verloren die Borussen am Mittwochabend trotz einer 2:0-Pausenführung am Ende mit 2:3. Zeigten sich die Fohlen im ersten Durchgang wenigstens gnadenlos effektiv, enttäuschten sie nach der Pause maßlos und gingen unter dem Strich als verdienter Verlierer vom Platz.

Borussias Trainer Marco Rose konnte bei der TSG Hoffenheim wieder auf Christoph Kramer zurückgreifen, der Mittelfeld-Motor hatte gegen Frankfurt eine Gelbsperre abgesessen. Verzichten mussten die Fohlen hingegen zum zweiten Mal in Folge auf Yann Sommer, Borussias Stammtorwart fehle aufgrund seiner Roten Karte bei Hertha BSC. Lars Stindl (Muskelfaserriss) sowie Torben Müsel und Julio Villalba (beide im Aufbautraining) fehlten ebenfalls. 

Kramer durfte nach seiner Zwangspause auch direkt wieder von Beginn an ran und bildete mit Florian Neuhaus die Doppel-Sechs, Denis Zakaria nahm zunächst auf der Bank Platz. Im Vergleich zum 4:0-Heimsieg am Samstagnachmittag gegen die Eintracht war das auch die einzige Änderung. Gleich blieb die Tatsache, dass Matthias Ginter die Fohlenelf erneut als Kapitän aufs Feld führte.

Anfangsviertelstunde mit viel Abtasten

Der erste Nadelstich im Kraichgau gehörte den Gastgebern. Nach Flanke von Kadeřábek kam Baumgartlinger zum Abschluss, brachte die Kugel aber nicht auf das Gehäuse (3.). Mehr passierte in der Anfangsviertelstunde aber nicht. Weder die TSG, noch die Borussen konnten sich entscheidend in die Gefahrenzone spielen. Beide Teams waren zunächst auf Sicherheit bedacht und leisteten sich dann im Spielaufbau zu viele Fehler. Gerade Marco Rose gefiel das nicht und äußerte das auch von der Seitenlinie aus.

VAR gibt Elfmeter nicht

Dann trat wieder einmal der Video-Assistent in Erscheinung. Neuhaus tankte sich in Strafraum ein. Grillitsch brachte den Mittelfeldmann zu Fall. Ein Kontakt war da, doch für Schiedsrichter Siebert und dem ‚Kölner-Keller‘ war das für einen Elfmeter zu wenig (12.). Gemessen an den TV-Bildern, die auch der VAR zur Verfügung hat, eine Fehlentscheidung.

Auch in der Folgezeit war es ein eher mäßiges Spiel mit viel Ballgeschiebe und ‚Ackern‘ im Mittelfeld. Die Borussen hatten auch nach zwanzig Minuten noch nichts aufs Tor geschossen. Von den Borussen, zum fünften Mal in Folge mit den glücksbringenden schwarzen Hosen, kam davon ab aber auch viel zu wenig, um die TSG vor Aufgaben zu stellen. Auf der Gegenseite hatten die Gastgeber die zweite Möglichkeit. Skov zog trocken ab, Sippel lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen über den Querbalken. Die anschließende Ecke brachte nichts ein (22.).

Borussias erster Torschuss sitzt!

Stattdessen nutzte die Fohlenelf ihren ersten Torschuss und brachte sich in Front. Lainer erkämpfte sich die Kugel unnachahmlich auf der rechten Seite und spielte Direkt auf Thuram. Der Franzose schaltete den Turbo ein, überlief Posch und spielte quer auf Plea, der die Kugel aus sechzehn Metern zum 1:0 in den Maschen versenkte (25.).

Gewiss keine Führung, die in der Luft lag, aber weil die Borussen eben ihren ersten Abschluss nutzte, stand es 1:0. Sechs Minuten später beinah die schnelle Antwort der Hausherren, doch Bebou traf lediglich den Außenpfosten (31.).

Mit der Führung im Rücken ließen sich die Borussen mehr fallen, um die TSG aus der Reserve zu locken. Richtig gelingen sollte das aber nicht. Auf der anderen Seite hatte Hoffenheim fünf Minuten vor der Pause eine große Chance zum Ausgleich. Sippel hat das Spielgerät Ball, doch Baumgartner lief ihn ab, so dass Skov auf der rechten Seite zum Schuss kam, aber lediglich das Außennetz traf (40.).

Lazaro sorgt in der Nachspielzeit für die Vorentscheidung

Und als man sich auf eine knappe 1:0-Führung zur Pause eingerichtet hatte, legten die Borussen quasi mit dem Pausenpfiff noch einen nach. Und das abermals nach einem tollen Umschaltmoment. Bensebaini eroberte sich die Kugel und setzte Thuram in Szene. Der Franzose zog in die Mitte und legte ab zu Lazaro, der die Kugel im Fünfer zum 2:0 über die Linie drückte (45.+1).

Mit diesem Ergebnis ging es zum Pausentee. Und das ohne Zweifel verdient für die Borussen, weil sich sich eben gnadenlos effizient zeigten und beide ihre Torschüsse aufs Tor nutzten.

Kalte Dusche für die Fohlen nach der Pause

Zum zweiten Durchgang schickte Rose seine Fohlen unverändert aufs Feld. Und die Borussen waren gerade einmal drei Minuten auf dem Platz, da mussten sie den Anschlusstreffer hinnehmen. Nach einer kurz aufgeführten Ecke brachte Grillitsch die Kugel in den Strafraum zu Kramaric, der die Kugel sann im linken Eck zum 1:2 versenkte (48.).

Zwölf Minuten später hatte die TSG dann den Rückstand komplett egalisiert. Baumgartner legte den Ball auf den rechten Flügel zu Kadeřábek Der flankte vor das Tor, Skov ließ durch und Bebou musste nur den Fuß hinhalten 2:2 (60.).

TSG dreht das Spiel komplett

Fünf Minuten später lag die TGS dann plötzlich in Front. Richards holte sich den Ball in der eigenen Hälfte und schickte Kadeřábek über die rechte Seite. Der Außenspieler flankte in den Rücken der Gladbacher Abwehr, wo Kramaric lauerte und aus rund 13 Metern das 3:2 erzielte (65.). Drei Schüsse, drei Tore der TSG, die sich ihrerseits nun brutal effizient zeigte.

Marco Rose musste was riskieren und brachte drei frische Kräfte. Die Fohlenelf versuchte bis zum Ende nochmal alles, reichen sollte es aber nicht mehr. So stand am Ende eine 2:3-Niederlage trotz 2:0-Pausenführung. Für die Borussen ein herber Dämpfer im Kampf um Europa. Nach dieser Niederlage bei der TSG hat man es aber auch nicht verdient, sich auf internationalen Parket zu präsentieren. Das war und ist einfach zu wenig für eine Mannschaft, die derartige Ansprüche hegt. Dass man sich dann so von der TSG düpieren lässt, geht nicht.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

TSG Hoffenheim: Baumann – Kadeřábek, Posch, Richards, Sessegnon – Samessékou, Grillitsch – Skov (63. Adamyan), Kramaric (90.+1 Bogarde), Baumgartner (83. Nordtveit) – Bebou

Weiter im Kader: Pentke (ETW), Belfodil, Dabbur, Rutter

Borussia Mönchengladbach: Sippel – Lainer (86. Traoré), Ginter, Elvedi, Bensebaini (68. Zakaria) – Kramer (75. Herrmann), Neuhaus – Thuram (68. Wolf), Lazaro, Hofmann – Pléa (68. Embolo)

Weiter im Kader: Grün (ETW), Lang, Wendt, Jantschke

Tore: 0:1 Plea (25.), 0:2 Lazaro (45.+1), 1:2 Kramaric (48.), 2:2 Bebou (60.), 3:2 Kramaric (65.)

Gelbe Karten: Grillitsch, Posch, Kadeřábek / –

Bes. Vorkommnis: Keine

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Zuschauer: Keine (PreZero-Arena)